Wie schädlich ist Alkohol? Alkohol in der Schwangerschaft

Ab und zu mal ein Schlückchen Bier oder Wein? Bloß nicht! Schon kleinste Mengen Alkohol in der Schwangerschaft können dem Ungeborenen großen Schaden zufügen.

 

Alkohol in der Schwangerschaft ist der häufigste bekannte Grund für Fehlbildungen beim ungeborenen Baby. Und dabei ließe sich diese Ursache zu 100 Prozent verhindern. Daher sollte eine werdende Mutter auf jeglichen Alkohol in der Schwangerschaft verzichten. Denn auch wenn es nicht gleich zu einer sichtbaren Fehlbildung kommt, kann sich eine Schädigung durch Alkohol in der Schwangerschaft auch erst Jahre später in Konzentrationsstörungen und anderen Symptomen bemerkbar machen.

Die Folgen von Alkohol in der Schwangerschaft

Auch die inneren Organe des Kindes könnten durch Alkohol in der Schwangerschaft in Mitleidenschaft gezogen werden. So sind Herzfehler und Auffälligkeiten im Bereich der Harnwege ein häufiger Defekt durch einen zu hohen Alkoholkonsum in der Schwangerschaft. Auch ein zu geringes Geburtsgewicht, eine nicht vollständige Ausbildung von Gliedmaßen sowie ein Minderwuchs können die Folge von einem übermäßigen Alkoholgenuss in der Schwangerschaft sein.

Kein Alkohol in der Schwangerschaft

Da man keine Grenzwerte festlegen kann, ab wann sich Alkohol wirklich negativ auf das ungeborene Kind auswirkt, sollte man nicht nur auf den regelmäßigen Alkoholgenuss verzichten, sondern auch bei Speisen und Gerichten genauer hinschauen. Denn auch die leckere Weißweinsoße oder Medikamente enthalten oft Alkohol.  

Praktisch: Viele Frauen verspüren in der Schwangerschaft gar keine Lust auf Zigaretten, Alkohol & Co. Oftmals vermittelt einem der Körper besonders in der Schwangerschaft, was gut ist und was nicht. Daher ist es auch durchaus in Ordnung, Gelüsten und Heißhungerattacken beim Essen (selbstverständlich ohne Alkohol) in Maßen nachzugeben. Denn oft verlangt der Körper nach etwas ganz Bestimmten, was er in dieser Zeit besonders braucht.

Alkohol in den ersten Tagen der Schwangerschaft

Viele Frauen haben ein schlechtes Gewissen, wenn sie Alkohol getrunken haben, als sie noch nicht wussten, dass sie schwanger sind. Dies ist in der Regel allerdings kein Problem, denn in den ersten 14 Tagen nach der Befruchtung gilt das "Alles-oder-Nichts-Prinzip". Eine Eizelle, die in dieser Zeit schwer geschädigt wurde, teilt sich nicht weiter und nistet sich nicht in der Gebärmutterschleimhaut ein. Sie wird - meist ohne, dass die Frau es merkt - mit einer verspäteten Regelblutung ausgeschieden. Eine gesunde Eizelle nistet sich zehn bis 14 Tage nach der Befruchtung ein. Nun wird der Embryo über den Blutkreislauf der Mutter versorgt und auch Gifte wie Alkohol gelangen zu ihm. Es ist also gut, die Schwangerschaft so früh wie möglich festzustellen und keinen Alkohol mehr zu trinken.

Mehr Infos zum Alkoholkonsum in den ersten Tagen der Schwangerschaft auf den Seiten der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung.

Sind bestimmte alkoholhaltige Getränke in der Schwangerschaft weniger schädlich als andere?

Jedes alkoholhaltige Getränk kann schädlich sein - Bier hat zwar prozentual weniger Alkohol als Wein, wird aber meistens auch in größeren Mengen getrunken. So enthält ein Glas Bier (0,3 l) bei einem Alkoholgehalt von 4,8 % etwa 11,5 Gramm puren Alkohol. Bei einem Glas Wein (0,2 l) mit einem Alkoholgehalt von 11 % sind es 17,6 Gramm. In der Schwangerschaft sollte man alle alkoholischen Getränke meiden. Denn niemand weiß, welches Kind von welcher Mutter dadurch Schäden davonträgt.

Neuen Erkenntnissen zufolge können zwar auch andere Faktoren wie das Alter der Mutter, die Gene von Mutter und Embryo und die Ernährung die Gefährlichkeit von Alkohol für das Ungeborene beeinflussen, aber man weiß nicht, zu welchem Ausmaß.

Auch alkoholfreies Bier kann eine Alkoholmenge von bis zu 0,5 % vol enthalten. Diese muss auf dem Etikett nicht angegeben werden. Am besten achtet man auf den freiwilligen Hinweis des Herstellers "0,0 % vol".

Fetales Alkoholsyndrom

Trinkt die werdende Mutter in der Schwangerschaft Alkohol, kann dies also schlimme Folgen für ihr Kind haben. Das fetale Alkoholsyndrom bezeichnet unterschiedliche Beeinträchtigungen und Störungen der körperlichen, geistigen und seelischen Entwicklung von Kindern aufgrund von Alkoholkonsum der Mutter in der Schwangerschaft. Die Symptome sind zum Beispiel Minderwuchs, ADHS, Lippen-Kiefer-Gaumenspalte, Wachstumsstörungen und Organschädigungen. Mitunter kommt es zu schweren Behinderungen, die nicht geheilt werden können. Einige Beschwerden können zwar gelindert werden, doch häufig sind diese Menschen außer Stande, ein normales Leben zu führen.

Dabei scheint es keinen Zusammenhang zwischen der Alkoholmenge, die die Mutter in der Schwangerschaft zu sich nimmt, und dem Grad der Behinderung zu geben. Die klare Empfehlung lautet daher, in der Schwangerschaft keinen Alkohol zu trinken.

Alkohol in der Stillzeit?

Auch in der Stillzeit sollte die Mama möglichst auf Alkohol verzichten. Denn der Säugling nimmt durch die Muttermilch den Alkohol auf und kann dadurch geschädigt werden. Die Muttermilch hat einen ähnlich hohen Promille-Wert wie das Blut der Mutter.

Weitere Infos zum Thema Alkohol in der Schwangerschaft

Der "Arbeitskreis Alkohol und Verantwortung" bietet auf seiner Seite www.verantwortung-von-anfang-an.de viele Infos zum Thema Alkohol in der Schwangerschaft sowie kostenlose Broschüren zum Download an, zum Beispiel den "Leitfaden für den Verzicht auf alkoholhaltige Getränke in Schwangerschaft und Stillzeit" und "Das fetale Alkoholsyndrom".

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