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Bettina Cramer

Verändern Kinder das Leben, Frau Cramer?

Moderatorin Bettina Cramer (41) über Prioritäten im Alltag und klassische Mutterfallen

KiNDER: In Ihrem Buch „Von Prada zu Pampers“ schildern Sie Ihre Erfahrungen als frischgebackene Mutter. Was vermissen Sie an Ihrem alten Leben?
Bettina Cramer: Ich habe bewusst erst spät Kinder bekommen, damit ich mich erst mal ausleben und austoben konnte und jetzt nichts vermissen muss. Allerdings fehlen mir nun manchmal die freie Zeiteinteilung und das viele Arbeiten. Ich habe sehr gerne moderiert, geschrieben und mich mit Menschen umgeben – da mache ich momentan den Kindern zuliebe Abstriche.

Wie bringen Ihre zweijährigen Zwillinge Sie zum Lachen? Was nervt?
Sie bringen mich ständig zum Lachen. Das geht schon morgens los, da höre ich übers Babyphone wie sich die beiden unterhalten und könnte mich wegschmeißen. Oft spielen sie tagsüber Fangen oder Verstecken, dabei kann Carla manchmal vor Lachen nicht weiterlaufen und hält sich den Bauch, das ist so niedlich. Wenn sie aber nonstop Blumenerde auf dem Fußboden verteilen oder den Schrank ausräumen, bin ich natürlich irgendwann auch mal genervt. Am schlimmsten ist, wenn beide gleichzeitig schreien, weil sie zum Beispiel auf den Arm wollen – dann weiß ich manchmal nicht weiter.

Profitieren Sie im Berufsalltag von Ihrem Muttersein? 
Ich habe gelernt, Prioritäten zu setzen – das ist auch im Berufsleben äußerst wichtig. Außerdem bin ich gelassener geworden und körperlich fitter. Schon seit der Schwangerschaft treibe ich wegen meines Rückens viel Sport.    

Fällt Ihnen der Spagat zwischen Kinder und Karriere leicht?
Momentan arbeite ich etwa drei Stunden pro Tag. Da ich selbstständig bin, kann ich flexibel Aufträge annehmen. In den vergangenen Monaten habe ich täglich an meinem Buch geschrieben, acht Wochen nach der Geburt stand ich das erste Mal wieder auf der Bühne und habe moderiert. Das Muttersein bereichert mich extrem, es macht mich komplett.  

Hat sich Ihr Kleidungsstil verändert, seit Sie Mutter sind?
Tatsächlich bin ich anfangs in die klassische Mutterfalle getappt und habe nur noch das Bequemste und alles, was Flecken verträgt, getragen. Doch ich konnte mich schnell wieder fangen. Nach wie vor ist mein Anspruch, bei Terminen chic und gepflegt zu erscheinen. Gehe ich mit den Kindern raus, trage ich praktische, aber modische Sachen – das eine muss das andere ja nicht ausschließen. 

Sie können also heute ohne Prada & Co. leben.
Ja, sehr gut. Ich besaß nie viel Prada, habe mir aber durchaus einige hochwertige Sachen gegönnt. Vor allem Schuhe und Handtaschen. Ich finde, gute Marken kommen nicht so schnell aus der Mode. Eine Jil Sander-Handtasche ist auch nach 20 Jahren noch modisch. Und ob eine Prada-Handtasche zehn Monate oder zehn Jahre alt ist, ist völlig egal. Seit die Kinder auf der Welt sind, gebe ich aber tatsächlich wesentlich weniger Geld für mich aus, da ich lieber Kinderkleidung kaufe.

Und die muss ein edles Markenetikett besitzen?
Nein, ich kaufe lieber drei, vier preiswerte Kinderhosen, statt ein teures Designermodell. Meine Kinder spielen jeden Tag im Garten – was sollen sie dort mit schickem Blüschen und Seidenhose?!   

Wünschen Sie Ihren Kindern später auch den roten Teppich?
Ich wünsche ihnen, dass sie ihr Lachen behalten und wie ihre Eltern einen Beruf finden, der sie ausfüllt und glücklich macht. Ich glaube, das ist gar nicht so einfach, wenn man nicht ganz früh ein Talent entwickelt oder einen Traumberuf entdeckt. Ob dann ein roter Teppich dazugehört oder ein Besen oder ein Bagger – das ist uns völlig egal. Wir werden sie in allem, was sie möchten, unterstützen.  

Moderatorin, Filmproduzentin und Buchautorin – welches Projekt planen Sie als Nächstes?
Die nächsten Wochen dreht sich alles um mein Buch – Lesungen, Talks und Interviews stehen an. Des Weiteren habe ich viele Pläne, dazu aber nur so viel: Ab Sommer sind die Kinder in der Kita, dann kann die Mama wieder an ihr „zweites Leben“ denken.

Zur Person

Bettina Cramer moderierte das Sat.1-Frühstücksfernsehen und das Boulevardmagazin Blitz. 2010 produzierte sie „Berliner Rand“, eine TV-Dokumentation, die sozial benachteiligte Jugendliche im Kampf um eine bessere Zukunft zeigt. Ihr Buch „Von Prada zu Pampers“ (Mvg Verlag) ist im Februar diesen Jahres erschienen. Seit 2006 organisiert und moderiert  sie Veranstaltungen als Botschafterin des Vereins „Die Arche“ und setzt sich für Straßenkinder ein. Gemeinsam mit ihrem Mann Michael Cramer, dem Medienunternehmer und ehemaligen Redaktionsleiter von „Sabine Christiansen“, und den zweijährigen Zwillingen Carla und Luis lebt sie in Berlin.

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