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Mama-REPORTER unterwegs

In der Ferienregion Kronplatz geht's für Familien hoch hinaus

Spannung und Entspannung liegen in Südtirols Ferienregion Kronplatz nah beieinander. Mama-REPORTERIN Christina und ihre Familie zu Besuch in der Heimat von Reinhold Messner und Markus Lanz.

Bereit?“, fragt mich der schlacksige Typ mit der Wollmütze im Tiroler Dialekt. Mir rutscht nur ein dünnes „Ja“ zwischen den Zähnen heraus, die ich vor Anspannung so fest zusammenbeiße, als würde ich gleich in den Boxring steigen. Im nächsten Moment fühle ich mich wie Extremsportler Felix Baumgartner bei seinem Stratosphärensprung vor fünf Jahren: ein kleiner Punkt, der unaufhaltsam auf die Erde zurast. 

Nervenkitzel auf der XXL-Schaukel

Dabei sitze ich „nur“ in einer Schaukel – allerdings in einer Schaukel im XXL-Format. Der „Skyscraper“ steht auf dem Gipfel des rund 2.300 Meter hohen Kronplatz in Südtirol. Mit einer Seilwinde wird man 15 Meter in die Höhe gezogen, um sich dann im freien Fall nach unten zu stürzen und fünf Minuten auszuschwingen. Die Riesenschaukel ist seit ihrer Errichtung vor fünf Jahren die Sommerattraktion auf dem Berg und in der gleichnamigen Ferienregion, die sonst vor allem für ihre abwechslungsreichen Skipisten bekannt ist. Schaukeln dürfen Kinder ab etwa acht Jahre. Wem das nicht Nervenkitzel genug ist, kann sich übrigens auch kopfüber in die Schaukel einhängen lassen. Auf dem Kronplatz befindet sich außerdem das „Messner-Mountain-Museum Corones“ mit einer Ausstellung zum traditionellen Alpinismus, einer Panorama-Plattform sowie einem Indianerdorf mit drei Tipis für Kinder, wo wir jedoch keine Rothäute antreffen. Dafür sind nicht wenige Radfahrer unterwegs, um mit ihren Mountainbikes den Berg hinunterzubrettern.

Klausberg: Rodelspaß und Dinosaurier

Wenn der Kronplatz der Action-Berg ist, dann ist der Klausberg ganz klar der Familienberg. Hier auf 1.800 Metern Höhe jauchzt unsere zweijährige Tochter Maite lauthals, als sie mit der Rodelbobbahn „Klausberg Flitzer“ auf zwei Kilometern über kleine Sprünge und Schanzenkurven bergab saust. Und aus der Wassererlebniswelt mit mehreren Rinnsalen, Wasserwippe und Wasserspielen können wir sie erst wieder loseisen, als sie bis auf die Windel pitschnass ist. Zwei kleine Minuspunkte: Die Dinosaurier-Welt darf nur angeschaut, nicht aber beklettert werden und in der schicken neuen Almhütte gibt es so ziemlich alles – außer einen Wickelraum. 

Das Beste aus der italienischen und österreichischen Küche

Wieder unten angekommen, packen wir unser nasses Bündel in eine Decke und fahren zurück ins „Anewandter Hotel“, das gut auf kleine Gäste eingestellt ist.  Zum Essen werden Maite wahlweise Nudeln mit Tomatensoße oder ein Kinderschnitzel serviert. Mein Mann und ich freuen uns auf ein Vier-Gänge-Menü. Kaiserschmarrn trifft auf Antipasti, Pasta auf Speckknödelsuppe: Die Südtiroler Küche vereint das Beste aus der italienischen und österreichischen Küche und ist ein Spiegelbild der Geschichte der Region. 1919 wurde das bis dahin zu Österreich-Ungarn gehörende Südtirol in Folge des Ersten Weltkrieges von Italien besetzt. Knapp 30 Prozent der Einwohner sprechen Italienisch, fast 70 Prozent Deutsch. Beim Essen wechseln die Sprachen an den Nachbartischen munter zwischen Tirolerisch, Deutsch und Italienisch hin und her. Um das Lebensgefühl Südtirols zu begreifen, ist ein Zitat des berühmtesten Sohnes der Region, Bergsteiger Reinhold Messner, aufschlussreich: „Ich bin kein Deutscher, kein Österreicher, kein Italiener – sondern ich bin Südtiroler. Eventuell noch Tiroler.“ „Papa, rutschen gehen?“, fragt Maite nach dem Essen. Gleich nebenan gibt es ein Spielzimmer mit Rutsche, Kinderkino, Mal-Ecke und Kletterwand. Auch Fahrräder mit Kindersitz bzw. -Anhänger hält das Hotel bereit. Und so radeln wir am nächsten Tag zu den Reinbach-Wasserfällen in Taufers. Zum guten Schluss fehlt uns nur noch eine Wandertour auf unserer Kronplatz-Reise.

In Olang locken kinderwagen-kompatible Wanderwege

Dabei wandeln wir auf den Spuren von Markus Lanz. Der TV-Moderator ist in Geiselsberg aufgewachsen, einem Ortsteil der Gemeinde Olang, von wo aus wir zur Angerer Alm auf 1.400 Metern aufbrechen. Es gibt einige Wanderwege, die in der Karte als kinderwagen-kompatibel ausgewiesen sind. Eine Kraxe ist also nicht unbedingt erforderlich. In Olang versichert man uns, dass die Strecke in einer guten Stunde zurückzulegen sei. Nachdem wir gut zwei Stunden marschiert sind, kommen uns daran erste Zweifel. Der Weg wird immer ungemütlicher,
Kieselsteine und Baumwurzeln zwingen uns dazu, den Kinderwagen zu tragen – mal eine andere Art von Nervenkitzel. Dann begegnen wir ortkundigen Wanderern. „Warum geht ihr hier lang? Auf der anderen Seite des Bergs ist ein breit asphaltierter Weg.“ Der Rückweg ist ein Traum – und frei von Nervenkitzel.

Tipps & Infos zur Ferienregion Kronplatz

Planen und informieren www.kronplatz.com/de

Hinkommen Mit dem Auto von München auf der Brenner-Autobahn Richtung Italien. Maut-Kosten: 10-Tages-Vignette Österreich: 8,90 Euro; Brenner-Autobahn (A13): 18 Euro für die Hin- und Rückfahrt; Maut in Italien bis Abfahrt Bruneck: 2,90 Euro.

Mit der Bahn von München in ca. vier Stunden nach Bruneck, ca. 64 Euro. Busse vor Ort: Alle 30 Minuten zwischen Bruneck und Sand in Taufers (auch am Wochenende). 

Übernachten „Anewandter Historic Hotel“ (3 Sterne), Uttenheim (Villa Ottone): Doppelzimmer im Hochsommer ab 69 Euro p. P. (HP), www.anewandter.com

 

Erleben

Berg- und Talfahrt Klausberg: 16,50 Euro, Kinder unter acht Jahre kostenlos

„Klausberg-Flitzer“: 5er-Ticket 19,90 Euro, Kinder bis sechs Jahre kostenlos

Berg- und Talfahrt Kronplatz: 30 Euro, Kinder unter acht Jahre kostenlos

„Skyscraper“: 12 Euro.

„Messner-Mountain-Museum“: 8 Euro, Kinder unter sechs Jahre kostenlos, www.messner-mountain-museum.it

Kinderwelt in Olang, großer Abenteuerspielplatz mit 67 Meter langer Riesenrutsche

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