Kino-Tipp für Kinder "Kommissar Gordon & Buffy"

2019 steht der erste Kinobesuch mit deinem Kind an? Silke hat mit "Kommissar Gordon & Buffy" einen Kinderfilm entdeckt, der perfekt für kleine Kinogänger geeignet ist.

"Kommissar Gordon & Buffy" nach den Kinderbüchern von Ulf Nilsson und Gitte Spee.

"Schwedenkrimi für Kleine" lautet der Untertitel des Films. Ich gebe zu: Das macht mich neugierig! Krimis mag ich, solche aus Schweden besonders, und zwei "Kleine" habe ich zu Hause sitzen. Aber ob ein Krimi für sie wirklich das Richtige ist? Ich bin gespannt!

Verbrecherjagd für die Kleinsten

Der Kriminalfall, um den es geht, weckt sofort die Aufmerksamkeit meines Vierjährigen: Im Wald treibt sich ein Nüssedieb herum! Diebe jagen, fangen und einsperren – diese Thematik trifft voll in sein Herz (und passt zur liebevoll aufgebauten Lego-Polizeiwelt in seinem Kinderzimmer). Von Beginn an fiebert er daher mit, als Kommissar Gordon seinem Job nachgeht und sich auf die Suche nach dem Nüssedieb macht.

"Immer eins nach dem anderen"

Kommissar Gordon, das ist ein in die Jahre gekommener, gutmütiger Frosch. Er ist der ranghöchste und gleichzeitig einzige Beamte im Kommissariat des Waldes. Manchmal fällt ihm die Arbeit dadurch etwas schwer: Auf den Baum klettern und im Astloch nach Spuren suchen?

Das ist nichts für den arbeitsmüden Beinahe-Ruheständler. Er betrachtet den Tatort lieber vom sicheren Boden aus, in aller Ruhe – und ohne sich aus selbiger bringen zu lassen: "Wirst du noch lange untersuchen?", fragt ihn das um seine Nüsse bestohlene Eichhörnchen. "So lange es eben dauert", antwortet Gordon, und starrt weiter das Astloch an.

"Immer eins nach dem anderen", lautet eben das Arbeitsmotto des Kommissars. Und nach diesem Credo läuft auch die Geschichte: "Kommissar Gordon & Buffy" funktioniert mit einem einzigen Handlungsstrang. Keine parallelen Schauplätze, keine Szenen-Sprünge, keine Ortswechsel.

Das begeistert mich, denn mir fällt spontan kein vergleichbares Bildschirm-Beispiel ein, in dem die Geschichte trotz anhaltendem Spannungsbogen ähnlich ruhig und so leicht verständlich erzählt wird. Selbst eine Folge "Feuerwehrmann Sam" bringt in 20 Minuten stets zwei parallel laufende Handlungen unter, die die jungen Zuschauer (zumindest die, die ich zu Hause habe) nicht immer auf Anhieb zusammenbringen können.

Es wird so lange ermittelt, wie es eben dauert. Foto: Eksystent Distribution

Spannung ohne Grusel

Ruhe bringen auch die Bilder selbst mit sich: Immer wieder werden einfach nur Szenen aus dem Wald gezeigt, ohne handelnden Personen, unterlegt von leiser Musik. Den Kindern bleibt Zeit, das eben Gesehene zu verarbeiten, ehe der nächste Dialog startet. Spannend bleibt es dennoch: Als Gordon die junge Maus Buffy kennenlernt und sie sich von der Verdächtigen zur Kollegin und potenziellen Nachfolgerin mausert, fiebert mein Sohn auf der Sofakante mit. Ich sehe das Funkeln in seinen Augen und spüre die Begeisterung: Die kleine Maus Buffy lebt ganz offensichtlich den Traum eines Vierjährigen.

Ein weiterer Pluspunkt, den ich "Kommissar Gordon & Buffy" hoch anrechne: Anders als in den typischen Disney-Filmen gibt es keinen übertrieben dargestellten Bösewicht, der selbst bei einer Altersfreigabe ab null Jahren für Alpträume sorgt. Der einzige Böse ist der Fuchs, der allein dadurch bedrohlich wirkt, dass er den Film über stumm bleibt – und letztlich doch nicht gefangen wird, sondern weiterhin im Wald umherstreunt.

Spannung ohne Grusel. Foto: Eksystent Distribution

"Tiere im Wald fressen sich nun mal gegenseitig"

"Bei 'Kommissar Gordon & Buffy' sind wir schließlich in einem Wald und es sind nun einmal Tiere, die sich hin und wieder auch gegenseitig fressen", erklärt Regisseurin Linda Hambäck den Gedanken dahinter.

In diesem Film frisst der Fuchs allerdings niemanden, noch nicht einmal der Nussdiebstahl und die später im Film vermissten Kinder gehen auf seine Kappe – beide Verbrechen klären sich deutlich harmloser auf. Und so entdeckt selbst der alteingesessene Kommissar Gordon am Ende noch eine unerwartete Wahrheit und muss seine Vorurteile gegenüber dem Erzfeind in Frage stellen.

Fazit

"Kommissar Gordon & Buffy" ist ein wunderschönes Filmerlebnis für kleine Kino-Gänger und ihre Eltern. Mit einer Dauer von 65 Minuten überfordert er die jungen Zuschauer nicht. Der Blick auf die große Leinwand allein ist für Kinder ein Abenteuer, dieser Film macht es zu einem besonders schönen. Der Film lehrt Toleranz und erkundet, was es heißt, neue Herausforderungen in Frage zu stellen. Und aus meiner Sicht macht er das auf großartige Art und Weise.

"Kommissar Gordon & Buffy" (nach den Kinderbüchern von Ulf Nilsson und Gitte Spee) startet am 28. Februar.

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