Die ganze Wahrheit

Die 11 größten Läuse-Lügen

Kopfläuse sind besser als ihr Ruf. Naja, oder zumindest nicht ganz so schlecht. Unsere Autorin Silke hat Läuse-Detektivin gespielt und für wirEltern.de elf Unwahrheiten über die ekligen Krabbeltiere.

Lüge Nummer 1: Wer Läuse hat, ist eklig und unbeliebt.

Die gemeinste Lüge von allen. Läuse übertragen sich direkt von Kopf zu Kopf. Wer viele Freunde hat, mit denen er beim Spielen im wahrsten Sinne die Köpfe zusammensteckt, hat eine erhöhte Ansteckungsgefahr. Zum Läuse-Opfer werden also in der Regel gerade nicht die Außenseiter – sondern die besonders beliebten Kinder mit großem Freundeskreis.

Lüge Nummer 2: Wer Läuse hat, wäscht sich nicht.

Ein Witz unter Kinderärzten geht so: Wer sich oft die Haare wäscht, hat besonders saubere Läuse. Ob die Haare frisch gewaschen sind oder vor Fett triefen, ist der Kopflaus nämlich vollkommen egal. Und los wird man sie mit normalem Shampoo übrigens auch nicht. 

Lüge Nummer 3: Läuse werden über Mützen, Bürsten und Kuscheltiere übertragen.

Ist theoretisch zwar möglich, kommt aber praktisch so gut wie nie vor. Eine australische Studie hat gezeigt: Kein Kind bekommt Läuse, weil es die Mütze eines verlausten Freundes aufgesetzt hat. Die Krabbler werden meist ausschließlich von Kopf zu Kopf übertragen. Schockfrosten von Bürste, Teddy & Co. in der Tiefkühltruhe oder Eintüten sind nicht notwendig. Reinigen beziehungsweise Waschen genügt. 

Lüge Nummer 4: Läuse springen von Kopf zu Kopf.

Die Parasiten können weder springen noch fliegen. Aber: ziemlich schnell rennen. Schon ein kurzer Kontakt mit einem verlausten Schopf genügt, und die Blutsauger machen es sich auf ihrem neuen Wirt bequem.

Lüge Nummer 5: Läuse lieben dickes, dunkles Haar.

Ob Blond, ob Braun: Die Haarfarbe und -struktur ist Kopfläusen herzlich egal. Hauptsache sie bekommen frisches Blut!

Lüge Nummer 6: Läuse machen krank.

Ja, die Viecher jucken ganz schön. Und wer zu doll kratzt, kann damit Ekzeme verursachen. Grundsätzlich haben Kopfläuse aber ein gesteigertes Interesse an einem gesunden Wirt. Immerhin saugen sie sein Blut. Und die Erreger von Fünf-Tage-Fieber und Fleckfieber, die die Parasiten ins Blut abgeben könnten, gibt es in Industrieländern wie Deutschland so gut wie nicht mehr.

Lüge Nummer 7: Reden ist Silber, Schweigen ist Gold.

Eltern sind gesetzlich verpflichtet, den Läusebefall umgehend der Schule oder dem Kindergarten zu melden! Nachdem sie bestätigt haben, dass sie die Behandlung erfolgreich (!) durchgeführt haben, darf der Nachwuchs wieder die Einrichtung besuchen. Eine offene Kommunikation mit der Kita oder der Schule ist wichtig, damit die Kinder die ekligen Kopfläuse schnell und nachhaltig loswerden. 

Lüge Nummer 8: Haustiere sind Läuseschleudern.

Keine Sorge: Waldi, Hasi & Co. übertragen garantiert keine Läuse auf den Menschen. Von den weltweit rund 3.500 Läusearten haben sich nur drei auf uns Menschen festgelegt: die Filzlaus, die Kleiderlaus und eben die Kopflaus. Im Fell eurer tierischen Lieblinge versteckt sich keine davon.

Lüge Nummer 9: Hausmittel wirken Wunder. 

Omas Hausmittelchen können vielleicht Warzen und Ohrenschmerzen vertreiben. Den fiesen Läusen aber können sie nichts anhaben! Mayonnaise, Öl, Spiritus, stundenlanges Föhnen – bringt alles nichts; ein richtiges Läusemittel muss her! Die Zeitschrift Öko-Test hat verschiedene Produkte unter die Lupe genommen (www.oekotest.de).

Lüge Nummer 10: Jedes Läusemittel wirkt gleich. 

Dass das Quatsch ist, zeigt allein die unterschiedliche Einwirkzeit der Mittel: von zehn Minuten bis 8,5 Stunden! Die Produkte wirken auf ganz verschiedene Weise. Vom Umweltbundesamt sind drei Insektizide sowie drei physikalisch wirkende Medizinprodukte zugelassen. Vorsicht: Viele Mittel sind leicht entflammbar. Schon der Funke eines Föhns kann den Kopf eures Kindes in Brand setzen.

Lüge Nummer 11: Nur im Winter und im Urlaub.

Reisezeit ist Läusezeit. Oder: Winterzeit ist Läusezeit. Auch wenn Läuse nach den Ferien vermehrt auftreten: Sie sind kein Souvenir, das wir aus dem Urlaub mitbringen oder ein Phänomen, das ausschließlich während der kalten Jahreszeit auftritt. Am besten fährt man mit der Devise „Läusezeit ist immer“. Und jetzt seid ihr bestens darauf vorbereitet!

wirEltern.de - Newsletter

Gewinnspiele und deine Themen. Jede Woche neu.