Hochansteckend, aber meist harmlos

Kita-„Seuche“ Hand-Fuß-Mundkrankheit

Eltern von Krippenkindern kennen das: Kaum hat man das Kleine gut untergebracht, ist es auch schon ständig wieder zu Hause, weil es sich einen Infekt nach dem anderen aufgabelt. Eine besonders nervige Variante: Die Hand-Fuß-Mund-Krankheit.

 

Anfangen tut alles wie ein normaler grippaler Infekt: Das Kind ist schlapp, hat leichtes Fieber, Halsschmerzen und keinen Appetit. Nach ein bis zwei Tagen zeigt sich dann der typische Ausschlag: erst im Mundbereich, und zwar sowohl im Mund als auch um ihn herum, dann an Händen und Füßen. Aus den nicht juckenden, aber schmerzhaften roten Flecken werden nach kurzer Zeit Bläschen oder kleine Geschwüre. Das kann vor allem im Mund ganz schön wehtun, sodass die kleinen Patienten – meist sind Kinder unter zehn Jahren betroffen – nicht essen oder trinken mögen. Manchmal kommen auch Bauchweh und Übelkeit dazu.

 

„Brutstätte“ Kita – gute Hygiene beugt vor

Schuld an den unangenehmen Symptomen sind Erreger aus der Gruppe der Enteroviren, wie das Coxsackie-A-Virus oder Enterovirus 71. Diese sind zwar überall in der Umwelt verbreitet, können sich aber nur im Menschen vermehren. Übertragen werden sie durch Tröpfchen- und Schmierinfektion. Vor allem so lange der Ausschlag sichtbar ist, also etwa eine Woche lang, sind die Betroffenen sehr ansteckend. Aber auch danach können Erreger noch wochenlang beim Stuhlgang ausgeschieden werden. Kein Wunder also, dass in Kitas, wo die Kinder ständig Kontakt haben und die gleichen Toiletten benutzen, die Ansteckungsgefahr besonders hoch ist. Gute Hygiene auf Seiten der Einrichtung ist deshalb wichtig zur Vorbeugung. Aber auch Eltern können viel tun, indem sie ihre Kinder von klein auf zu sorgfältigem Händewaschen anhalten.

 

Oft führt kein Weg daran vorbei

Trotzdem gehört die scherzhaft auch „Maul- und Klauenseuche“ genannte Krankheit (mit der echten Rinderkrankheit gleichen Namens hat sie übrigens nichts zu tun) zu den Ärgernissen, um die man oft nicht herumkommt. Schon weil vier von fünf Infektionen symptomlos verlaufen und es deshalb zur Unterbrechung der Ansteckungskette oft nicht reicht, wenn sichtbar kranke Kinder zu Hause bleiben. Gerade bei älteren Kids und Erwachsenen bleibt die Hand-Fuß-Mund-Krankheit nämlich oft unbemerkt. Für Schwangere ist sie nach bisherigen Erkenntnissen nicht gefährlich. 

 

Meist verläuft die Krankheit milde

Zwar sollte man die kleinen Patienten vorsichtshalber dem Kinderarzt vorstellen, eine ursächliche Behandlung gegen die Virusinfektion gibt es jedoch nicht. In der Regel heilt sie nach mildem Verlauf innerhalb von sieben bis zehn Tagen von selbst aus, nur sehr selten können Komplikationen wie Gehirn- oder Hirnhautentzündungen auftreten.

Zur Behandlung werden in erster Linie schmerzlindernde und fiebersenkende Mittel wie Paracetamol (keine Acetylsalicylsäure bei Kindern!) eingesetzt sowie schmerzlindernde Gels oder Tinkturen für die Mundschleimhaut. Mag das Kleine nicht essen oder trinken, kann man es mit gekühlten, kohlensäurefreien Getränken und weichen, höchstens lauwarmen Speisen versuchen. Eiscreme, Pudding und Joghurts trösten dann über manchen Schmerz hinweg.

 

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