Dein wirEltern-Newsletter

Alles über die Themen Schwangerschaft, Erziehung & Gesundheit

"Der Knubbel muss weg!"

Warzen bei Kindern behandeln

Der Grüffelo hat eine mitten im Gesicht. Shrek trägt sie am ganzen Körper. In Kinderbüchern und Märchen sind Warzen einfach nur lustige Knubbel. Doch in der Realität können die Wucherungen ganz schön schmerzen. So werden Kinder Warzen los.

"Warze alt. Warze kalt. Warze ab." Warzen sind kein Hexenwerk. Und doch wirken solche Zeilen zum "Warzen besprechen" eher wie Zauberei denn wie Medizin. Die Wirkung dieser Methode ist allerdings wissenschaftlich bestätigt – und das sogar mehrfach. 

Auch Teo würde seine Warzen am liebsten einfach "wegzaubern". Zwei Stück haben sich am linken Fußballen des Sechsjährigen eingenistet. Und selbst wenn die kleinen Punkte harmlos sind, so können sie doch sehr stören und sogar schmerzen. Teos Mutter probiert ein Hausmittel ihrer Oma aus: Kleine Zwiebelstücke 24 Stunden in Essig einlegen und über Nacht mit Pflastern auf die Warzen kleben. Ob das hilft? 

Wo kommen Warzen bei Kindern her?

Warzen sind gutartige Hautwucherungen, die sich am gesamten Körper ansiedeln können. Sie werden durch humane Papillomaviren (HPV) hervorgerufen, von denen es mehr als 100 Unterarten gibt. Da die Erreger über keinen eigenen Stoffwechsel verfügen, müssen sie in die Körperzelle eines Wirtes gelangen. Normalerweise ist die Haut gegenüber solchen Angriffen gefeit – ist das Immunsystem jedoch geschwächt oder wie bei Kindern noch sehr angreifbar, haben Warzen leichtes Spiel. 

Rissige oder durch Schweiß und Wasser aufgeweichte Haut begünstigt zudem das Eindringen der Übeltäter. Nach einer Inkubationszeit, die mehrere Monate dauern kann, verdickt und verhornt sich die Eintrittsstelle. Kratzt das Kind die Warze auf, breiten sich die Viren aus – die typischen "Herde" entstehen. Eine Ansteckung kann über direkten Hautkontakt erfolgen. Es ist aber auch möglich, dass die  Erreger indirekt – beispielsweise in Schwimmbädern oder über Türgriffe – übertragen werden. 

kinder! im Abo

kinder! setzt sich intensiv mit den erzieherischen und unterhaltenden Themen auseinander, die Eltern und Kinder interessieren und beschäftigen.

Mehr Infos

Warze ist nicht gleich Warze

Kinder bekommen es zumeist mit der sogenannten "gewöhnlichen Warze" zu tun. Die harten – manchmal schuppigen – Knötchen sprießen vor allem auf dem Handrücken und an den Fingern. Die gute Nachricht: Drängen sie nicht zu dicht an den Nagel, verursachen die Hautwucherungen keine Schmerzen.

Die ebenfalls sehr häufigen Dornwarzen oder Plantarwarzen sitzen an den Fußsohlen, sind meist grau-gelblich und von einer dicken Hornhautschicht umgeben. Schwarze, durch Blutungen bedingte Pünktchen sind charakteristisch für diese Typen. Dornwarzen empfinden Kinder beim Auftreten oft als unangenehm, da sie ähnlich wie ein Dorn nach innen wachsen.

Als Außenseiter gilt die Dellwarze: Streng genommen gehört sie nämlich nicht zu den Warzen. Die runden, durch ein harmloses Pockenvirus hervorgerufenen Erhebungen haben eine Delle in der Mitte und breiten sich meist rasch im Gesicht, am Hals und dem gesamten Rumpf aus.

Warzen behandeln: Ausdauer ist gefragt

Warzen ziehen sich häufig von selbst zurück. Das kann Monate oder sogar Jahre dauern. Experten raten, auf den Selbstheilungsprozess zu vertrauen – es sei denn, die Wucherungen belasten den kleinen Patienten. Und: Das Kind sollte sich dazu äußern dürfen, ob es etwas unternehmen möchte. 

Im Falle einer Behandlung ist es ratsam, möglichst schonende Methoden anzuwenden. Hier haben Eltern die Qual der Wahl: Apotheken- oder verschreibungspflichtige Lösungen, Salben oder Pflaster führen zur Ablösung der Warze oder verhindern die Virusvermehrung. Schleppende Erfolge sind dabei nicht ungewöhnlich. 

Ein lohnender Versuch ist auch, die Warze mit Schöllkraut oder einer Tinktur aus der Thuja-Pflanze zu behandeln. Der Hautarzt kann sehr hartnäckige Wucherungen lasern, mit flüssigem Stickstoff vereisen und mit einem scharfen Löffel entfernen, wobei gerade letztere Methode eventuell Narben hinterlässt und schmerzhaft sein könnte. 

Hausmittel gegen Warzen sind gut, Vorsorge ist besser

Dem sechsjährigen Teo haben die Zwiebelstücke nach einigen Wochen übrigens geholfen – er ist überglücklich, seine "Knubbel" los zu sein. Ob es nun tatsächlich an der Zwiebel-Essig-Mischung lag, ob der feste Glaube daran einen Placebo-Effekt bewirkt hat oder ob die Zeit einfach ihr Werk getan hat, bleibt bei dem erfolgreichen Ergebnis nebensächlich. Wichtiger ist, sich künftig gegen die kleinen Wucherungen besser zu schützen: Damit Warzenviren erst gar nicht zum Zug kommen, brauchen Kinder vor allem eine stabile Abwehr. Viel Bewegung an der frischen Luft und eine vitaminreiche Ernährung machen das Immunsystem der Kleinen fit. 

Da sich Warzenviren gerne in Schwimmbädern oder Turnhallen ausbreiten, ist hier besondere Vorsicht geboten. Jungen und Mädchen tragen dort am besten entsprechendes Schuhwerk, desinfizieren sich nach dem Aufenthalt sorgfältig Hände sowie Füße und benutzen ausschließlich das eigene Handtuch. Haben die Kleinen eine empfindliche Haut und neigen zu rissigen Stellen, ist regelmäßiges Eincremen ratsam. So haben fiese Warzen kaum mehr eine weitere Chance.

Teile diesen Artikel:

]