Zahnpflege in der Kita Zähneputzen im Kindergarten - sinnvoll oder schädlich?

Unhygienisch, aufwendig und risikoreich? Gemeinschaftliches Zähneputzen in der Kita ist in Verruf geraten. Zu Recht?

Zähneputzen in der Kita? Ganz selbstverständlich, möchte man meinen. Schließlich müssen die Kinder die richtige Putztechnik erst lernen und brauchen Zeit, um das Zähneputzen als Ritual in ihrem Alltag zu etablieren - da liegt es auf der Hand, dass auch der Kindergarten in Sachen Mundhygiene mitziehen muss. Die Realität sieht jedoch inzwischen oft anders aus. Immer mehr Kitas und Kindergärten stellen das Zähneputzen ein, was bei vielen Eltern auf Unverständnis stößt. Aber: Was spricht denn überhaupt gegen das Putzen in der Gruppe?

Akuter Personalmangel im Kindergarten

Die Erzieher führen zum Beispiel an, dass sie wegen des akuten Personalmangels nicht bei jedem einzelnen Kind kontrollieren können, ob es die richtige Technik anwendet. Und weil sie kein Risiko eingehen wollen, dass falsch geputzt wird und sich das Kind dies angewöhnt, schaffen sie die Zahnbürsten lieber ganz ab. 

Zähneputzen in der Kita ist unhygienisch

Andere Risiken bestehen zum Beispiel darin, dass die Kinder ihre Bürsten vertauschen könnten, sodass Karies, Krankheiten oder Viren übertragen werden. Je jünger sie sind, desto weniger kümmern sich Kitakinder darum, dass die eigene Bürste nach dem Putzen gesäubert wird. Außerdem bestehe die Gefahr, dass Kinder die Bürste zweckentfremden und damit spielen, sodass sie schmutzig wird. 

Zahnpflege als gemeinschaftliches Ritual

Fakt ist jedoch: Beim gemeinsamen Zähneputzen im Kindergarten geht es um vielmehr als saubere Zähne, nämlich: das gemeinschaftliche Ritual. Wenn ein Kind zum Putzen marschiert, gehen alle. Durch diesen "Gruppenzwang" ist es viel leichter, die Kinder an die Notwendigkeit der Zahnhygiene heranzuführen. Das Argument, dass Zahnpflege in der Kita unhygienisch sei, entkräftet das Robert Koch-Institut (RKI) als zentrale Einrichtung der Regierung auf dem Gebiet der Krankheitsüberwachung und -prävention übrigens. Das Institut weist darauf hin, dass die Gefahr von Speichel- und Tröpfcheninfektionen über Zahnbürsten in der Kita nicht größer sei als über Spielzeug. „Es sind keine Berichte über virale oder bakterielle Infektionen beim Verwechseln von Zahnbürsten mitgeteilt worden“, heißt es. Also nix wie ran an Bürste und Paste!

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