Gut gelaufen! Fit mit Babyjogger

Worauf Mütter beim Kauf von und Lauf mit dem Jogger achten müssen.

 

Warm-up: das Training

Frauen sollten es langsam angehen lassen, wenn sie nach der Geburt (wieder) ins Training einsteigen. „Wenn man zuvor noch nie oder nur selten gelaufen ist, sollte man erst mal walken oder stramm spazieren gehen, damit sich der Körper an die Belastung gewöhnt“, rät Stefanie Felgenhauer, Deutsche Meisterin im Ultralauf und Mutter von zwei Kindern. „Dabei sollte Mama unbedingt auf ihren Körper hören und sich nicht überfordern. Wenn dann noch der Arzt sein Okay gibt, kann’s losgehen.“

 

Von Kopf bis Fuß: das Equipment

Ein guter Laufschuh ist das A und O. Im Fachgeschäft bekommt man nicht nur professionelle Beratung, sondern kann das Modell auch gleich auf dem Laufband testen. Eine Laufhose und ein Laufshirt aus Funktionsfasern sind ebenfalls eine sinnvolle Investition. Kleidung aus Baumwolle saugt nämlich den Schweiß auf und klebt am Körper – Erkältungsgefahr! Für Mama gilt: Nicht zu warm anziehen! Den Nachwuchs sollte man indes auch im Sommer mit Jacke, einer leichten Decke und gegebenenfalls einer Mütze ausstatten, da er sich schließlich nicht bewegt und durch den Fahrtwind schnell auskühlt. Außerdem an Sonnenschutz denken.   

 

Mitfahrgelegenheit: der Babyjogger

Kombikinderwagen sind zum Laufen ungeeignet, weil sie zu schwerfällig und kaum gefedert sind. Die meist dreirädrigen Babyjogger, kurz: Jogger, sind die bessere Wahl. Dank größerer Räder, breiterer Hinterachse und längerem Radstand laufen sie besser geradeaus. Eine gute Federung toleriert auch größere Unebenheiten. „Das Wichtigste ist, dass der Laufkinderwagen passt“, weiß Stefanie Felgenhauer, die selbst regelmäßig mit dem Jogger unterwegs ist.

„Man sollte sich nicht zu weit vorlehnen müssen, ansonsten drohen Kreuz- und Nackenschmerzen.“ Ein höhenverstellbarer Schiebebügel ist demnach ein Muss, genauso wie eine Sicherheitsleine fürs Handgelenk, damit der Kinderwagen während des Laufens nicht abhanden kommt. Nicht fehlen darf nach Meinung der Expertin außerdem eine gute Bremse. „Die meisten Modelle haben nur eine Feststellbremse, die den Wagen am Wegrollen hindert. Eine zusätzliche Handbremse ermöglicht das sichere Abbremsen auch in abschüssigem Gelände.“ Tipp: Den Jogger vor dem Kauf unbedingt Probe fahren beziehungsweise laufen!

 

Learning by doing: die Technik

Bevor es auf die Strecke geht, zunächst den Schiebebügel auf Körpergröße und Schrittlänge einstellen. Die ideale Position: auf Höhe des Bauchnabels. „Laufen mit Kinderwagen ist zweifelsohne eine Umstellung. Man muss langsamer laufen und sich an das Gewicht gewöhnen“, sagt Stefanie Felgenhauer. Wer einen Jogger vor sich her schiebt, muss seinen Bewegungsrhythmus entsprechend anpassen. Das bedeutet: Eine Hand schiebt, die andere holt Schwung. Man braucht nicht permanent mit beiden Händen schieben, außer, es geht bergauf. In ebenem Gelände kann man dem Jogger auch mal freien Lauf lassen, und ihn nur alle paar Schritte anschubsen, wenn man das Sicherheitsband greift.

 

Sicher unterwegs: der kleine Passagier

Bei allem sportlichen Ehrgeiz: Das Wichtigste ist, dass Mama ihr Kind sicher chauffiert. Die Kleinen sollten erst im Jogger mit auf die Laufstrecke, wenn sie schon gut sitzen können. Stefanie Felgenhauer: „Für manche Modelle gibt es allerdings spezielle Einsätze für kleine Babys. So habe ich meine Töchter schon mit zwei Monaten im Jogger mitgenommen.“ Wichtig: Die Kleinen unbedingt  angurten. Wenn Mama dann nicht länger als eine Stunde unterwegs ist und dem Nachwuchs ab und zu eine Pause vom Jogger gönnt, steht einem harmonischen Sportprogramm zu zweit nichts mehr im Weg.

 

Unsere Expertin

Stefanie Felgenhauer, Deutsche Meisterin im Ultralauf 2011, Mutter von zwei Töchtern

 

Buchtipp

„Das neue große Runner’s World Buch vom Laufen“ ist ein umfangreiches Basiswerk – sowohl für Frauen,  die nach der Geburt nur ein paar Schwangerschaftspfunde verlieren möchten, als auch für ambitionierte Mütter, die einen Wettkampf bestreiten wollen. Es gibt praktische Tipps zu Equipment, Ernährung, Laufen mit Kinderwagen und: schwitzfestem Make-up. Ein Kapitel erklärt ausgiebig, worauf Mama beim Laufen abseits geteerter Wege achten muss. Plus: verschiedene Trainingspläne für Einsteiger und Fortgeschrittene.

Martin Grüning, Urs Weber: „Das neue große Runner’s World Buch vom Laufen – Die besten Tipps für Einsteiger und Fortgeschrittene“, Meyer & Meyer 2012, 24,95 Euro.

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