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Kindersicherheit

Vorsicht vor Verbrennungen und Verbrühungen

Im Haushalt lauern für Babys und Kinder viele Gefahren. Heiße Flüssigkeiten können zu lebensgefährlichen Verbrennungen und Verbrühungen führen.

Eine Tasse mit heißem Tee auf dem Tisch oder das herunterhängende Kabel eines Wasserkochers können für Kleinkinder lebensgefährlich werden: Zieht ein neugieriges Kind an der Tischdecke oder am Kabel, drohen schwere Verbrühungen durch die darin enthaltenen heißen Flüssigkeiten. "Kaum einer weiß, dass schon eine Tasse heißen Tees ausreicht, um 25 bis 30 Prozent der Körperoberfläche eines Kleinkindes oder Babys zu verbrühen. Das bedeutet Lebensgefahr!", warnt Dr. Monika Niehaus, Kinder- und Jugendärztin sowie Pressesprecherin des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ) in Thüringen. 
"Heiße Flüssigkeiten führen schon ab 50 Grad zur Schädigung der Haut mit Blasenbildung. Temperaturen ab 60 Grad verursachen schwere Zerstörungen der Haut oft bis auf die Knochen."

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Warum Inhalieren für Kinder so gefährlich ist

Die zweithäufigste Unfallursache bei Kleinkindern sind Verbrühungen. "Gerade in der Erkältungszeit verbrühen sich viele Kinder beim Inhalieren. Denn die Gefahr ist groß, dass die Schüssel mit dem heißen Wasser umkippt oder mit dem Handtuch beim Aufrichten vom Tisch gerissen wird und sich die heiße Flüssigkeit über das Kind ergießt", erklärt Professor Dr. Thomas Meyer, Abteilungsleiter der Kinderchirurgie der Klinik und Poliklinik für Allgemein- und Kinderchirurgie in Würzburg. "Schwerste Verbrühungen des Unterbauchs, der Oberschenkel und der Genitalien sind die Folge. Auch besteht die Gefahr, dass sich das Kind das Gesicht verbrüht, wenn der Wasserdampf zu heiß ist. Sicherer als Inhalieren sind Nasenduschen oder standfeste Feuchtinhalationsgeräte."

Sofort kühlen

Laut einer Studie von Dr. Gabriele Ellsäßer vom Landesgesundheitsamt in Brandenburg hat die Anzahl der Verbrühungen und Verbrennungen bei Kindern unter zwei Jahren seit 2000 um 30 Prozent zugenommen. Jedes Jahr verbrennen oder verbrühen sich mehr als 30.000 Kinder unter 15 Jahren so schwer, dass sie ärztlich versorgt werden müssen. 6.000 Kinder müssen stationär Im Krankenhaus - teilweise sogar in Spezialkliniken –  behandelt werden. Ca. 50.000 müssen nach Verbrühungen oder Verbrennungen ambulant behandelt werdenDie Mehrzahl der Kinder mit thermischen Verletzungen ist jünger als fünf Jahre. Experten schätzen, dass durch Prävention 60 Prozent aller Unfälle vermeidbar wären. 

"Bei einer Verbrennung oder Verbrühung müssen die verletzten Stellen sofort mit Wasser gekühlt werden – am besten zehn bis 15 Minuten lang. Das Wasser sollte nicht kälter als 15 Grad sein, sonst besteht Unterkühlungsgefahr“, rät Adelheid Gottwald, Vorsitzende von Paulinchen - Initiative für brandverletzte Kinder e.V. Eltern sollten auf jeden Fall zum Kinder- und Jugendarzt gehen, bei schwereren Verletzungen sofort den Notarzt rufen!

Tipps, wie man Kinder im Haushalt vor Verbrennungen und Verbrühungen schützen kann:

  • Tassen oder Kannen mit heißen Getränken weit weg von der Tischkante abstellen und am besten keine Tischdecken verwenden, vor allem keine herunterhängenden.
  • Auf herabhängende Kabel von Wasserkochern etc. achten.
  • Nichts Heißes trinken, wenn man ein Baby oder Kind auf dem Schoß oder dem Arm hat.
  • Auf den hinteren Herdplatten kochen. Den Herd mit einem Herdschutzgitter sichern.
  • Heißwasserregler nie auf heiß stehen lassen. Wasserhähne mit einem Thermostat, der die Wassertemperatur auf 50°C begrenzt, sichern.

Noch mehr nützliche Tipps und weitere Informationen zum Thema finden Eltern in der Broschüre "Aktion Paulinchen – So schützen Sie Ihr Kind vor Verbrennungen und Verbrühungen“ von Paulinchen – Initiative für brandverletzte Kinder e.V., unter www.paulinchen.de.

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