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Tipps von der Profimama

Fasching mit Kindern

Fasching ist bei uns nicht ein paar Tage, sondern ein paar Wochen lang. Da steht dann eine Riesen-Kiste voller Klamotten im Flur und alle verkleiden sich jeden Tag.

Das geht den ganzen Februar so und ist ein Riesen-Spaß. Verkleiden ist in der Fastnachtszeit täglich Thema. In der Kiste sind die typischen klassischen Kostüme: Indianer, Prinzessin, Polizist, es gibt Fußball-Outfits und auch ein Nonnenkostüm.

Und dann natürlich meine alten Kleider von früher. Ich bin in den 1980ern groß geworden und kann eine Menge Blusen mit Tigermuster, Miniröcke und Ballkleider aus der Teenie-Zeit beisteuern, die sind der Hit. Ganz von sich aus üben die Kinder dann Aufführungen ein, mit Musik, Auftritt und Moderator. Jedes Wochenende haben wir dann Wohnzimmer-Shows: Entweder haben sie eine Zirkusakrobatik trainiert, zeigen Menschenpyramiden oder Seiltanz und Zauber-Tricks, manchmal führen sie einen Tanz auf, ein kleines Theaterstück oder machen eine Musik-Show.

Alle möglichen Rollen werden ausprobiert

Beim Verkleiden machen sich die Kleinen gern älter, die Großen spielen alle möglichen Rollen durch. Sie probieren richtig aus, wie sie ankommen, wenn sie sich mal ganz anders geben als im Alltag. Rollenspiele sind es sowieso, die Fastnacht so spannend machen. Es ist interessant zu beobachten, was das Verkleiden mit ihnen macht.

Wenn die Kinder in ihre ausgesuchten Rollen schlüpfen, sind sie sie selbst. Dann kriegen sie manchmal Dinge hin, die im Familienalltag oft untergehen. Ein eher stilles Kind entpuppt plötzlich seine Talente und zeigt sich als Super- Ansager.

Sie können die größten Streithähne sein, aber wenn sie sich beim Verkleiden zusammentun, dann tun sie das zu 150 Prozent. Sie suchen für die anderen Kostüme aus, helfen sich gegenseitig, schminken einander. Zwei Mädchen zum Beispiel, die sich sonst als Konkurrentinnen wahrnehmen, sind im Fasching plötzlich ein Team. Dann heißt es: "Das ist genau deine Rolle, dafür brauch ich dich, wenn wir unser Stück üben."

Selbstbewusstsein ist nicht alles

Selbstbewusste Kinder halten in einer Familie oft die Fäden in der Hand, aber im Rollenspiel steht das nicht so im Vordergrund. Es gibt eine andere Grundakzeptanz. Und damit übt man Toleranz und Gelassenheit. Das hilft im Alltag, wenn sie mal nicht an einem Strang ziehen.

Ich kann dann sagen: "Erinnere dich, wenn du in der Pyramide nicht unten gestanden hättest, wäre der Kleinste nicht bis ganz nach oben gekrabbelt und die Pyramide hätte nicht geklappt. Ihr braucht einander also."

Oder wenn es richtig bösen Streit gibt und ein Kind, wie Kinder es schnell mal tun, gleich sagt, "Der ist immer so blöd". Dann kann ich sagen, "Stimmt doch gar nicht. Überleg mal, vorgestern beim Fasching lief das noch ganz anders, da habt ihr euch super verstanden. Der ist nur heute so, nicht immer."

Quarkbällchen oder Berliner gehören natürlich auch zu Fasching. Dann gibt’s noch besonders lustige Kinder, die die Bällchen mit Senf füllen. Das sorgt auf jeden Fall für viel Spaß bei unserer Faschingsparty. Die machen wir natürlich auch bei uns im Albert-Schweitzer-Kinderdorf. Ich schminke stundenlang Tigergesichter, Wassermänner und Superhelden. Es gibt Fingerfood, ein paar Dutzend Kinder sind dabei und das Highlight ist die Prämierung der ausgefallensten Kostüme.

Unsere Profimama

Melanie Grochalsky ist seit zwölf Jahren Albert-Schweitzer-Kinderdorfmutter in Waldenburg. Mit einer gesunden Mischung aus viel Herz und Pragmatismus, Einfühlungsvermögen und pädagogischem Sachverstand managt sie ihre Großfamilie mit zehn Kindern zwischen sechs und 18 Jahren.

Melanies Tipps, um Familienstress zu vermeiden, balancieren zwischen klaren Ansagen und spielerischem Miteinander. Ihre Erfahrungen teilt sie gerne mit anderen Eltern.

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Unsere Expertin

Anne Reis

Anne Reis ist Content Manager bei Junior Medien und unter anderem Hauptverantwortliche für die inhaltliche Gestaltung von wireltern.de. Sie schreibt schon seit sie denken kann. Bereits seit über einem Jahrzehnt betreibt sie erfolgreich einen Blog. Ihr Traum, das geliebte Hobby zum Beruf zu machen, ist für sie in Erfüllung gegangen.

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