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Kinderzähne mögen Möhren

Wie Kleine zahngesund essen können

Die ersten Zähnchen strahlen weiß und unversehrt aus dem kleinen Kindermund. Damit sie gesund bleiben, brauchen sie neben entsprechender Pflege auch helfende Mineralien. Dafür lässt sich viel tun – über eine zahngesunde Ernährung.

Mit dem ersten Geburtstag ist es meist soweit: Endlich hat der Nachwuchs genügend Milchzähne, um mit den Großen am Familientisch zu speisen! Für die Gesundheit seiner Ersten spielt jetzt die richtige Ernährung eine bedeutende Rolle: Einerseits liefert sie wichtige Nährstoffe, die über die Blutbahn zu den Zähnen gelangen. Andererseits wirken Speisen und Getränke in der Mundhöhle direkt auf die Zähne ein – hier gilt es, eine Kariesbildung zu vermeiden.

„Ausgewogene Mischkost“ lautet die Zauberformel für eine ausreichende Versorgung mit Mineralstoffen. Sie besteht aus reichlich pflanzlichen Lebensmitteln wie Vollkornbrot, Obst und Gemüse sowie aus genügend Milch und Milchprodukten wie Joghurt und Käse. In Maßen kommen tierische Produkte wie Fleisch, Fisch und Eier hinzu. Zuletzt beinhaltet sie einen sparsamen Umgang mit fett- und zuckerreichen Lebensmitteln. Die für die Zähne wichtigen Mineralien wie Kalzium und Phosphat sind in der ausgewogenen Mischkost hinlänglich vorhanden – in Deutschland sind fast alle Kinder über ihre Ernährung gut mit diesen Stoffen versorgt. Ebenso erhalten die meisten von ihnen bereits kurz nach der Geburt ein Vitamin D Präparat, so dass nur noch in sehr seltenen Fällen der Zahnschmelz aufgrund eines Vitamin D-Mangels nicht richtig ausgebildet ist.

Zahnfreundlich naschen

Auch wenn sich der Kariesbefall bei den Kleinen im Milchgebiss in den letzten zehn Jahren um 25 Prozent reduziert hat, ist heutzutage immer noch jedes zweite Kindergartenkind davon betroffen. Hauptgrund ist nach wie vor der Zucker: In der Mundhöhle wird der in den Lebensmitteln enthaltene Zucker von den Bakterien zu Säure zersetzt. Diese Säure greift den Zahnschmelz an, löst Mineralstoffe aus der Oberfläche heraus und führt kleine Defekte herbei. Gerade bei den Süßigkeiten können Eltern daher lenkend eingreifen, indem sie die Zuckermenge und die Häufigkeit des Naschens kontrollieren. Ständig über den Tag verteilt Süßigkeiten zu essen, schadet den Zähnen mehr als ein Dessert oder etwas Schokolade nach einer Hauptmahlzeit. Nach dem Naschen wichtig: Zähne putzen! Zudem sind zahnfreundliche Süßigkeiten mit Zuckeraustauschstoffen wie Sorbit oder Xylit eine gute Alternative für kleine Leckermäuler.

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Versteckt: Zucker in Getränken

Oft vergessen Eltern, dass auch Getränke Zucker enthalten. Bieten Sie Ihrem Kind daher möglichst Wasser und ungesüßte Tees an. Füllen Sie keine süßen Getränke in die Saugerflasche. Sonst umspült die zuckrige Flüssigkeit ständig die Zähnchen des Kindes, vor allem, wenn es oft trinkt – die so genannte Nuckelflaschenkaries ist eine mögliche Folge. Übrigens setzt auch der Fruchtzucker aus Saftschorlen den Zähnen zu. Verdünnte Säfte eignen sich somit ebenso nicht fürs Fläschchen. Am besten ist es, wenn der Sprössling mit ungefähr zwölf Monaten lernt, aus der Tasse oder dem Becher zu trinken.

Speichel repariert

Kauaktiv und den Speichelfluss anregend – so lassen sich zahngesunde Zwischenmahlzeiten beschreiben. Rohkost aus Obst und Gemüse wie Äpfel oder Mohrrüben können Sie Ihrem Nachwuchs ruhig immer wieder anbieten. Denn kräftiges Kauen stärkt die Muskulatur und den Zahnhalteapparat. Ebenso bildet sich dadurch vermehrt Spucke. Sie enthält mit Kalzium und Phosphat genau die Mineralien, die die Säuren vielleicht vorher aus dem Zahn herausgelöst haben. Der Speichel kann diesen Verlust wieder reparieren und den Zahnschmelz remineralisieren. Auch Fluoride spielen eine wichtige Rolle, um den Zahnschmelz zu härten. Sie wirken direkt am Zahn am besten. Deshalb: Nach dem Essen mit einer fluoridhaltigen Zahnpasta die Zähne putzen. Als einzige Ausnahme gilt, wenn die Kinder vorher etwas Saures gegessen haben. Dann ist der Zahnschmelz etwas erweicht und die Zahnbürste würde zuviel von ihm abreiben. Besser den Mund mit Wasser spülen und eine Stunde mit dem Putzen warten!


Prof. Dr. Ulrich Schiffner
Präsident der Deutschen Gesellschaft für Kinderzahnheilkunde

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