Florian Simbeck Wie bringt man Kinder zum Lachen, Herr Simbeck?

Comedian Florian Simbeck (39) über eine verspielte Kindheit und seine Leidenschaft für Humor.

KiNDER: Sie sind außer Atem. Ist alles in Ordnung?
Florian Simbeck: Gerade musste ich meine siebenjährige Tochter trösten, weil sie mit ihren Inlineskates hingefallen ist. Sie ist unverletzt, aber der Sturz ist ihr peinlich, weil sie ihrem kleinen Bruder zeigen wollte, wie gut sie schon ist ...

Bisher kannte man Sie hauptsächlich als Stefan Lust aus „Erkan und Stefan“. Seit 2010 machen Sie sich mit Ihrer Live-Comedy „LOL“ einen Namen.
John Friedmann (alias Erkan) und ich hatten 13 Jahre lang quasi eine Geschäftsehe, das war lange genug. Wir verstehen uns nach wie vor gut, aber jetzt will jeder sein eigenes Ding machen und sich von diesen Figuren distanzieren. Außerdem haben wir verschiedene Lebensentwürfe: Ich bin Familienvater, er ist Single – da gibt es wenig Überschneidungen.  

Worum geht es in der Live-Show?
Um mein Privatleben und wie ich immer noch mit der Person Stefan verwechselt werde, obwohl ich persönlich ganz anders bin. Ich bringe auch ein paar Stefan-Eindrücke. Diese Figur kommt gut an, weil man nicht viel erklären muss. Wenn ich mir hingegen eine vielschichtige Figur ausdenke, dauert es lange, bis das Publikum sich damit anfreundet. Außerdem geht es um mein Leben als Familienvater: Wie das ist, obwohl man selber immer noch nicht erwachsen werden will.     

Sehen Ihre Kinder Ihre Shows?
Die haben mich bei einer Open Air-Veranstaltung als Stefan gesehen, das fanden sie sehr lustig. Aber da viele Witze nicht jugendfrei sind, schauen meine Kinder nur ausnahmsweise zu.

Kostet es Kraft, immer lustig zu sein?
Nein, das liegt in meiner Natur. Auch privat entschärfe ich gern ernste Situationen mit Humor. Zum Beispiel werde ich schnell zum Clown, wenn sich meine Kinder wehtun. Das klappt gut, und sie vergessen dabei den Schmerz viel schneller. Oder: Wenn meine Tochter Streit mit einer Klassenkameradin hatte, erkläre ich ihr die Situation mit einem humorvollen Parallelbeispiel.

Was ist Ihre Lieblingsbeschäftigung?
Mit meinen Kindern gehe ich gerne schwimmen, klettern oder in den Skatepark. Aber da sind Verletzungen oft vorprogrammiert. Obwohl die Kinder heute mit Helm, Knieschonern & Co. komplett geschützt sind – irgendwann fühlen sie sich sicher, ziehen die Knieschoner aus und schon ist es passiert. Ich selber muss zugeben, dass ich oft Playstation spiele. Facebook ist für mich ein wichtiges Thema, um mit Fans und Freunden in Kontakt zu treten. Auf meiner Fanseite teste ich, welche Witze ankommen. Die guten wandern vielleicht ins Programm.

Wie kam es zu Ihrer Spielbegeisterung?
Ich war schon immer ein Spieler. Ich bin kein Glücksspieltyp, aber Geschicklichkeitsspiele machen mir viel Spaß. „Jump and run“-Spiele mag ich besonders gerne oder solche, bei denen man eine Kugel balancieren muss – also Spiele, die man auch gut mit Kindern machen kann. Ballerspiele sind nicht mein Fall.

Stecken Sie Ihre Kinder mit Ihrer Game-Begeisterung an?
Tagsüber bleibt die Konsole meistens aus. Es gibt aber Wissens- und Geschicklichkeitsspiele, die die Kinder mit mir zusammen spielen dürfen. Videospiele sind kein Babysitterersatz. Die Eltern sollten immer dabei sein und die Kinder nicht unbeaufsichtigt spielen lassen.

Begrenzen Sie den Medienkonsum?
Da meine Frau aus den USA kommt, haben unsere Kids viele englischsprachige DVDs mit Lerngeschichten, das finden wir wichtig. Der Fernseher ist kein Teufelsding, wie manche Eltern denken, aber es sollte immer ein Erwachsener mitschauen. Die Kinder lernen viel übers Fernsehen, aber er sollte nicht die ganze Zeit laufen. Während der Schulwoche schalten wir ihn – wenn überhaupt – erst an, wenn die Hausaufgaben fertig sind. Wir haben da keine festen Regeln.

Wie schützen sich Familien vor Datendiebstahl im Internet?
Für Konsolenspiele sollte man Guthabenkarten kaufen und keine Kreditkarten nutzen. Man sollte mehrere Passwörter benutzen und diese regelmäßig ändern.
 

Zur Person

Von 1996 bis 2009 trat Florian Simbeck gemeinsam mit John Friedmann als Comedy-Duo Erkan und Stefan auf. Nach Rollen in verschiedenen TV-Serien hat Florian Simbeck seit 2010 seine eigene Live-Comedy-Show „LOL“. Er ist mit der Amerikanerin Stephanie verheiratet, mit der er zwei Kinder hat. Die Familie lebt in Reichertshausen, nördlich von München.
Mehr Infos unter www.floriansimbeck.de

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