Das Baby kommt zur Welt Die Geburtsphasen

Eröffnungsphase, Austreibungsphase, Nachgeburtsphase - die Geburt lässt sich in verschiedene Phasen einteilen. Und dann ist es endlich so weit: Du hältst dein Baby das erste Mal in den Armen.

Der mütterliche Körper vollbringt während der Geburt wahre Wunder: Erst das „Aufmachen“ (der Muttermund öffnet sich bis zehn Zentimeter), dann das „Mitmachen“ (mit den Presswehen wird das Kind geboren) und zum Schluss das „Loslassen“ (die Plazenta wird abgestoßen). Bist du schon mit häufiger und regelmäßiger Wehentätigkeit oder einem vorzeitigen Blasensprung in der Klinik angekommen, wird eine erste vaginale Kontrolluntersuchung durchgeführt.

Wenn dir die Hebamme dann bestätigt, dass sich der Muttermund nun geöffnet hat, ist der große Augenblick gekommen: Die Geburt hat wirklich begonnen! Nun wirst du in regelmäßigen Abständen vaginal untersucht, um den Geburtsfortschritt festzustellen. Der Herzschlag deines Babys wird mittels Monitor überwacht.

 

Natürliche Geburt

Wie die meisten Frauen, wünschst vermutlich auch du dir und deinem Baby eine natürliche Geburt, frei von Komplikationen. Das ist absolut verständlich und in den meisten Fällen auch sehr wahrscheinlich. Du solltest dich aber nicht auf eine ganz bestimmte Geburtsstellung oder eine Geburtsart gedanklich fixieren. Generell steht zum Beispiel einer Wassergeburt nichts im Wege, solange es dem Kind gut geht, es nicht zu groß ist und die Geburt normal voranschreitet. Vieles kann sich jedoch plötzlich anders ergeben, als du gedacht hast. Die Geburt ist kein Verfahren, das nach festen Regeln abläuft, sondern ein fließender Prozess.

 

Eröffnungsphase

Die Eröffnungsphase ist die erste Etappe der Geburt. Dabei wird der Muttermund durch die Kraft der Wehen bis auf zehn Zentimeter geöffnet und das Baby gleichzeitig im Geburtskanal schon etwas nach unten geschoben.
In dieser Zeit verarbeitest du die stetig stärker werdenden Wehen mit Stellungswechseln und den gelernten Atem- und Massagetechniken. Auch Schreien, Stöhnen – und manchmal auch Singen tun jetzt gut. Die Hilfe und Ermutigung durch deinen Partner oder eine Begleiterin und die Hebamme sind nun zunehmend wichtiger.

 

Austreibungsphase

Der Muttermund ist nun vollständig geöffnet. Jetzt kannst du unter Anleitung der Hebamme aktiver mithelfen, um bei jeder Wehe das Baby im Geburtskanal weiter nach vorne zu schieben. Auch dein Baby arbeitet nun kräftig mit. Millimeter für Millimeter kommt es dem Ausgang näher. Bald wirst du es sehen. Du verspürst nun auch einen immer stärker werdenden Druck im Dammbereich, den du im Vorfeld mit der Dammmassage vorbereiten konntest. Vielleicht wird jetzt ein kleiner Dammschnitt gemacht oder es passiert möglicherweise ein Dammriss. Ein letztes Mal pressen – und dein Baby erblickt das Licht der Welt!

 

Nachgeburtsphase

Dein Baby wird dir auf die Brust oder den Bauch gelegt und du kannst es mit deinem Partner begrüßen. Beendet ist die Geburt allerdings erst mit dem Ausstoßen der Plazenta. Danach wird deine Blutung beobachtet und eine eventuelle Dammverletzung gegebenenfalls vom Arzt unter lokaler Betäubung rasch wieder vernäht. Es ist möglich, dass dein Körper aufgrund der großen Anstrengung noch eine Weile zittert und fröstelt. Das ist ganz normal und gibt sich bald.

 

Bonding - die Bindung zum Kind

Nutze zusammen mit deinem Partner die Chance, euer Baby während der ersten Stunden mit viel Ruhe zärtlich willkommen zu heißen. Bestaunt seine kleinen Finger, die süße Nase oder seine zarte Haut. Sprecht liebevoll mit ihm, während es auf deinem Bauch liegt oder schon Saugversuche an deiner Brust macht. Es hört so die vertraute Stimme, die es schon in deinem Bauch gehört hat. Solche Zuwendung und Aufmerksamkeit helfen dem Neugeborenen, sich geborgen und sicher zu fühlen in dieser neuen Welt. Selbstverständlich ist es wunderbar, wenn auch der frischgebackene Vater seinem Kind diese Zärtlichkeiten schenkt. Falls es bei der Geburt zu Komplikationen oder sogar zu einer Trennung von Mutter und Kind gekommen ist, dann halte dein Baby besonders oft und lange im Arm oder lege es dir nun auf die nackte Brust. Mit solchen tiefen und zärtlichen Schmusestunden heilst du Spuren des Trennungsschmerzes. Auch nach der Verlegung auf die Wochenbettstation dürfen längere Telefonate und erste Besuche von ungeduldigen Großeltern oder Freunden ruhig etwas warten. Nimm dir Zeit für dieses erste Kennenlernen.

 

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