Interview

Matthias Jung: "Pubertierende muss man ganz anders motivieren"

Der Comedian, studierte Pädagoge und Vater von zwei Kindern über Pubertätsdemenz und Motivationsideen.

Herr Jung, Sie erklären mit Ihrem Programm geplagten Eltern, weshalb ihre Teenies so sind, wie sie sind. Schütten Eltern Ihnen nach der Show ihr Herz aus?

Matthias Jung: Da bekomme ich viele Anekdoten zu hören. Eine Mutter und Lehrerin erzählte mir zum Beispiel, wie sie ihren Sohn eine Matheaufgabe einmal in der sechsten Klasse und dann noch einmal drei Jahre später rechnen ließ. Obwohl sich der Junge sogar erinnerte, dass das für ihn in der Sechsten kein Problem war, konnte er die Aufgabe in der Neunten nicht mehr lösen!

Das ist in der Schule natürlich ein Problem.

Die achte und neunte Klasse sind geradezu berüchtigt deswegen. Blöderweise beginnt die Pubertät auch noch immer früher, jetzt geht das schon in der Sechsten los. Ich hoffe, dass das nicht so weitergeht: Ein Junge mit Vollbart auf dem Bobbycar sieht einfach kacke aus. Aber im Ernst: Darauf sind die Lehrpläne gar nicht vorbereitet, Pubertierende muss man ganz anders motivieren. 

Wie kann das gelingen?

Etwa, indem man sie Filme zu einem Thema drehen lässt. Ich habe auch von einem Unter- richtsfach „Zukunft“ gehört, so etwas finde ich klasse, das interessiert Jugendliche. Was mich aber richtig nervt, ist, wenn das dann benotet wird: Teenies haben genug Druck mit sich selbst, da muss man sie nicht noch für alles benoten. 

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