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After-Baby-Body
Schlank und rank nach der Geburt?

Ist ein flacher Bauch nach der Geburt wirklich erstrebenswert? Oder ist ein "perfekter" After-Baby-Body sogar ungesund? Wir haben nachgefragt!

Sucht man bei Instagram nach Bildern zum Thema „After Baby Body“ findet man Zweierlei: Zum einen sind da Frauen, die  sich nur Tage oder wenige Wochen nach der Geburt mit einem Körper zeigen, der aussieht, als hätte er nie ein Baby geboren. Und dann gibt es Frauen, deren Körper von der Schwangerschaft gezeichnet ist. Mit schlaffer Haut, Dehnungsstreifen und vielleicht einer Kaiserschnitt-Narbe. 

Zwischen diesen Bildern liegen Welten. Und so ist es auch nicht verwunderlich, dass Fotos von durchtrainierten Körpern nach der Schwangerschaft andere Mütter enorm unter Druck setzen. Dieses Problem kennt auch die Beckenbodentrainierin Juliana Afram aus Hamburg. In ihren Kursen hat sie Frauen kennengelernt, die möglichst schnell wieder in ihr Cocktailkleid passen wollten. In ihrem Buch „Vom Wochenbett zum Workout“ beschreibt sie einen ganz anderen Weg und gibt Müttern einen gesunden, lebensnahen, babyfreundlichen und  5-Monatsplan für die Rückbildung an die Hand. Oder wie es so schön in der Beschreibung heißt: „Zwei Wochen nach der Geburt wieder schlank, schön, topfit, erfolgreich und sexy? Thank you – but no thank you! In diesem Buch geht es um viel mehr als nur die äußere Hülle und wie Du eine perfekte Cappucino-to-go-Mami wirst.“

Wireltern.de: „Was halten Sie davon, wenn Frauen nach der Schwangerschaft einen dünnen After-Baby-Body anstreben?

Juliana Afram: "Wenn Frauen schon vor der Geburt sehr schlank waren, kann es gut sein, dass sie danach schnell zu ihrer alten Körperform zurückfinden. Bei 90 Prozent aller Frauen ist es aber so, dass sie selbst nach sechs Monaten noch weit entfernt von ihrer alten Figur sind. Nach einer Geburt sollte es nicht darum gehen, möglichst schnell wieder rank und schlank zu sein. Das ist in den meisten Fällen unmöglich!“

Wie unterscheidet sich ihr Buch von anderen Büchern über Rückbildung? 

„Leider wird Frauen häufig suggeriert, dass sie hart an sich arbeiten müssen, so dass sie schnell wieder einen vermeintlich perfekten After-Baby-Body haben. Und wenn sie das nicht schaffen, müssen sie ein schlechtes Gewissen haben. Ich versuche, den Frauen diesen Druck zu nehmen. Die Schwangerschaft und die Geburt verändern einen Körper enorm. Das sind unglaubliche Strapazen, selbst wenn alles perfekt verläuft. Da ist es utopisch, innerhalb kürzester Zeit zu seiner alten Figur zurückzukehren. Ich gebe den Frauen wirksame Übungen an die Hand, die sich leicht und schnell in den Alltag integrieren lassen. Und wenn es zeitlich mal nicht passt,  passt es eben nicht.“

Warum geht Ihr Workout gerade über einen Zeitraum von fünf Monaten? 

„Mein Plan startet schon während des Wochenbetts und zeigt Übungen für diese ersten sechs bis acht Wochen. Und dann geht das Workout über in eine dreimonatige Rückbildungsphase.“

Sollte man sich während des Wochenbetts nicht eigentlich nur ausruhen und schonen?

"Mittlerweile ist es wissenschaftlich erwiesen, dass leichte Muskelstimulationen in dieser Zeit gut sind. Vorausgesetzt natürlich, das Wochenbett verläuft unkompliziert. Denn viele Mütter sind in dieser Phase, in der sie eigentlich viel ruhen sollten, schon viel zu aktiv. Sie tragen ihr Baby herum, manchmal vielleicht sogar plus Babyschale. Und auch Geschwisterchen wollen in dieser Zeit natürlich auch gerne mal auf Mamas Arm. Daher macht es durchaus Sinn, in dieser Phase bereits mit ganz leichten Wahrnehmungsübungen für den Beckenboden zu starten. Das ist kein richtiges Workout. Diese Übungen nehmen ungefähr zehn Minuten Zeit in Anspruch  – und das über den Tag verteilt."

Ist die Rückbildung nach den fünf Monaten Training dann abgeschlossen? 

"Der gesamte Rückbildungsprozess dauert ungefähr ein Jahr, bei manchen Frauen sogar noch länger. Erst dann ist der Körper wieder annähernd im alten Zustand. Mein 5-Monatsplan bildet die Basis für eine starke Körpermitte. Sport nach der Rückbildung sollte aber immer noch an den jeweiligen Zustand des Körpers angepasst sein. Nur weil der Bauch vielleicht wieder ganz dünn ist, heißt es nicht, dass die Bauchmuskeln oder der Beckenboden vielleicht nicht noch geschwächt sind. Wer dann zu viel trainiert, riskiert Überbelastungen oder im schlimmsten Fall eine Gebärmuttersenkung oder Inkontinenz."

Buch-Tipp

"Vom Wochenbett zum Workout" von Juliana Afram, ab 10.04.2019 im Handel erhältlich, auf Amazon.de ist es bereits vorbestellbar, TRIAS Verlag, 176 Seiten, 19,99 Euro

 

 

 

 

 

 

 

Die nackte Wahrheit: So sehen Körper nach der Schwangerschaft wirklich aus

Den eigenen Körper nach der Geburt zu akzeptieren, fällt vielen Frauen nicht leicht. Doch mittlerweile gibt es viele Aktionen, die Müttern Mut machen wollen, sich nicht für ihre Körper zu schämen. Sondern sie dafür zu feiern, dass sie etwas ganz Großes vollbracht haben – nämlich ein Baby auf die Welt zu bringen.

Eine der bekanntesten Aktionen ist wohl das „A Beautiful Body Project“ der Fotografin Jade Beall. Die US-Amerikanerin hatte nach der Geburt ihres Sohnes im Jahr 2012 selbst sehr mit den Veränderungen ihres Körpers zu kämpfen. Doch anstatt sich zu verstecken, nahm sie all ihren Mut zusammen und suchte die Öffentlichkeit. Als ihr Kind fünf Monate alt war, fing sie an, Mütter nach der Geburt zu fotografieren. Und verzichtet dabei gänzlich auf Photoshop oder andere Bildbearbeitung. Das Projekt kam bei Müttern, die sie liebevoll „Super (S)heroes“ nennt, so gut an, dass es mittlerweile sogar ein Buch gibt. In „The Bodies of Mothers“ wird mit 100 Bildern die Schönheit von Müttern und ihren Körpern gefeiert. 

Mütter sind schön - überall auf der Welt

Warum nur Mütter in den USA ablichten? After-Baby-Bodies sind weltweit ein Thema! Daher ruft Jade Beall Fotografinnen in aller Welt dazu auf, sich ihrem "A Beautiful Body Project" anzuschließen. Ihr Ziel: In jeder Hauptstadt weltweit soll eine Fotografin es ihr gleichtun und Mütter nach der Geburt fotografieren. Mehr Informationen und viele tolle Bilder vom Projekt gibt es in diesem Video: 

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