So saftig Wir backen uns das perfekte Pausenbrot

Was kommt dabei heraus, wenn eine Bäckerei mit Kindern ein Pausenbrot entwickelt? Jede Menge Spaß, Begeisterung – und Mehlstaubwolken.

"Das ist der beste Tag der Woche“, strahlt Feenja. Schließlich standen für sie und ihre 19 Mitschüler heute Rühren, Kneten, Staunen auf dem Stundenplan statt Deutsch und Mathe. Und der Unterricht fand auch nicht – wie üblich – im Klassenzimmer in der Grundschule Ostrhauderfehn statt, sondern gut 40 Kilometer entfernt in Garrel bei Oldenburg. Lieken Urkorn, der Spezialist für Schnitt- und Vollkornbrot, hatte zum „Brot-Camp 2016“ eingeladen. Das Los fiel auf die Drittklässler aus Ostfriesland. Und auf die wartete keine leichte Aufgabe, denn: Gesucht wurde das perfekte Pausenbrot. 

Viele Brote und Brötchen landen im Müll

Laut einer Umfrage unter 930 Käufern der Brotmarke bekommen 94 Prozent der Kinder zwischen sechs und 17 Jahren ein Schulbrot. „Bei den Sechs- bis Neunjährigen sind es sogar 100 Prozent. Doch nicht all diese Brote werden verzehrt, sondern teilweise wieder mitgebracht, oder sie landen tasächlich im Müll“, sagt Katharina Frerichs, Marketing-Direktorin bei der Großbäckerei in Garrel. 21 Prozent der deutschen Haushalte werfen sogar wenigstens einmal in der Woche Brot oder Brötchen weg.

 

Gründe genug für das Lieken-Team, ein Pausenbrot zu entwickeln, das die Kinder wirklich mögen. Gar nicht so einfach, denn hier stehen sich zwei „Lager“ gegenüber: Auf der einen Seite die Mütter – sie wünschen sich eine gesunde, ausgewogene Ernährung. Auf der anderen Seite: die Kinder. Bei ihnen lautet das wichtigste Kriterium: „Lecker muss es sein“. Auf die Frage, wie sie ihr Brot am liebsten essen, antworteten einige der Schüler beim Brot-Camp: „mit Apfelmus“, „mit Schokolade und Gummibären“ oder „mit Eis und Salz“ – der Albtraum aller Eltern! 

Zwei Brote kamen in die engere Wahl

Ein Jahr dauerte die Vorbereitungsphase, in der Kombis wie Schoko-Banane oder Apfel-Kokos ausprobiert wurden. Übrig blieben zwei Kandidaten: ein Weizenbrot, ballaststoffreich wie ein Vollkornbrot und dabei weich und saftig sowie ein Kinder-Vollkornbrot mit 50 Prozent Weizenvollkornmehl und Sonnenblumenkernen. Dann war es an Feenja und ihren Klassenkameraden zu entscheiden, welches Pausenbrot bundesweit in Produktion gehen sollte. Vorher wurde aber mit Philipp Münstermann, Produktentwickler von Lieken Urkorn, Warenkunde gepaukt: Wie wird Korn zu Mehl? Was sind Ballaststoffe?  

 

Die Kinder haben entschieden

Endlich war es so weit: weißen Kittel an, rote Haube auf und los ging’s. Philipps Kollegen halfen beim Abwiegen der Zutaten. Das erste Rühren übernahm die Maschine, dann durften die Schüler die Hände in Mehl tauchen und kneten. Jetzt den Teig in die Form und ab in die „Brotsauna“ – Angelinas Erfindung für den Gärraum. Die Wahl fiel dann nach dem Backen einstimmig aus: „Mampfred“, saftig-weich wie Kinder es lieben und ausgewogen wie Eltern es gern hätten. 

 

 

 

Interview mit Philipp Münstermann, Produktentwickler von Lieken Urkorn und gelernter Bäcker. 

wirEltern.de: Mütter schmieren morgens Vollkornbrot, die Kinder bringen es wieder mit zurück. Woran liegt das?

Philipp Münstermann: Bei einer Marktforschung gaben 50 Prozent der Befragten an, dass ihnen beim Pausenbrot eine gesunde Ernährung am wichtigsten ist. Das Brot soll viele Vitamine und Ballaststoffe enthalten. Kleine Kinder, die den Unterschied zu Mischbrot noch nicht kennen, essen am ehesten Vollkornbrot. Erst wenn sie größer sind, merken sie bewusst, was sie da im Schulranzen haben.

Worauf legen Schulkinder denn Wert bei der Wahl des richtigen Brotes?

Kinder mögen keine Kruste. Sie ist ihnen zu hart, und die dunkel gebackene Oberfläche schmeckt für sie verbrannt. Und klassisches Vollkornbrot empfinden sie als sauer. Je älter die Kinder sind, desto öfter machen sie sich ihr Brot für die Schule selbst. Und sie greifen dann eher zu weichen Weizenbroten.

Was haben die Kinder am liebsten auf ihrem Schulbrot?

Unsere Marktforschung hat ergeben, dass Käse mit fast 90 Prozent vorn liegt, knapp dahinter: Wurststullen. Überraschenderweise kam Süßes wie Nussnugatcreme gar nicht so gut weg. 43 Prozent nehmen den Aufstrich mit in die Schule, bei Marmelade sind es sogar nur 34 Prozent.

Wie bleibt Brot länger frisch?

Auf keinen Fall gehört es in den Kühlschrank. Am besten bei Raumtemperatur in einem dunklen Behälter aufbewahren. Und die Scheiben immer mit sauberen Fingern entnehmen. 

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