Kaffee in der Schwangerschaft Wie viel Koffein ist OK?

Starker Konsum von Kaffee oder anderen koffeinhaltigen Getränken wie Cola kann dem ungeborenen Kind erwiesenermaßen schaden. Komplett verzichten müssen Schwangere und stillende Mütter aber nicht.

In der Schwangerschaft fühlen sich viele Frauen schlapp und müde. Kein Wunder also, dass viele Mamas to be nur ungern auf ihren Muntermacher am Morgen verzichten möchten. Die gute Nachricht: Das ist auch nicht notwendig! Allerdings sollte der Kaffeekonsum auch nicht übertrieben werden. Denn zu viel Koffein kann dem Ungeborenen nachweislich schaden.

Warum ist Koffein in der Schwangerschaft schädlich?

Koffein macht müde Mamas munter. Es erhöht die Herzfrequenz und regt den Stoffwechsel an. Das gilt jedoch auch für das Baby. Denn Koffein durchdringt die Plazenta und gelangt so ungefiltert in den Blutkreislauf des Ungeborenen.

Soll heißen: Mutter und Kind haben anschließend die gleiche Menge Koffein im Blut – dementsprechend sind beide aufgeputscht. Da Koffein zudem die Gefäße verengt, kann es auch passieren, dass der Mutterkuchen zeitweise weniger durchblutet wird. Dadurch erhöht sich das Risiko einer Früh- oder Fehlgeburt minimal. 

Kaffee während der Schwangerschaft kann außerdem zu einem geringeren Geburtsgewicht des Babys führen. "Offenbar kann Koffein das Wachstum eines Ungeborenen in ähnlichem Maße verzögern  wie Alkohol oder Nikotinaufnahme im Verlauf der Schwangerschaft", berichtet Dr. Klaus König, zweiter Vorsitzender des Berufsverbandes der Frauenärzte (BVF) und verweist dabei auf die Untersuchung einer britischen Forschergruppe, die im British Medical Journal (BMJ 337, 2008) veröffentlicht ist.

Ein niedriges Geburtsgewicht kann zur Folge haben, dass das Baby bei der Geburt und auch im späteren Leben mit gesundheitlichen Problemen zu kämpfen hat. "Schwangere sollten daher möglichst auf die pharmakologisch aktive Substanz Koffein verzichten oder zumindest den Verzehr weitgehend einschränken", so Dr. König. 

Wie viel Kaffee und Cola darf eine Schwangere zu sich nehmen?

Einschränken schön und gut, aber was bedeutet das genau. Wie viele Tassen Kaffee sind in der Schwangerschaft denn nun erlaubt? Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung und die Weltgesundheitsorganisation (WHO) stufen 300 Milligramm Koffein pro Tag als unbedenklich ein.

Das entspricht in etwa drei Tassen Kaffee. Diese Richtlinie vertreten auch die meisten Ärzte. Dabei sollte man jedoch im Hinterkopf behalten, dass Koffein nicht nur in herkömmlichem Kaffee steckt, sondern auch in Instant Kaffee, Tee, Cola und sogar Schokolade. 

Unsere Auflistung zeigt, in welchen Produkten Koffein enthalten ist. Und vor allem wie viel.

  • 1 Tasse Kaffee: ca. 100 mg 
  • 1 Tasse schwarzer oder grüner Tee: ca. 50 mg bis 75 mg
  • 1 Dose Cola: ca. 33 mg, 1 Flasche Cola (1 Liter): ca. 100 mg
  • 1 Dose Energy-Drink: 80 mg
  • 1 Tasse Kakao: ca. 10 mg
  • 1 Riegel Schokolade: ca. 25 mg bis 50 mg 

Je nach Produkt kann der Koffeingehalt erheblich variieren. Beim Kaffee hängt er unter anderem von der Bohnensorte und Röstung ab. Es ist übrigens ein Irrglaube, dass Milch die Wirkung von Koffein abschwächt. Es macht also keinen Unterschied, ob ein Espresso oder ein Latte Macchiato getrunken wird. Beim Tee gibt es ebenfalls Sorten, die mehr Koffein enthalten als andere. Bei Schokolade gilt: Je dunkler (Bitterschokolade), desto höher der Koffeingehalt. Vollmilch- und weiße Schokolade enthalten somit  sehr wenig Koffein. Energy-Drinks und Erfrischungsgetränke mit Mate sollten besser gar nicht getrunken werden. Sie enthalten nicht nur sehr viel Koffein, sondern auch sehr viel Zucker. 

Ist koffeinfreier Kaffee eine Alternative in der Schwangerschaft?

Wer in der Schwangerschaft auf Koffein verzichten möchte, ist mit entkoffeiniertem Kaffee gut beraten. Er kann allerdings minimale Mengen Koffein beinhalten und bei übermäßigem Verzehr zu Magenbeschwerden führen. Getreidekaffee, wie zum Beispiel Caro-Kaffee, ist komplett frei von Koffein.

Auch koffeinfreie Cola enthält kein Koffein, selbst wenn auf dem Etikett eventuell etwas von Koffein-Aroma steht. Hierbei geht es lediglich um den Geschmack. Da koffeinfreie Cola aber voller Zucker oder Zuckerersatzstoffe (Cola light oder Cola Zero) steckt, sollte sie auch nur in Maßen getrunken werden. 

Wie sieht es in der Stillzeit mit Kaffee und Co. aus?

Nach neun Monaten Schwangerschaft sehnen sich viele Frauen nach Salami, Sushi – und wenn sie zuvor vollends auf Koffein verzichtet haben – auf einen richtig guten Kaffee. Allerdings gelten für die Stillzeit die gleichen Regeln wie für die Schwangerschaft. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung warnt, dass Koffein beim Baby zu Unruhe und Bauchweh führen kann, da es durch die Muttermilch weitergegeben wird.

Daher sollten Kaffee, Cola und andere aufputschende Produkte mit Bedacht konsumiert werden. Am besten ist es, wenn die Mutter direkt nach dem Stillen Kaffee trinkt, so dass das Koffein bis zum nächsten Anlegen in der Muttermilch ganz weg oder zumindest verringert ist.

Getreidekaffee ist auch sehr lecker! Foto: Getty Images

Autorin: Jana Kalla

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