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"Parent's Kiss"

Fremdkörper in der Nase: Ohne Arzt selber rausholen!

Kinder sind Meister darin, sich Gegenstände in die Nase zu stecken. Und manchmal sitzen die da leider ganz schön fest. Aber Eltern können Fremdkörper in der Nase selber entfernen – mit einem ganz einfachen Trick, den sogar Ärzte anwenden.

Warum stecken sich Kinder Sachen in die Nase?

Das ist eine gute Frage! Körperöffnungen sind für kleine Kinder nun einmal außerordentlich faszinierend und wollen gründlich erforscht werden. Dazu gehören natürlich auch die Nasenlöcher. Schon erstaunlich, was da so alles reinpasst: Stifte, Murmeln, Steckperlen und manchmal sogar kleine Nüsse. Doof nur, wenn einer der Gegenstände dann einfach nicht mehr hinaus will.

Bitte keine Pinzette benutzen!

Meistens greifen Eltern direkt zur Pinzette, um das festsitzende Teil aus der Nase zu entfernen. Das ist allerdings keine gute Idee: Bei dem Versuch können die Nasenschleimhäute sowie die Nasenscheidewand verletzt werden und unter Umständen wird der Gegenstand sogar noch weiter in das Nasenloch hineingeschoben. "Gerät dieser Fremdkörper tiefer in die Nasenhaupthöhle, kann er zu einer einseitig behinderten Nasenatmung, zu eitrigem Schnupfen oder bei verletzter Schleimhaut zu Nasenbluten aus einem Nasenloch führen", heißt es in einer Mitteilung der "Kinder- & Jugendärzte im Netz". Besonders gemein sind übrigens Hülsenfrüchte, da sie im Inneren der Nase aufquellen und so für richtig üble Schmerzen sorgen können.  

Steckt da wirklich ein Fremdkörper in der Nase?

Manchmal ist der Gegenstand im Nasenloch noch zu sehen, manchmal sagen Kinder auch frei heraus, dass sie sich etwas in die Nase gesteckt haben und es nicht wieder herauskommt. Was aber, wenn man keinen Fremdkörper sehen oder das Kind sich noch nicht mitteilen kann? "Häufig sind kleine Gefäßverletzungen um die betroffene Nasenöffnung herum zu erkennen", erklären die "Kinder- & Jugenärzte im Netz". "Für einen Fremdkörper in der Nase spricht, wenn die Beschwerden nur eine Nasenseite betreffen."

"Parent's Kiss": Einmal kräftig pusten, bitte!

Zum Glück muss man nicht mit jedem Fremdkörper in der Nase direkt zum Arzt rennen. Denn es gibt einen Trick, wie Eltern den Gegenstand selbst entfernen können. 
So funktioniert der "Parent's Kiss", übersetzt "Elternkuss":

  1. Mit einem Finger das Nasenloch verschließen, in dem der Fremdkörper NICHT sitzt.
  2. Die Lippen über den Mund des Kindes pressen. Wenn das Kind das nicht akzeptiert, kann es auch einen Strohhalm in den Mund nehmen und fest mit den Lippen umschließen (aber nicht ganz zudrücken).
  3. Vorsichtig Luft in den Rachen des Kindes pusten bis ein leichter Widerstand zu spüren ist.
  4. Dann einmal ganz kräftig pusten und mit ein wenig Glück wird der Gegenstand aus der Nase katapultiert. Oder lockert sich zumindest so weit, dass man ihn vorsichtig mit den Fingern herausholen kann (von außen an der Nase entlang streichen). 

Dieser Trick ist übrigens kein Humbug aus dem Internet. Es gibt dazu sogar wissenschaftliche Abhandlungen und selbst Kinder- bzw. HNO-Ärzte wenden diese Methode selber an. Wenn sich der Gegenstand auf diese Weise jedoch nicht entfernen lässt oder das Kind über sehr große Schmerzen klagt, sollte man in jedem Fall einen Arzt aufsuchen. 

Hier wird der "Parent's Kiss" in einem Kinderkrankenhaus angewendet:

Besser vorbeugen

Dieser Trick ist wirklich gut. Was aber noch besser ist? Es gar nicht erst so weit kommen zu lassen, dass Kinder sich etwas in die Nase stecken können. Kleinteiliges Spielzeug und Nahrungsmittel wie Nüsse, Erbsen oder Bohnen sollten nie unbeobachtet in der Nähe von Babys und Kleinkindern zu finden sein. 

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Unsere Autorin

Jana Kalla

Jana Kalla ist freiberufliche Journalistin und war viele Jahre lang hauptsächlich im Beauty-Kosmos unterwegs.

Seit sie einen eigenen kleinen Sohn hat, ist ihr Leben nicht nur um einiges turbulenter geworden, es hat auch dazu geführt, dass sie ihr Themenspektrum erweitert hat. Und was könnte es Schöneres geben, als über Windeln und Wimperntusche zu schreiben?

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