Interview mit einer "Läusebeauftragten"

"Bei Kopfläusen nicht panisch werden"

Nach den Sommerferien bringen die Kinder häufig ein Souvenir mit in die Schule: Kopfläuse. Karin Beyer, Erzieherin und „Läusebeauftragte“ an einer Förderschule, weiß, wie man die kleinen Plagegeister bekämpft.

wirEltern.de: Woher kommen die Läuse?

Karin Beyer: Diese Frage stellen mir meine Schüler auch immer wieder. Aber obwohl ich mich schon sehr lange mit Kopfläusen beschäftige, kann ich sie nicht beantworten – ich weiß nicht, wo die „Urlaus“ herkommt. Fakt ist aber, dass die Parasiten eine regelmäßige Blutmahlzeit benötigen und daher dauerhaft nur auf unseren Köpfen überleben können.

Wie können wir sie daran hindern?

Indem wir zunächst mal nicht panisch werden. Läuse sind zwar eklig, nervig und machen viel Arbeit, sie sind aber nichts Schlimmes und nichts, wofür man sich schämen muss. Denn mit mangelnder Hygiene haben sie nichts zu tun. Im Gegenteil: Auf frisch gewaschenen Köpfen fühlen sie sich sogar viel wohler. Wichtig ist, sich ein wirksames Mittel in der Apotheke zu besorgen, das alle Läuse und deren Eier, die Nissen, schon bei der ersten Behandlung abtötet, und dieses gemäß Packungsbeilage anzuwenden. Dann noch Sofa, Bett & Co. absaugen und Bettwäsche, Kuscheltiere, Kleidung – also alles, mit dem das Kind in Kontakt gekommen ist – bei 60 Grad waschen, schon ist das Problem gelöst. 

Und was tun Sie als Läusebeauftragte konkret?

Ich kontrolliere die Köpfe von Kindern in regelmäßigen Abständen – seit geraumer Zeit fast täglich. Denn wir haben Schüler, bei denen Kopfläuse der Regelfall sind. Weil wir die betroffenen Schüler inzwischen nicht immer nach Hause schicken wollen, behandeln wir sie, natürlich in Absprache mit den Eltern, vor Ort. Wenn wir darauf bestehen würden, dass die Kinder nur dann wiederkommen dürfen, wenn sie läuse- und nissenfrei sind, würden wir sie in der Schule wahrscheinlich nicht mehr wiedersehen. 

Hegen Sie eine besondere Sympathie für Läuse, oder warum wird man „Läusebeauftragte”?

Nein, das nun wirklich nicht. Ich kam dazu, weil ich durch meine über 20-jährige Berufserfahrung, damals auch in Kindergärten, ein ziemlich gutes Auge für das frühe Erkennen eines Läusebefalls entwickelt habe. Meine Kollegen waren deshalb davon überzeugt, dass ich die sogenannte „Läusebeauftragte“ bei uns werden sollte. Ich habe zugestimmt, da wir das Problem hier sehr häufig haben und sich jemand verantwortlich fühlen muss.

Unsere Expertin

Karin Beyer, sonderpädagogische Erzieherin und seit 2012 Läusebeauftragte an einer Förderschule, hatte selbst noch nie Kopfläuse, obwohl sie seit 20 Jahren immer wieder mit ihnen konfrontiert wird. 

 

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