Nach der Geburt Alles rund ums Wochenbett

Das Wochenbett bezeichnet die Phase nach der Geburt, die die Mutter benötigt, sich ihrer neuen Situation anzupassen. Hebamme Simone Wirtz weiß die richtigen Antworten auf die wichtigsten Fragen rund um die Geburt und die Zeit danach.

 

Gleich nach der Geburt die Klinik zu verlassen, ist das ok?

Viele Erstgebärende fragen mich mit großen Augen: „Darf man denn das? Muss man nicht im Krankenhaus bleiben?“ Ja, man darf das! Die Gründe, die gegen ein ambulantes Wochenbett bei gesunder Mutter und Kind sprechen, sind meist durch Unsicherheit und Unwissenheit genährt. 

Es ist – und kann – nach der Geburt die schönste Erfahrung sein, die du mitnehmen kannst und solltest. Hab doch Vertrauen in dich und dein instinktives, mütterliches Verhalten. Auch die Versorgung eines Dammschnitts stellt kein Hindernis dar, einige Stunden nach der Geburt heimzugehen. Voraussetzung sollte aber sein, dass sich jemand in den ersten Tagen rund um die Uhr um dich kümmern kann und du eine nachsorgende Hebamme hast, die in den ersten zehn Tagen tägliche Hausbesuche leistet – wenn nötig sogar zweimal täglich. 

Alle sind neugierig auf das Baby. Darf ich auch nein sagen, wenn sich zu viel Besuch ankündigt? Die ersten Wochen mit dem Baby werden nie mehr so sein und wiederkommen. Mach dir das ganz bewusst und genieße die Zeit. Besuche ja, aber nur die, die dich nicht anstrengen und nur Menschen, die du auch wirklich sehen willst. Du bestimmst wann. Der beste Besuch ist der, der keine zusätzliche Arbeit macht und nicht nervt. Lerne, kein schlechtes Gewissen zu haben!

 

Die Hebamme unterstützt die Familie im Wochenbett und gibt Ratschläge

Was tun, wenn das Baby schreit?

Der Satz „Lass dein Kind mal schreien, du verwöhnst es sonst zu sehr“ ist leider über Generationen erhalten geblieben. Wenn du diesen „gut gemeinten Rat“ hörst, stell dir die Frage“: Kann man ein Neugeborenes verwöhnen? Was verstehst du unter verwöhnen? Und die wichtigste Frage: Was empfindest du dabei, wenn du dein Kind schreien lässt, ohne mit ihm in Kontakt zu treten, sei es durch Ansprache oder Berührung? 

„Ich fühle mit, mein Kind tut mir leid, ich muss es einfach hochnehmen und beruhigen wollen.“ Das ist deine Intuition, du musst nur einmal mehr darauf aufmerksam gemacht werden. Gehe daher körperlich und instinktiv vor und handele nicht allein verstandesgemäß. 

Wann ist es Zeit für Babys erstes Bad?

Warum die Eile? In den ersten Tagen nach der Geburt solltest du dein Baby nicht baden

Sein eigener Geruch beruhigt es noch sehr, ist ihm vertraut. Nach etwa einer Woche ist ein günstiger Zeitpunkt dafür: der pH-Wert der kindlichen Haut hat sich in dieser Zeit verändert und seinen neuen Bedingungen außerhalb des Fruchtwassers angepasst. Und auch Mütter sind fit genug, nach den ersten erholsamen Tagen im Bett, für Babys erstes Bad. Wobei Väter diesen Teil ja auch sehr gerne übernehmen.

 
Simone Wirtz. Foto: Privat

Unsere Expertin

Simone Wirtz, war bereits im Krankenhaus, Geburtshaus und in einer eigenen Praxis tätig. Ganzheitliche Betreuung wie Homöopathie, Akupunktur oder Reflexzonenmassage von werdenden Müttern liegen der Hebamme aus Prien am Chiemsee am Herzen.

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