Sprachen lernen Englisch lernen im Kindergarten

Viele Kinder nehmen inzwischen das Sprachangebot der Kindergärten in Anspruch. Doch: Was bringt Englischunterricht im Vorschulalter? Macht das wirklich Sinn?

Experten gehen davon aus, dass die Lernfähigkeit für Sprachen besonders im sehr jungen Alter sehr gut ist. Bis zu ihrem sechsten Lebensjahr, sprich, noch vor der Einschulung, lernen Kinder Sprachen besonders schnell. 

Da Englisch weltweit das Kommunikationsmittel überhaupt ist, setzen Kindergärten inzwischen auf das frühkindliche Erlernen dieser Sprache. In vielen Kindergärten wird die englische Sprache einfach in den alltäglichen Sprachgebrauch mit aufgenommen. So lernen die Kinder spielerisch innerhalb ihrer gewohnten Umgebung. Schreiben ist dabei erst einmal Nebensache.

Kinder, die mehrsprachig aufwachsen, entwickeln nachweislich häufiger ein Talent für Sprachen. Das sorgt dafür, dass sie später bei der Berufswahl freier sind. Zwar bemängeln Kritiker, dass die bilinguale Kindergarten-Erziehung zu Überforderung führen kann, da jedoch nicht, wie in der Schule, Pflichtstoff "durchgepaukt" werden muss, ist der Leistungsdruck sehr gering. 

Gelegentlich kann es vorkommen, dass die jungen Sprachschüler im Alltag das Englische mit ihrer Muttersprache vermischen. Dieses Problem gibt sich jedoch mit dem Englischunterricht nach Lehrplan ab der ersten Klasse, berichten Pädagogen.

Spielerisch lernen

"Wichtig ist es vor allem, den Kindern nicht zu viel abzuverlangen und auf ihre Entwicklung zu achten.", sagt Erzieherin Sandra H. "Wenn wir ihre Motorik fördern und ihre emotionale Entwicklung kindgerecht schulen, spricht für mich nichts dagegen, hier und da die englische Sprache mit einfließen zu lassen. Die Kinder sitzen ja nicht still am Tisch und lernen Vokabeln auswendig. Sie schnappen die Fremdsprache ganz nebenbei auf, während wir gemeinsam spielen. Wenn sie dann in die Schule kommen, sind sie schon ein bisschen vorbereitet und müssen nicht ins kalte Wasser springen."

Auch Mutter Anja hält viel vom Englischlernen im Kindergarten. "Meinem Sohn macht der Englischunterricht richtig Spaß. Und er macht sich gut!", berichtet sie. "Er ist jedes Mal stolz wie Bolle, wenn er mir wieder was erklären kann. Ich finde es schade, dass es das zu meiner Zeit noch nicht gegeben hat. Ich bin fast ein bisschen neidisch.", grinst sie.

Es bleibt letztendlich den Eltern überlassen, ob sie sich für die Teilnahme am Englischunterricht für ihre Jüngsten entscheiden. Wichtig ist auf jeden Fall, dass das Spielerische nicht auf der Strecke bleibt und die Kinder Kind sein dürfen. Es spricht im Grunde nichts gegen die Anmeldung in einem bilingualen Kindergarten. Die Kleinen bekommen dort die Möglichkeit, fürs Leben zu lernen, ohne vor hohe Anforderungen gestellt zu werden. 

Statische Vokabel- und Grammatikübungen machen im Vorschulalter sicher keinen Sinn.  Auch bringen feste Unterrichtsstunden wenig. Es spricht jedoch nichts dagegen, die Weltsprache Englisch schon früh kreativ in den Alltag mit einzubinden.

Autorin: Anne Reis

Die Kinder sollen die neue Sprache spielerisch lernen. Foto: GettyImages

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