Nabelschnurblut einlagern Nabelschnurblut als Lebensretter

Viele zukünftige Eltern fragen sich, ob das Einlagern von Nabelschnurblut gleich nach der Geburt sinnvoll ist. Viele neue medizinische Erfolgsmeldungen – besonders aus der Stammzellenforschung – sprechen für die gesundheitliche Vorsorgemaßnahme.

 

Was für ein Schock. Die Nachricht über die Krebserkrankung der 5-jährigen Tochter Helena traumatisierte die Madrider Familie. Ärzte hatten ein Neuroblastom bei der Kleinen diagnostiziert. An diesem bösartigen Krebs erkranken weltweit jährlich rund eines von 5000 Kindern. Chemotherapie sowie OP und Bestrahlung sind die gängigsten Behandlungsformen. 

Danach werden meist den Kindern vorher zur Eigenvorsorge entnommene Stammzellen transplantiert. Die sind sinnvoll, um die bei der Therapie geschädigten Zellen zu erneuern. So auch bei der kleinen Spanierin, dessen Eltern sich mit den Spezialisten der Madrider Universitäts- Kinderklinik für eine Transplantation der zuvor bei dem deutschen Unternehmen Vita 34 eingelagerten Stammzellen entschieden hatten.  

 

Dank einer Stammzellenspende überlebt die kleine Patientin

Das ist die bereits 30. Anwendung eines Stammzelltransplantats in 20 Jahren aus Nabelschnurblut des Leipziger Biotech-Unternehmens. Die behandelnde Ärztin Dr. Eva Gonzales sei sehr zufrieden mit der Behandlung – vor allem in der großen Menge an hochqualitativen Stammzellen, die sich im Nabelschnurblut befinden, so die Firma. Nach der problemlosen Transplantation könne die kleine Patientin wieder hoffnungsvoll in die Zukunft blicken. 

 

Die Stammzell-Proben werden bei minus 180 Grad eingefroren

Stammzellen als Lebensversicherung

Dieser Erfolgsfall belegt eindrücklich den Sinn und Zweck einer Einlagerung von Blut aus der Nabelschur des Neugeborenen.  Bereits Hundertausende Entnahmen lagern bei minus 180 Grad in Hochsicherheitstanks von spezialisierten Kliniken. Bei „öffentlichen” Nabelschnurbanken sind die Stammzellen und Gewebe aus Nabelschnurblut nicht personalisert hinterlegt. Einige private Firmen garantieren die Lagerung der Zellen für die Spenderfamilie. Die Einlagerung ist somit quasi eine Absicherung für zukünftige Eventualitäten. Vergleichbar mit einer Feuerschutzversicherung, die hoffentlich niemals zum Tragen kommt. Aber wenn, kann sie Leben retten helfen.

 

Jeder siebte Mensch benötigt bald eine Stammzellentherapie 

Das Potential von Stammzellen aus der Nabelschnur ist enorm und bietet Zugang zu völlig neuen Therapieoptionen im Bereich der regenerativen Medizin, so bei der Behandlung der Folgen von neurologischen Schädigungen und degenerativen Erkrankungen wie Herzinfarkt oder Schlaganfall. Die Nabelschnur enthält Stammzellen, die sehr jung sind, noch keine altersbedingten Schädgungen oder Veränderungen aufweisen und durch den Schutz im Mutterleib nahezu frei von Viren sind. Forscher sind davon überzeugt, auch die großen Volkskrankheiten therapieren zu können. Wissenschaftler gehen davon aus, dass in naher Zukunft jeder siebte Mensch im Laufe seines Lebens eine Therapie auf Basis von Stammzellen benötigen wird.  

 

Hoffnungen für die Zukunft dank Stammzellen

Stammzelltherapie der Zukunft

 

Netzhaut: Nabelschnurgewebe könnte zukünftig Augenlicht retten. Ein Forscherteam der Duke Universität hat jetzt bewiesen, dass Zellen aus menschlichem Nabelschnurgewebe Moleküle produzieren, die das Wachstum von Netzhautzellen verbessern. Hoffnung ist, damit einer Heilungsmethode für Augenerkrankungen wie der altersbedingten Makuladegeneration (AMD) auf die Spur zu kommen. Britische Forscher setzten einer Patientin Augenzellen ein, die aus menschlichen Stammzellen abgeleitet wurden. Sie wurden dadurch nicht blind.

Knochen und Knorpel: Eine Schweizer Forschungsgruppe hat Knorpel-Transplantate für Nasen, Ohren und Gelenke aus körpereigenen Zellen gefertigt. Freiburger Forscher entwickeln einen 3D-Drucker, der aus Hydro-Gelen und Stammzellen Knochen mitsamt eigenen Blutgefäßen herstellen kann. So können die Knochen schnell mit umliegendem, natürlichen Gewebe verbinden und mit Blut versorgt werden. 

 

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