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Schöne Zähne

Die Zahnspange muss sein

Wenn die Zähne aus der Reihe tanzen, lohnt sich der frühzeitige Besuch beim Kieferorthopäden.

 

Am Anfang sind die Dinger heiß begehrt. So manches Grundschulkind wünscht sich sehnlich eine Zahnspange – vor allem, wenn die besten Freunde auch eine haben und damit schon groß und vor allem sehr wichtig wirken. Doch der Neueffekt ist schnell abgenutzt. Nach einiger Zeit fristen die Klammern ein tristes Dasein in milchigen Zahnputzgläsern oder gehen schlimmstenfalls verloren. Während Zahnspangen für Kinder anfangs wie coole Statussymbole sind, hört der Spaß schnell auf. Dann sind die Eltern gefordert, für die nötige Disziplin zu sorgen. Denn nur wer die Behandlung erfolgreich beendet, bekommt alle Kosten von der Krankenkasse erstattet.

 

Eltern kümmern sich heute bewusster um ihre Kinder

Zähne und Kiefer wachsen nur bei ganz wenigen Menschen von allein perfekt. Das war schon immer so. Doch Eltern kümmern sich heute sehr viel bewusster um ihre Kids als das eine oder zwei Generationen früher der Fall war. So erklärt es sich, dass in Großstädten heute bereits etwa zwei Drittel aller Kinder eine Zahnspange tragen. 

Warum wird so viel korrigiert? Gesunde Zähne, aufgereiht wie eine Perlenkette, sind der Inbegriff für Schönheit. Sie sind nicht nur hübsch anzusehen, sondern auch gesünder. Wenn Zähne zum Beispiel zu eng stehen, wird das Putzen schwerer. Das erhöht das Kariesrisiko. Stehen sie zu weit auseinander, können sie kippen. Wo Kiefer- und Zahnreihen schlecht geformt sind, kann es zu Sprachstörungen, Verspannungen oder Kopfschmerzen kommen. Auch der so genannte Kreuzbiss (die oberen Backenzähne stehen weiter innen als die unteren) und der Überbiss (dabei stehen die oberen Schneidezähne hinter der unteren Reihe statt davor) sind Gründe zum Eingreifen.

 

Mit zehn Jahren ist der Kiefer noch gut formbar

Als bestes Alter für den „Einstieg“ gilt neun bis elf Jahre. Dann ist der Kiefer noch gut formbar. Eine erfolgreiche Behandlung dauert im Schnitt drei Jahre. Bei Über- oder Kreuzbissen empfehlen Kieferorthopäden bereits mit sechs Jahren die erste Behandlung. Ob das Kind eine herausnehmbare Plastikklammer mit Drähten oder fest installierte so genannte Brackets, bei denen Metallplättchen auf die Zähne geklebt werden, bekommt – das hängt von der Art der Fehlstellung ab.

 

Zahnklammern verlangen Disziplin und Hygiene

Damit sie den besten Zeitpunkt nicht verpassen, sollten Eltern mit ihren Kindern nicht nur regelmäßig zum Zahnarzt gehen, sondern sie mit fünf bis sechs Jahren auch beim Kieferorthopäden vorstellen. Häufig kommt die Empfehlung auch vom Schulzahnarzt.

Damit die Drähte im Mund wirken, müssen sie regelmäßig getragen werden. Das ist für die Kinder oft lästig, bereitet Schmerzen und verlangt viel Hygiene. Dass die wertvollen Spangen nicht verloren gehen, im Wasserglas ungenutzt vor sich hin dümpeln oder aussortiert werden, weil sie „einfach nerven“ – dafür müssen Eltern und Kinder gemeinsam sorgen. Deshalb ist es wichtig, dass die Kids verstehen, warum sie weitermachen müssen. Nicht weil es cool, sondern weil es medizinisch notwendig ist.

 

Wer zahlt die Kosten?

Eine Zahnspange ist teuer (je nach Art der Behandlung zwischen 4.000 und 8.000 Euro) und wird von den Krankenkassen nur bezahlt, wenn sie medizinisch notwendig ist. „Schönheitsreparaturen“ übernehmen die Kassen nicht. Außerdem darf das Kind nicht älter als 18 Jahre sein. Mit einem Teil der Kosten (10 bis 20 Prozent) müssen die Eltern in Vorleistung treten. Das erhöht die Disziplin beim Tragen. Denn den Eigenanteil gibt es nur zurück, wenn die Behandlung erfolgreich abgeschlossen wurde.

 

Bitte sauber halten

Wer eine Klammer hat, muss die eignen Beißerchen und die Spange besonders gut pflegen. Denn Bakterien vermehren sich rund um die Klammer besonders gut.

  •  Spangen zum Herausnehmen werden mit einer Zahnbürste und Zahnpasta unter lauwarmem Wasser in der Hand zweimal am Tag geputzt. Danach sollte alles - auch die schwer erreichbaren Stellen – sauber sein. Wichtig: Nicht an den Drähten, sondern am Plastik anfassen, da die Drähte sonst verbiegen. Einmal in der Woche ist zusätzlich ein Bad mit speziellen Reinigungstabs empfehlenswert.
  •  Bei festen Klammern ist das Putzen etwas schwieriger. Sie müssen genauso sorgfältig wie die Zähne – nur vorsichtiger – gereinigt werden. Die Zahnbürste wird dafür im 45-Grad-Winkel angesetzt.

 

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