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Amy Adams

"Ich will nicht mehr perfekt sein"

Hollywood-Schauspielerin Amy Adams über die Gratwanderung zwischen Karriere und Familienleben.

Das Muttersein hilft mir, nicht mehr so streng mit mir selbst zu sein. Ich habe es geschafft, den Perfektionsanspruch ein Stück weit hinter mir zu lassen – mir blieb nichts anderes übrig. Eltern können einfach nicht perfekt sein, das weiß ich jetzt. Es wird immer ein Lernprozess bleiben, in dem man Stück für Stück herausfindet, wie man geduldiger und aufmerksamer wird. Perfektion ist hier fehl am Platz. Daher kann ich mir selbst nun endlich besser verzeihen. Meditation hilft mir, mich zu entspannen und meine Ängste im Zaum zu halten. 

Ich möchte Rollen spielen, die mich glücklich machen

Eine florierende Karriere mit der Mutterrolle auszubalancieren ist eine Herausforderung, die viele berufstätige Mütter meistern müssen. Vor allem, wenn es ein Job ist, bei dem du mitunter mehrere Monate am Set verbringst. Wenn ich meiner Tochter Aviana sage, dass ich zur Arbeit muss und sie nicht mitnehmen kann, ist sie manchmal traurig. Es fällt mir dann sehr schwer zu gehen.

 

Ich möchte am Leben meiner Tochter teilhaben, vor allem solange sie klein ist. Ursprünglich habe ich gedacht, ich würde anfangs mehr arbeiten, bevor sie wirklich wahrnimmt, wenn ich längere Zeit nicht da bin. Und dann weniger arbeiten, wenn sie größer wird. Aber inzwischen bin ich mir nicht sicher, ob ich das hinbekomme. Auf jeden Fall hat sich durch meine Tochter mein Fokus verän-dert, und ich wähle meine beruflichen Projekte anders aus. Ich möchte Rollen spielen, die mich glücklich machen. Es ist mir wichtig, für meine Tochter da zu sein, und ich überlege gründlich, welchen Einfluss meine beruflichen Engagements auf sie haben. 

Mutter sein und gleichzeitig den beruflichen Erfolg genießen

Du willst eine verantwortungsbewusste Mutter sein und nichts bereuen, wenn du später zurückblickst. Gleichzeitig bist du dir in diesem Beruf ständig darüber bewusst, dass Erfolg kein Dauerzustand ist. Daher will ich diese Zeit auch beruflich nutzen. Meine Tochter und mein Mann sind mir aber so wichtig, dass ich nur Projekte annehme, bei denen ich mir ganz sicher bin, dass ich sie will. Das ist nicht einfach, aber am Ende zahlt es sich immer aus.

Im Film „Arrival“ habe ich Louise gespielt, eine Frau, die ihr Kind verloren hat. Da ich selbst Mutter bin, kann ich mich sicher besser mit Louise identifizieren und authentischer rüberbringen, was der Verlust für sie bedeutet und dass sie die Liebe zu ihrer Tochter immer in sich trägt. Dennoch ist es sogar als Mama für mich unvorstellbar, wie es sein muss, ein Kind zu verlieren. 

Zur Person

Amy Adams (42) hat mit ihrem Schauspielkollegen Darren Le Gallo eine siebenjährige Tochter. Nachdem Adams Karriere im Theater begann, wurde sie später für diverse Oscars für ihre Filmrollen nominiert und gewann zwei Golden Globes. Man kennt sie aus Filmen wie „Junikäfer”, „Verwünscht” und „Glaubensfrage”. Die Familie lebt in Los Angeles. 

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