Wie ein Schulranzen entwickelt wird Kinderreporter Fynn besuchte den Schulranzen-Hersteller Scout

Er soll sicher und praktisch sein – und natürlich auch cool aussehen. Das ist besonders den Schulkids wichtig.

Unser Junior-Reporter hat beim renommierten Hersteller Scout den Entwicklern über die Schulter geschaut.

Die Evolution des Schulranzen

Den hatte meine Mama auch schon und die ist 46 Jahre“, freut sich Fynn. Gut nachzuvollziehen, denn immerhin haben mittlerweile 40 Generationen „Erstklässler“ mit der Traditionsmarke Scout einen zuverlässigen Begleiter zur Schule gefunden. Doch bis so ein Scout auf dem Rücken eines Schülers landet, ist beim Hersteller viel Kreativität, Innovationskraft und Erfahrung gefragt. Wir haben den Marktführer im pfälzischen Frankenthal besucht, um mehr über echte Scouts in Erfahrung zu bringen.

Im Showroom sind sie wie Zinnsoldaten aufgereiht - Modelle von der ersten Stunde im Jahr 1975 bis heute. Zu Beginn wirken die Ranzen noch eher unspektakulär und quadratisch, dann werden sie immer farbenfroher, funktionaler, ergonomischer und rundherum sicher. Eine echte Design-Zeitreise eben. 

Für Fynn beginnt hier die eigene aufregende Reise von der Idee bis zur Entstehung eines echten Scout. Welche Motive, welche Farben die Scout-Kollektionen prägen, das hängt ganz von den aktuellen Design-Trends ab, erfährt unser Kinderreporter. Ganz nebenbei wird Fynn auch gleich selbst zum Schulranzen- und Federmäppchen-Designer. Doch bei den Frankenthalern kommt es nicht ausschließlich auf cooles Design an. Damit der Schulranzen auch richtig sitzt, lange hält und vor allem das Kind im Straßenverkehr immer gut sichtbar ist, stehen Qualität und Sicherheit bei Scout ganz hoch im Kurs. 

Deshalb werden die einzelnen Scout Modelle im Werk immer wieder getestet und beispielweise extrem kalten Temperaturen ausgesetzt oder von einer bestimmten Höhe auf den Boden geworfen. Ein paar dieser Tests übernimmt Fynn freudestrahlend gleich selbst. Eines ist am Ende unserer Stippvisite klar: Bis ein echter Scout mit dem firmeneigenen Siegel „100 % Sicherheit“ auf die Straße geschickt wird, ist es ein langer, aber unglaublich interessanter Weg.


Designer unter sich

Die Produktdesignerin Finnja Anders zeigt Fynn den Ranzenkonfigurator auf der Webseite des Unternehmens. Unser Kinderreporter wird nun selbst zum Federmäppchen-Designer. Und wie soll es anders sein: der Fußball dominiert und am Ende hält Fynn sein eigenes Mäppchen in Händen. Übrigens kann jedes Kind auf der Scout-Webseite zum Schulranzen-Designer werden und dann stolz zu Schulbeginn seine Eigenkreationen vorführen.

Die Muster werden zugeschnitten

Ein echter Scout besteht aus ganz schön vielen Einzelteilen. Neben Gurten, Schloss und anderen Details sind das vor allem verschiedene Stoffe: diejenigen, die mit dem Dessin des Schulranzens bedruckt sind – und andere, die für die Sicherheit sorgen. Fluoriszierende „Neonfarben” leuchten am Tag und in der Dämmerung, in der Dunkelheit wirft retroreflektierendes Material auftreffendes Licht, z. B. von einem Autoscheinwerfer, zurück. Gewappnet mit Schere und Maßband, schneidet Fynn hier eine Warnfläche zu. Dabei ist Konzentration gefragt, schließlich muss jeder Schnitt sitzen. Die beiden Profis Andrea Müller und Svetlana Frühauf zeigen dem 10-Jährigen, worauf es beim Musterschnitt besonders ankommt.

Zusammennähen mit Präzision​

„Wow, geht das schnell!“, staunt Fynn, als die Nähmaschine durch den robusten Stoff rattert.  Unter den geübten Händen der Musterscheiderin werden die Einzelteile des Schulranzens mit der Nähmaschine zu einem farbenfrohen Ganzen verbunden. Hier ist Präzision gefragt, denn die Nähte müssen viel aushalten. Und weil Scout größten Wert auf Qualität legt, gibt’s auf jedes Produkt anstelle der gesetzlich vorgeschriebenen 2 Jahre noch ein zusätzliches Jahr Garantie oben drauf.

