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Ohne Stress durch die Schwangerschaft
Einen Gang runterschalten

Endlich schwanger! In die überschwängliche Freude schleicht sich bei werdenden Müttern oft auch großer Druck: Werde ich das alles schaffen? Und wie wird das Baby unser Leben verändern? Doch gerade jetzt sollten sich Frauen viel Zeit für bewusste Entspannung nehmen.

 

Gründe für Stress gibt es viele: Mitunter fühlen sich die Schwangeren körperlich unwohl, haben Zukunftsängste, wissen nicht, wie sie die Schwangerschaft ihrem Chef beibringen sollen oder sind schlicht genervt von den vielen gut gemeinten Ratschlägen. Den Tipp, sich etwas mehr zu schonen, sollten sie jetzt allerdings häufiger beherzigen.

Eine feste Verbindung

Den Alltag in der Schwangerschaft etwas langsamer angehen zu lassen ist wichtig, denn über die Nabelschnur ist das Ungeborene eng mit seiner Mutter verbunden. Ärger im Job, private Verpflichtungen, Terminhetze – das Baby ist im wahrsten Sinne immer live dabei. Der Grund: Ein hoher Blutdruck und ein schneller Herzschlag, den die Natur dem Menschen ursprünglich für Gefahrensituationen mitgegeben hat, übertragen sich auf das Kind. 

Werdende Mütter sind in alltäglichen Situationen aufgrund ihres veränderten Hormonhaushaltes ohnehin sensibler als sonst. Kommt nun beispielsweise Stress am Arbeitsplatz hinzu, kann der Körper die Situation nicht immer abfangen und reagiert mit Infektionskrankheiten oder psychischen Erkrankungen – das Immunsystem ist jetzt anfälliger als früher. Daher muss die Devise heißen: Stress vermeiden!

Stress macht krank

Belastende Situationen können sich in der Schwangerschaft erst recht negativ auswirken: Blutungen, Bluthochdruck, Schlafstörungen, eine schlechte Durchblutung des Mutterkuchens oder Depressionen sind als Folge keine Seltenheit.
Zusätzlich verursacht Stress oft eine ungesunde Lebensweise: Denn wer unter Druck steht, ernährt sich nicht ausreichend oder falsch, bewegt sich zu wenig oder beginnt möglicherweise wieder zu rauchen. Zieht die werdende Mutter nicht rechtzeitig die Notbremse, kann pränataler Stress im schlimmsten Fall zu einer Fehlgeburt oder zu frühzeitigen Wehen führen, wie eine Studie der Berliner Charité zeigte.
Auch Langzeitschäden bleiben nicht aus: In der Untersuchung fanden die Forscher Hinweise, dass vorgeburtlicher Stress die Gesundheit des Kindes nachhaltig beeinflussen kann.

Entscheidend: Stressabbau

Umso wichtiger ist ein verantwortungsvoller Umgang mit schwierigen oder anstrengenden Situationen. Die Schwangere sollte daher versuchen, für sich kleine Wege der Entspannung zu finden: In hektischen Momenten kurz aufstehen und durchatmen oder in der Pause einen Spaziergang machen – Bewegung und frische Luft helfen immer, den Kopf frei zu bekommen.
Auch der Partner kann zu Hause zum Wohlbefinden beitragen: Sanfte Streicheleinheiten sorgen dafür, dass der Körper Stoffe wie das Hormon Serotonin ausschüttet. Es reduziert den Stress nachhaltig und beruhigt die werdende Mutter.

Natürlich ist die Phase der Schwangerschaft aufregend – und manchmal auch aufreibend. Nichts spricht jedoch gegen positiven Stress, solange sich die Schwangere wohl dabei fühlt: Für die Entwicklung des Kindes ist entscheidend, dass es der Mutter gut geht.

Dr. med. Christian Albring
Facharzt für Gynäkologie und Geburtshilfe Hannover

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