Kummer in der Kita Wann es sinnvoll ist, die Kita zu wechseln

Wenn sich ein Kind nicht wohlfühlt, geraten Eltern ins Grübeln. Wann ist es gut, die Kita
zu wechseln? Wann schadet es?

Beim Kennenlernen schien alles perfekt. Die Kita, die Mama und Papa für ihre dreijährige Tochter Luisa ausgesucht hatten, lag um die Ecke. Das Konzept gefiel den Eltern. Die Erzieher erschienen kompetent, und Luisa spielte sich beim Schnuppernachmittag gleich in der Puppenecke fest. Nach vier Wochen im Kindergarten sieht inzwischen alles ganz anders aus. Luisa hat sich verändert. Sie weint viel, hängt zu Hause an den Eltern, mag nicht mehr alleine in ihrem Zimmer einschlafen. Morgens will sie nicht in die Kita. Einmal sagte sie sogar, sie sei krank, konnte aber nicht sagen, was sie hat. Für die Mutter ein Zeichen dafür, dass etwas nicht stimmt. 

Versprechungen wurden von der Kita nicht eingehalten

Die Erzieher können sich das nicht erklären. Sie haben bisher nichts Auffälliges beobachtet, sagen sie. Luisa sei eben ein zurückhaltendes Kind, und am Anfang hätten viele Schwierigkeiten. „Die kennen Luisa ja auch noch nicht so gut wie wir“, berichtet Luisas Mutter. Die Eltern fragen sich: Was steckt dahinter? Schließlich kann es auch andere Ursachen haben, wenn sich ein Kind verändert. Luisa selbst findet die Kita doof, „weil Mama da nicht ist“. Klar, das Abnabeln ist nicht einfach. Aber ein solches Problem würde die Kleine in jeder anderen Einrichtung auch haben.

Schlimmer: Den Eltern missfallen mittlerweile einige Dinge. Eine feste Bezugsperson für Luisa, wie sie ihnen versprochen wurde, gibt es nicht. Erzieher fehlen häufig. Manchmal kommen Vertretungen, manchmal übernehmen Prakti-kanten die Aufgaben. Einige sehr laute Kinder dominieren die Gruppen – und niemand greift ein. Freundinnen hat Luisa offenbar nicht. „Ich spiele immer alleine“, sagt sie zu Hause. In Anbetracht ihres schlechten Gefühls überlegen Luisas Eltern, die Kita zu wechseln. Ist das sinnvoll? 

Kitawechsel - ja oder nein? So triffst du die richtige Entscheidung

Wenn mit dem eigenen Kind etwas nicht stimmt, sollten Eltern immer aufmerksam sein. Schließlich können kleine Kinder noch nicht von Problemen oder Schwierigkeiten berichten, weil sie ihnen oft gar nicht bewusst sind. Sie drücken ihre Not anders aus: „Ich habe Bauchweh – ich will da nicht hin – Mama, du sollst mitkommen – die anderen Kinder sind blöd.“ Häufig ziehen sie sich zurück, brechen schnell in Tränen aus, machen wieder ins Bett, wirken unzufrieden und ängstlich. Eltern denken dann über einen Kitawechsel nach. Doch bevor sie ernsthaft einen anderen Platz suchen, sollten sie ein paar Dinge beherzigen: 

 

  • Geduld aufbringen. Wer vorschnell von einem Tag auf den anderen alle Zelte abbricht, schadet dem Kind vielleicht, weil die gleichen Probleme in der nächsten Kita wieder auftauchen. Eine Eingewöhnung kann bis zu einem halben Jahr dauern.
  • Nach den Ursachen suchen. Gibt es vielleicht andere Ursachen? Ist das Kind krank? Schläft es schlecht? Ist es tagsüber müde? Hatte es belastende Erlebnisse?
  • Beobachtungen machen. Wenn Eltern den Erziehern nicht trauen, können sie ihr Kind selbst beobachten. Zum Beispiel beim Abholen. Spielt es mit anderen? Oder wartet es nur darauf, geholt zu werden?
  • Wo sind Bezugspersonen? Wenn das Kind – vor allem am Anfang – oft wechselnde Bezugspersonen hat, dürfen Eltern ruhig nachfragen, insbesondere wenn ihnen feste Ansprechpartner ver- sprochen wurden.
  • Gespräche führen. Helfen Gespräche mit den Erziehern nicht weiter, ist auch eine Unterredung mit der Kitaleitung oder ein Besuch bei einer Familienberatungsstelle sinnvoll.
  • Kein Anschluss? Haben Eltern das Gefühl, dass ihr Kind keinen Anschluss findet, sollten sie nachfragen, ob Erwachsene ihm bei der Integration helfen können.
  • Nebenbei nachfragen. Kinder erzählen auf Nachfrage oft nichts Konkretes. Beim Spielen oder Malen hingegen kommt man leichter ins Gespräch.
  •  Erst mal die Gruppe wechseln. Nach dem Eingewöhnen wird’s schwerer mit dem Wechsel. Vielleicht gibt es eine andere Gruppe in derselben Einrichtung, in der das Kind besser zurechtkommt? 
  • Wenn nichts mehr geht. Die Fronten sind hoffnungslos verhärtet? Die Eltern haben alles versucht und glauben, dass gar nichts mehr zu retten ist? Dann kann ein Wechsel eine Chance sein. 

wirEltern.de - Newsletter

Gewinnspiele und deine Themen. Jede Woche neu.