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Mythen-Check

Darf man Kinderohren mit Wattestäbchen reinigen?

Sicherheits-Wattestäbchen versprechen schonende und gefahrlose Reinigung von Kinderohren. Zu Recht?

Frau Dr. Behr, können Eltern die Ohren ihres Nachwuchses bedenkenlos mit Wattestäbchen reinigen?

Viele empfinden Ohrenschmalz als unerwünschten Schmutz und entfernen es so gründlich wie möglich – auch bei ihren Kindern. Dabei hat es eine wichtige Funktion: Es schützt die Haut und transportiert Staub und Hautschuppen aus unserem Ohr. Wattestäbchen schieben den Schmalz ins Ohr hinein; es trocknet ein und bildet einen Pfropf, der bei den nächsten Reinigungen weiter in Richtung Trommelfell wandern kann. Schmerzhafte Entzündungen und eine verminderte Hörfähigkeit können die Folge sein. Deshalb sollten Eltern auf Wattestäbchen – auch auf die vermeintlich sicheren "Sicherheitsstäbchen" mit verdicktem Wattebereich – zur Reinigung verzichten. Auch in Eigenregie angewendete Ohrduschen und -sprays sind tabu. Es ist völlig ausreichend, den äußerlich sichtbaren Ohrenschmalz mit einem Kosmetiktuch oder einem nassen Waschlappen zu entfernen. Dabei keine Seifen und Shampoos benutzen, sie greifen die natürliche Schutzschicht des Gehörgangs an. Mein Tipp: Ein Tropfen Babyöl weicht hartnäckiges, angetrocknetes Sekret in der Ohrmuschel auf, sodass es sich besser lösen lässt. 

Unsere Expertin:

Dr. Andrea-Mareen Behr, Fachärztin für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde in der Sternklinik in Bremen, www.sternklinik.net

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