Schlaf, Kindlein schlaf... Babys Schlafumgebung

... aber wo? Im Kinderzimmer oder bei den Eltern? In Wiege, Stubenwagen oder Ehebett? Hier die wichtigsten Tipps zur gesunden und sicheren Schlafumgebung für Ihr Baby

Wo soll das Baby schlafen?

Früher war es überhaupt keine Frage: Kinder gehören in ein eigenes Zimmer. Heute ziehen immer mehr Babys nach der Geburt erst einmal ins Elternschlafzimmer. Zu Recht, denn Untersuchungen haben ergeben, dass das Schlafen von Babys im Zimmer der Eltern das Risiko des plötzlichen Säuglingstodes senkt.

Es wird vermutet, dass die Atemgeräusche der Eltern Babys Atmung anregen. Dazu scheint das gemeinsame Schlafzimmer auch die Lösung für so manches Baby-Schlafproblem. Die abendliche Trennung von den Eltern ist für viele Babys in den ersten Monaten bedrohlich, weil es ein Gefühl von Trennung und Verlassensein auslöst, die mit Unruhe und Geschrei quittiert wird.

Geborgen in Mamis Nähe schlafen die meisten Säuglinge ruhig und friedlich, die Eltern können jederzeit auf die Bedürfnisse des Babys eingehen, stillende Mütter haben ihren Säugling zudem gleich in Griffnähe. So beruhigt das gemeinsame Schlafen nicht nur das Baby, sondern auch die besorgten Eltern. Außerdem lieben Babys rhythmische Geräusche mehr als völlige Ruhe. Atemgeräusche regen also nicht nur an, sondern wirken auch entspannend und schlaffördernd. Und das gilt sogar für Papis Schnarchkonzert.

Baby im Elternbett?

Nein! Vom Schlafen in einem gemeinsamen Bett (dem sogenannten „bedsharing“) ist dringend abzuraten. Denn beim Schlafen des Babys im Bett der Eltern kann es schnell zu einer Überwärmung des Kindes kommen. Und das steigert die Gefahr des plötzlichen Säuglingstodes. Zur Erklärung: Unter der Decke der Eltern wird das Kind nicht nur von den Eltern angewärmt, sondern es kann auch viel schwerer überschüssige Wärme abgeben. Die Gefahr einer Rückatmung der eigenen wie auch der Ausatemluft der Eltern kommt dann noch hinzu. Beides – Rückatmung und Überwärmung – sind hochgefährlich für das Baby!

Wiege oder Kinderbett?

In den ersten Lebenswochen fühlt sich Ihr Baby in einem Stubenwagen oder einer Wiege geborgener als im „riesigen“ Kinderbett.

Wiege oder Stubenwagen sollten allerdings so groß sein, dass eine ausreichende Luftzirkulation gewährleistet ist. Besonders praktisch sind spezielle Babybettchen, die direkt an das Elternbett angedockt werden. So hat das Baby sein eigenes, sicheres Plätzchen und ist dennoch ganz dicht bei Mami und Papi.

Die richtige Lage

Die sicherste Lage ist die Rückenlage. Neues-te Forschungen haben ergeben, dass die Fälle vom plötzlichen Säuglingstod unter anderem mit der Bauchlage zusammen- hängen. Auch die Seitenlage ist nicht zu empfehlen, da der Säugling sich im Schlaf auf den Bauch rollen kann.

Das richtige Schlafklima

Säuglinge mögen es zum Schlafen lieber etwas kühler. Ziehen Sie Ihr Baby also nicht zu dick an und überheizen Sie den Schlafraum nicht! Die ideale Schlaftemperatur liegt um 18 Grad. Dazu sollte das Zimmer regelmäßig gelüftet werden. Zum Schlafen reicht Unterwäsche und ein Schlafanzug. Ist Ihr Baby krank und fiebert, eher weniger als mehr anziehen! Mützen verhindern die Abgabe überschüssiger Wärme über den Kopf und gehören ebenfalls nicht ins Bettchen.

Decke oder Schlafsack?

Natürlich möchten Sie es Ihrem Baby im Bett so gemütlich wie möglich machen – trotzdem: Kissen, Nestchen, Felle und Kuscheltiere haben im Babybett nichts zu suchen. Auch sie können zu einer Überwärmung führen oder einen Atemrückstau verursachen. Absolut verboten sind außerdem Heizkissen und Wärmflaschen!

Problematisch ist auch, dass Babys sich schon sehr früh die Bettdecke über den Kopf ziehen können. Optimal aufgehoben ist Ihr Kind daher in einem Babyschlafsack: Er hält gleichmäßig warm und das Baby kann sich während der Nacht nicht freistrampeln – und sich eben auch nichts über das Köpfchen ziehen. 

Achten Sie beim Kauf auf die richtige Größe: Der Halsumfang des Schlafsackes darf nicht größer als der Kopfumfang sein, damit das Baby nicht hineinrutschen kann. Die Länge berechnet sich aus Körpergröße zuzüglich 15 Zentimeter Spielraum zum Strampeln.

Die richtige Verschlusstechnik

Auch die Verschlusstechnik ist wichtig: „Wir haben uns bei unseren bekannten Baby-Mäxchen-Modellen ganz bewusst für einen seitlichen Zipper-Reißverschluss entschieden“, erklärt Stephanie Viehhofer, Inhaberin und Geschäftsführerin von Alvi, Traditionsmarke für Babyschlafsäcke.

„Ein Seitenreißverschluss bei unseren Schlafsäcken erlaubt es, das gesamte Fußteil zu öffnen und macht nächtliches Wickeln sehr komfortabel. Die Zipperform mit Feststellmechanismus verhindert ein selbstständiges Öffnen des Schlafsackes durch die nächtlichen Bewegungen des Kindes. Knöpfe kommen bei uns nur im Schulterriegelbereich vor, wo man den Schlafsack individuell einstellen kann, sodass er am Brustkorb eng anliegt und die Bewegungen des Babys keinen Einfluss auf die Größe der Hals- und Armöffnungen haben.“

Adrienne Friedlaender

 

Info: Plötzlicher Säuglingstod

Der plötzliche Säuglingstod (englisch: Sudden Infant Death; kurz: SID) ist der plötzliche und unerwartete Tod eines zuvor normal und gesund erscheinenden Säuglings. In Deutschland sterben pro Jahr etwa 1000 Kinder am plötzlichen Säuglingstod. Dabei gibt es in der Regel keinerlei Vorwarnungen, da die Kinder aus völliger Gesundheit heraus versterben. Mittlerweile sind aber eine Reihe von Risikofaktoren, wie das Schlafen in Bauchlage und das Rauchen der Mütter während der Schwangerschaft und in der Stillzeit, bekannt, bei deren Vermeidung das Risiko für das Kind verringert werden kann.

Weitere Informationen über sichere und gesunde Schlafumgebung erhalten Sie z. B. über:  „Gemeinsame Elterninitiative Plötzlicher Säuglingstod (GEPS) Deutschland e. V.,  Simone Beardi, Bundesgeschäftsstelle, Fallingbosteler Str. 20, 30625 Hannover, Tel. 0511/838 62 02, E-Mail: geps-deutschland@t-online.de

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