Auf die Sprünge geholfen

Bessere Noten dank Nachhilfe

Nachhilfe soll die Versetzung sichern. Schülerinnen und Schüler profitieren aber noch in anderer Form von dem Extra-Unterricht.

Felicitas bringt schon die zweite Fünf in Mathe nach Hause. Und das, obwohl Vater Rolf Zehnthoff, ein Ingenieur, ausgiebig vor der Klassenarbeit mit ihr gelernt hat. Traurig „beichtet“ die Viertklässlerin ihren Eltern die schlechte Zensur. Die sind natürlich zunächst bestürzt, sehen aber ein, dass ihre Tochter mit Papas Hilfe allein nicht weiterkommt. „Wir werden uns jetzt nach professioneller Nachhilfe umschauen, damit Felicitas die Versetzung und den Übergang auf die weiterführende Schule schafft“, sagt Rolf Zehnthoff.

Für besseren Lernerfolg

Wie die Zehnthoffs schicken viele Väter und Mütter ihren Nachwuchs zur Nachhilfe – oft schon in der Grundschule. Der Jugendstudie „Appsolutely Smart!“ zufolge, bei der insgesamt 6.000 Jugendliche aus Nordrhein-Westfalen befragt wurden, erhält jeder fünfte zwischen zehn und 18 Jahren Nachhilfeunterricht. Laut einer repräsentativen Umfrage von Forsa im Auftrag von Scoyo und dem Studienkreis die wenigsten allerdings, weil sie wie die Zehnthoffs die Versetzung ihres Nachwuchses gefährdet sehen (9 Prozent). 64 Prozent der Eltern nennen besseren Lernerfolg als Grund, gleich dahinter rangieren bessere Zukunftsaussichten (62 Prozent). „Schülerinnen und Schüler sind heute sehr ehrgeizig und wollen im Abschlusszeugnis gute Noten erreichen“, sagt die Vorsitzende des Bundesverbands Nachhilfe- und Nachmittagsschulen (VNN) e. V. Dr. Cornelia Sussieck. Hagelt es wie bei Felicitas ein „Mangelhaft“, so ist das nach Meinung der Expertin ein deutliches Zeichen, dass das Kind in der Schule den Anschluss verpasst hat. „Jungen und Mädchen mit schlechten Zensuren kann der Extra-Unterricht helfen, den Stoff individuell und gezielt aufzuarbeiten und Tipps zu geben, wie das Kind seine Aufgaben besser plant, um nicht wieder den Anschluss zu verpassen.“

Allein oder in der Gruppe, online oder offline?

Nachhilfeangebote gibt es wie Sand am Meer. Ob per Webcam vom heimischen Schreibtisch aus oder vis-à-vis, allein oder in der Gruppe: Die Nachhilfe muss zum Kind passen – und: Der Nachhilfelehrer muss qualifiziert sein. Dr. Sussieck: „Eltern sollten die Nachhilfeschule kritisch prüfen und sich nicht von vollmundigen Erfolgsgarantien blenden lassen. Ein Garantieversprechen ist ohnehin nicht möglicht.“ Auch bei besonders günstigen oder Gratisangeboten rät der VNN zur Vorsicht. Unabdingbar sei zudem, das Gespräch mit dem Klassenlehrer in der Schule zu suchen. Fakt ist: Notenverbesserung erreicht man nur durch regelmäßigen Zusatzunterricht. Schülerinnen und Schüler, die ihre Noten deutlich steigern wollen oder müssen, sollten ein- bis zweimal pro Woche individuelle Förderung in Anspruch nehmen bis sie ihr Ziel erreicht haben – und noch etwas darüber hinaus, um das Erreichte zu festigen. Jungen und Mädchen, die nur punktuell Hilfe benötigen, zum Beispiel zur Vorbereitung auf eine Klassenarbeit oder eines Referats, sollten sich einige Wochen zuvor von einem Nachhilfe-Coach Unterstützung holen. Gruppenunterricht kostet dabei etwa 100 bis 180 Euro pro Monat (hängt davon ab, ob ein- oder zweimal 90 Minuten pro Woche); Einzelunterricht kostet meist zwischen 20 und 30 Euro pro 45 Minuten Unterrichtseinheit.

Das Kind unterstützen  

Bei aller Dringlichkeit: Eltern sollten nichts überstürzen. „Schulische Entwicklung braucht Zeit“, weiß Dr. Sussieck. „Mit ‚Feuerwehrmaßnahmen’ sind nicht nur die Kinder überfordert, sondern auch die Nachhilfelehrer. Geld für solche kurzfristigen Maßnahmen auszugeben, halte ich daher nicht für sinnvoll.“ Versäumnisse von längeren Zeiträumen bedürfen einer soliden Aufarbeitung – und: der Unterstützung von Papa und Mama. Dr. Sussieck: „Eltern sollten ihr Kind für den Extra-Unterricht motivieren und nachfragen, was es dort gelernt hat.“ Felicitas geht nun einmal pro Woche zur Nachhilfe. Für die nächste Mathearbeit fühlt sie sich gut gewappnet.

Nachhilfe-Anbieter

Scoyo

Online-Lernplattform (Lerngeschichten, Übungen, Tests) für Schülerinnen und Schüler bis zur siebten Klasse, TÜV geprüft, und zertifiziert durch die FSM (Freiwillige Selbstkontrolle Multimedia), www.scoyo.de

 

Lernwerk

Einzelunterricht am Standort Berlin und Potsdam sowie deutschlandweit online, www.lernwerk.de

 

Studienkreis

Einzelunterricht (auch online) und in Kleingruppen, Spezialkurse, fast alle Niederlassungen sind TÜV zertifiziert, www.studienkreis.de

 

Tutoria

Einzelnachhilfe zu Hause und online, richtet sich auch an Studenten, Erwachsene und Business Kunden, mehr als 20.000 Nachhilfelehrer, www.tutoria.de

 

Schülerhilfe

In Kleingruppen, vermittelt neben schulischem Wissen auch methodische und soziale Kompetenzen wie Pünktlichkeit, Verlässlichkeit etc, www.schuelerhilfe.de

 

Abacus

Einzelnachhilfe zu Hause, selbst das kostenlose Beratungsgespräch findet in den heimischen vier Wänden statt, www.abacus-nachhilfe.de

Darüber hinaus gibt es zahlreiche inhabergeführte Schulen und Institute, viele davon sind Mitglied im VNN. Schule finden: www.nachhilfeschulen.org

 

Checkliste Nachhilfe zum Download

 

Unsere Expertin

Dr. Cornelia Sussieck, Vorsitzende des Bundesverbands Nachhilfe- und Nachmittagsschulen (VNN) e. V., www.nachhilfeschulen.org

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