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Ralph Herforth

Was macht eine gute Kindheit aus, Herr Herforth?

Schauspieler Ralph Herforth (52) über die Pippi-Langstrumpf-Mentalität, das Landleben und TV-Müll.

KiNDER: Sie haben eine Wohnung in Berlin, aber auch ein Haus am See bei Neuruppin ...Ralph Herforth: ... wir sind sehr viel da draußen. Für Kinder ist es das A und O, sie können den ganzen Tag mit den Fahrrädern unterwegs sein oder im Wald rumstromern. Die älteren unserer Nachbarskinder fahren mit dem Außenborder raus, holen verrostete Fahrräder – und was da noch so alles schwimmt – aus dem Wasser und entrosten ihre Schätze. Das ist eine Art „Pippi-Langstrumpf-Mentalität“. Stadtkindern kann man noch so viele Abenteuerspielplätze bauen, das ist etwas ganz anderes.

Sollte Kindheit so funktionieren?
Eine Kindheit auf dem Land prägt. Es verändert das Menschenbild und auch das Bild zum Leben, wenn man sich mit Natur und mit Tieren auseinandersetzen muss. Dass man den Tieren gerecht wird und Verantwortung übernimmt, diese Erfahrungen sind wichtig für Kinder.

Besitzen Sie selbst ein Haustier?
Ja, einen Hund aus dem Berliner Tierheim. Ich wollte eigentlich einen Kampfhund und meine Frau einen Dackel. Aber dann haben wir Molly, einen supersüßen Beagle, entdeckt. Bei uns hat sie einen Glückstreffer gelandet – welcher Beagle kann schon den ganzen Tag draußen rumlaufen?

Warum engagieren Sie sich als „Hundebotschafter“ beim Verband für das Deutsche Hundewesen?
Mir ist eine Message wichtig: „Leute, ihr seid verantwortlich, den Dreck, den eure Hunde hinterlassen, wegzumachen.“ Und ich will darauf aufmerksam machen, wie wichtig Hunde und Tiere überhaupt für unsere Gesellschaft waren und sind.

Wollen Sie bei Ihrem jüngsten Sohn in der Erziehung etwas anders machen als bei den beiden älteren?
Ja! Ich will für mein Kind mehr da sein und so viel Zeit wie möglich mit ihm verbringen. Mir macht das wahnsinnigen Spaß. Meine Frau und ich haben Levin nicht in der Kita angemeldet – obwohl die gleich unten im Haus ist und einen Platz frei hat. Wir sind der Meinung, es ist noch zu früh.

Warum? Wie alt ist Levin jetzt?
Er ist 13 Monate. Viele Kinder kommen schon vor dem ersten Lebensjahr in die Krippe. Ich finde, da kommen sie zu kurz. Die sofortige Zuwendung, die kleine Kinder brauchen, ist oft nicht gewährleistet. Dann igeln sie sich ein und ziehen sich zurück. Unser Sohn soll aber kein stilles Kind sein, er soll happy sein. Wenn meine Frau und ich mal beide keine Zeit haben, holt der Opa Levin ab und geht mit ihm für ein paar Stunden los. Das bereichert beide.

Ist die Schauspielerei ein Thema für Ihre großen Söhne?
Natürlich gucken sie auch ab und zu einen Film mit mir, aber eigentlich finden sie die Schauspielerei fürchterlich. Dafür sind die beiden sehr sportlich. Malik ist ein Extremskater und macht außerdem Kampfsport, Marlon Rugby, Ju-Jutsu und Kitesurfen – dieses Jahr hat er in St. Peter Ording seinen Kite-Schein abgelegt ...

... diese Leidenschaft hat er vom Papa, oder?
Ja, ich bin ein Kite-Verrückter. Es ist ein wunderschöner Sport. Ich gehe bei drei Grad noch aufs Wasser.

Sie und Ihre Frau leben vom Fernsehen. Wie ist Ihre Einstellung zum TV-Konsum von Kindern?

So lange es die Eltern lenken können, sollten Kinder nur ausgewählte Sendungen sehen. Die Vermüllung, die auch im Erwachsenenfernsehen grassiert, ist schrecklich. Zum Glück gucken meine Großen kaum TV – und der Kleine natürlich noch gar nicht. Das kommt nicht in Frage, auch nicht so nebenbei. Dann schauen meine Frau und ich lieber nicht, bevor Levin mit davor sitzt.

Zur Person

Ralph Herforth (52) hat in unzähligen TV- und Kinoproduktionen mitgespielt, unter anderem in dem Drama „Swans“, im „Tatort“ oder in der Kika-Serie „Allein gegen die Zeit“. Aktuell dreht er neue Folgen der ZDF-Krimireihe „Unter anderen Umständen“. Herforth lebt mit seiner Frau, der Schauspielerin Zora Holt, und dem gemeinsamen Sohn Levin (13 Monate) in Berlin und in der Brandenburgischen Ostprignitz. Seine Söhne Marlon (14 Jahre) und Malik (20 Jahre) stammen aus früheren Beziehungen.

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