Tipps von der Profimama: Wie schaffe ich es, dass alle ihr Zimmer aufräumen?

In unserer neuen Rubrik "Tipps von der Profimama" gibt Albert-Schweitzer-Kinderdorfmutter Melanie Grochalsky Ratschläge, wie man Kinder motiviert, ihr Zimmer aufzuräumen.

Heute möchten wir unsere neue Rubrik vorstellen. In "Tipps von der Profimama" erzählt Albert-Schweitzer-Kinderdorfmutter Melanie Grochalsky Geschichten aus ihrem Leben in einer Großfamilie. Außerdem hat sie jede Menge praktische Ratschläge auf Lager.

"Ich wollte schon immer in ein Kinderdorf ziehen, mein Mann war aber nicht so begeistert von der Idee.", berichtet Melanie. "Bis unser erstes Baby zur Welt kam. Da meinte er plötzlich: 'Sag mal, wäre das doch was für uns?' Was soll ich sagen? Wir konnten sofort einziehen und waren dann ruckzuck eine Großfamilie mit 10 Kindern."

Melanie und ihr Thomas leben mit drei eigenen sowie sieben Pflegekindern im Albert-Schweitzer-Kinderdorf Waldenburg. Hier haben Kinder, die nicht bei ihren Eltern leben können, die Chance in einer Familie großzuwerden. Sieben Familien bilden dort eine kleine Dorfgemeinschaft.

Melanie ist leidenschaftliche Akkordeonspielerin und genießt freie Zeiten auf ihrem Motorrad. Im ersten Artikel ihrer Serie dreht sich alles rund ums Thema "Zimmer aufräumen". Und nun hat Melanie das Wort.

Melanie Grochalsky ist seit 12 Jahren Albert-Schweitzer-Kinderdorfmutter. Foto: Wolfgang Bartole

Ordnung muss sein!

Ich wäre natürlich gern so eine Art Mary Poppins, die nur einmal mit dem Finger schnippt und dann ist alles picobello. Das bin ich leider nicht. Deshalb gibt es bei uns eine klare Struktur: Samstags wird aufgeräumt. Außerdem wird jeden Abend vor dem Abendessen das Zimmer so geordnet, dass man auf direktem Weg zum Bett laufen kann. Also: Schmutzige Klamotten raus, Lego- und Playmobilwelten zur Seite.

Melanie mit ihrer Familie. Foto: Ufuk Aslan

Erziehung heißt für mich Erziehungspartnerschaft

Ich schwirre von Zimmer zu Zimmer und helfe überall ein bisschen mit, das ist das Beste. Ich breche mir keinen Zacken aus der Krone, wenn ich die T-Shirts in die Wäsche bringe und in der Zwischenzeit hat mein Sohn schon drei Playmobilfiguren weggeräumt. Du musst es mit den Kindern zusammen machen, wir sind ja eine Familie und nicht bei der Bundeswehr.

Ich vermeide Belohnungen. Und Bestrafungen sowieso!

Belohnungen sehen manche als Verstärkerplan für gutes Verhalten. Ich denke aber, es geht um unser gemeinsames Leben und das soll klappen und allen Spaß machen. Es macht für mich viel mehr Sinn, dass sie das verstehen. Sonst räumen sie das Zimmer nur auf, um zwei Euro Taschengeld zu bekommen.

Belohnung funktioniert bei mir eher andersrum

Zum Beispiel ist bei manchen Kindern die Frustrationstoleranz sehr gering. Wenn sie bei Spielen immerzu verlieren, kann rasch die Stimmung kippen. Dann sag ich: "Ok, wenn du drei mal verlierst, darfst du dir drei Essen von mir wünschen und wenn ich drei mal verliere, dann spülst du für alle das Camping-Geschirr. Dann macht sogar das Verlieren Spaß."

Der Spaß darf nicht zu kurz kommen! Foto: Ufuk Aslan

Unsere Profimama

Albert-Schweitzer-Kinderdorfmutter Melanie Grochalsky mit ihrer Familie. Foto: Ufuk Aslan

Melanie Grochalsky ist seit zwölf Jahren Albert-Schweitzer-Kinderdorfmutter in Waldenburg. Mit einer gesunden Mischung aus viel Herz und Pragmatismus, Einfühlungsvermögen und pädagogischem Sachverstand managt sie ihre Großfamilie mit zehn Kindern zwischen sechs und 18 Jahren.

Melanies Tipps, um Familien-Streß zu vermeiden, balancieren zwischen klaren Ansagen und spielerischem Miteinander. Ihre Erfahrungen teilt sie gerne mit anderen Eltern.

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