Stresstest für den Ranzen​

Scouts müssen einiges aushalten. Den Stresstest übernimmt Fynn gleich selbst und hebt und senkt den mit knapp fünf Kilo
bepackten Scout wie ein Profigewichtheber. Nach einigen Hüben macht er dann doch erst mal eine Trinkpause im Lager auf fertig gepackten Kartons. Die Scout-Testmechanik macht derweil weiter und schafft im Laufe des Tages noch ihre 10.000 Einheiten – die Gurte und Halteschlaufen halten problemlos.

Einfach mal  loslassen

Beim Bruchtest lässt ein Mitarbeiter – hier mal unser Junior-Reporter –  einen Scout von oben, von der Seite und flach runterfallen – und zwar mit einem Gesamtgewicht von sechs Kilogramm. Der sogenannte Eckfalltest, der sogar die strengen Kriterien der Schulranzen-Norm DIN 58124 übertrifft, ist bei Scout ebenfalls Pflicht. Am Ende darf keine Naht gerissen, keine Strebe verbogen oder der Verschluss demoliert sein. Nichts ist passiert – der Ranzen hat wieder durchgehalten.

Der extreme Kältetest

Im Testlabor steht sogar eine Gefriertruhe und die ist mit echten Scouts gefüllt. Die Leute bei Scout haben wirklich an alles gedacht. Denn wenn es auf dem Weg zur Schule Minusgrade hat, muss das Material des Ranzens auch noch im erkalteten Zustand bruchfest sein. Deshalb werden die Ranzen im Testlabor mit Hilfe der Gefriertruhe auf -18 C° gekühlt und durchlaufen dann ebenfalls die Teststrecke. Damit die  -18 C° auch wirklich eingehalten werden, überprüft Fynn erst mal die Temperatur.


Was bedeutet eigentlich Scout?

Geschäftsführer Frank A. Walter erklärt Fynn, was einen echten Scout ausmacht. Alle Modelle haben eines gemeinsam, sie stehen für 100 Prozent Sicherheit auf dem Schulweg. Denn bei der Entwicklung jedes Schulranzenmodells hält sich die Firma Scout strikt an die „Schulranzen-Norm“ DIN 58124. Hier die Fragen des Interviews unseres Kinderreporters: 

Fynn: Was bedeutet eigentlich „Scout“?
Frank A. Walter: Als im Jahr 1975 die Marke entwickelt wurde, haben wir natürlich auch nach einem Namen gesucht. Damals waren wir Deutschen sehr von Amerika fasziniert und vieles wurde für Deutschland übernommen. Der englische Begriff „Scout“ bedeutet ja „Pfadfinder“. Wir waren davon überzeugt, dass dieser Begriff genau der Passende für das Produkt ist.

Machen Sie etwas für die Umwelt?
Frank A. Walter:
Im Bereich Umweltschutz geht es u. a. darum, sich für die Entwicklung umweltfreundlicher Technologien zu engagieren, die Verwendung von gefährlichen Chemikalien und Substanzen zu vermeiden und durch hohe Produktqualität die Wiederverwendungsquote zu steigern.  

Macht Ihnen Ihre Arbeit eigentlich Spaß?
Frank A. Walter:
Klar, wir bringen jedes Jahr immer wieder neue tolle Scout-Kollektionen auf den Markt. Tolle Produkte entstehen nur, wenn auch ein motiviertes und nettes Team dahinter steht. Und genau das haben wir hier in Frankenthal bei Scout. Außerdem macht es unglaublich viel Spaß, Produkte zu entwickeln, die Kinder glücklich machen und gleichzeitig noch Sicherheit, Qualität und Innovationscharakter vereinen. 

Wie sind Sie Chef von Scout geworden?
Frank A. Walter:
Nach BWL-Studium und einigen anderen beruflichen Stationen, bin ich vor 14 Jahren zu Scout gekommen. Hier war ich 12 Jahre Verkaufsleiter, vor knapp 2,5 Jahren wurde ich dann einer der Geschäftsführer. 

Was planen Sie aktuell für die Zukunft?
Frank A. Walter: Wir sind Kooperationspartner von „schutzranzen.de“. Hier geht es darum, den Schulweg für Kinder über eine App sicherer zu machen. Das ist eine wirklich innovative Geschichte, bei der wir uns vermehrt einbringen werden.


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