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Matthias Sammer

Profitieren Kinder vom Fußball, Herr Sammer?

Was motiviert Kinder am meisten? Wie lernen sie, auch mit Niederlagen umzugehen? Die Antworten gibt Matthias Sammer (44), ehemaliger Nationalspieler und neuer Sportdirektor beim FC Bayern München.

KiNDER: Denken Sie gerne an Ihre Jugendzeit zurück, in der Fußball für Sie eine große Rolle gespielt hat?
Matthias Sammer: Ja, sehr gerne sogar, denn ich konnte damals genau das tun, was ich schon immer am liebsten gemacht habe: Fußballspielen. Von meinen Eltern weiß ich, dass ich, noch bevor ich überhaupt richtig laufen konnte, den ganzen Tag dem Ball hinterhergejagt bin.   

Stellen Sie einen Unterschied fest zwischen den Jugendlichen heute und Ihrer eigenen Jugendzeit? Waren die Kids früher disziplinierter?
Die Unterschiede sind gewaltig, obwohl kaum 30 Jahre dazwischen liegen. Allein die Art der Kommunikation hat sich komplett verändert: Es gab weder Handys noch das Internet. Unser soziales Netzwerk spielte sich, so komisch sich das anhört, auf dem Fußballplatz ab. Es gibt  sicherlich weitere Unterschiede, aber ich glaube nicht, dass sich die Kinder an sich verändert haben. Auch damals gab es schon mehr und weniger fleißige.    

Woher kommen die Veränderungen?
Nicht nur das Umfeld, sondern auch die Möglichkeiten haben sich komplett geändert. Kinder und Jugendliche sind heute den ganzen Tag einem wahren Feuerwerk an Informationen und Ablenkungen ausgesetzt. Dabei trotzdem den individuell richtigen Weg zu finden, ist wahrlich nicht einfach. Daher sind die Eltern noch stärker in der Verantwortung, ihren Kindern Werte für ihr späteres Leben mitzugeben.   

Können Eltern und Sportvereine dazu beitragen, dass der erfolgreiche Nachwuchs auf dem Boden der Tatsachen bleibt?
Das müssen sie sogar. Genau wie Eltern und Trainer die Kinder beim Erreichen ihrer Ziele unterstützen sollten, müssen sie ihnen auch dabei helfen, nicht die Bodenhaftung zu verlieren. Obwohl wir alle lieber gewinnen, muss auch der richtige Umgang mit einer Niederlage oder mit Rückschlägen ein Teil der sportlichen Ausbildung sein.    

Was ist beim Sport das Wichtigste?
Kinder erst mal an den Sport heranzuführen, ihnen die vielen Möglichkeiten zu zeigen und sie sich selbst ausprobieren zu lassen. Meist reicht das schon aus, um bei den Kindern eine gewisse Begeisterung für den Sport zu wecken.    

Ist Fußball auch für Ihre drei Kinder ein Thema?
Meine Söhne, 17 und zehn Jahre, sind begeisterte Fußballer und spielen aktiv im Verein. Meine bereits erwachsene Tochter interessiert sich zwar auch für Fußball und weiß immer gut Bescheid, spielt aber selbst nicht.    

Sie veranstalten in diesem Jahr Fußball-Trainingscamps für Kinder und Jugendliche
Ja, die Fußballcamps sind Teil der Aufklärungskampagne „Der richtige Biss“, in der wir Kinder und Jugendliche für das Thema Zahnhygiene sensibilisieren möchten. Diese Kampagne unterstütze ich gerne, schließlich war ich selbst überzeugter Nutzer von unsichtbaren Zahnspangen.      

Wie sehen diese Camps aus und was bringen sie?
Die Kinder haben einen Tag lang die Möglichkeit, mit mir unter Profibedingungen zu trainieren und etwas mehr über ihren Traumberuf „Fußballprofi“ zu erfahren. Natürlich können sie am Trainingstag auch ihre Zähne checken lassen. Ziel ist es, bei Jugendlichen, die sich ja noch im Wachstum befinden, ein Bewusstsein für die Bedeutung gesunder Zähne zu wecken.  

Zur Person

Der ehemalige deutsche Fußballnationalspieler und -trainer Matthias Sammer ist seit dieser Saison Sportdirektor beim FC Bayern München. Er lebt mit seiner Frau und den beiden Söhnen in München.

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