Aufklärung und Austausch zur Vorbereitung auf die Geburt Geburtsvorbereitung

Die Zeiten, in denen bei der Geburtsvorbereitung nur „gehechelt“ und „geturnt“ wurde, sind längst vorbei. Heute erwartet die werdenden Eltern ein buntes Angebot an Aufklärung, Austausch und aktiver Mitgestaltung.

 

Die Idee der Geburtsvorbereitung geht bis in die 1940er-Jahre zurück: Der britische Gynäkologe Grantly Dick-Read erkannte als erster, dass die Angst der Frauen vor und während der Geburt einen entscheidenden Einfluss auf ihre subjektiv empfundenen Geburtsschmerzen hat. Das zentrale Anliegen der Geburtsvorbereitung ist seitdem klar definiert: Die werdenden Mütter auf die Geburt und das Leben mit dem Neugeborenen vorzubereiten und ihnen Vertrauen in die Fähigkeit zu schenken, ein Kind gebären und für es sorgen zu können. Einen wichtigen Teil der Geburtsvorbereitung bilden Information und Aufklärung über den Geburtsverlauf und mögliche Abweichungen, über das Wochenbett und das Stillen. Die Kurse sensibilisieren die Frauen für ihren Körper und ihre Bedürfnisse, vermitteln den werdenden Eltern Bewegungs-, Entspannungs- und Atemtechniken für den richtigen Umgang mit der veränderten Körperlichkeit und ein realistisches Bild vom Leben mit dem Neugeborenen.

 

Das Angebot ist groß

Klassisch, Yoga, Gymnastik, Entspannungstechnik oder Akupunktur – die Angebotspalette in Sachen Geburtsvorbereitung ist groß. Vorab können sich werdende Eltern einige grundsätzliche Fragen stellen:

 

Allein oder zu zweit?

Geburtsvorbereitungskurse richten sich entweder nur an Frauen oder an beide Partner. Für werdende Väter, die im Kreißsaal dabei sein wollen, ist es durchaus sinnvoll, an den Terminen teilzunehmen. Auch sie fühlen sich sicherer, wenn sie wissen, wie eine Geburt abläuft und wie sie ihre Partnerin unterstützen können.

Wo?

Einen Überblick über das Angebot in nächster Umgebung und Hilfestellung bei der Auswahl bieten meist der Frauenarzt oder die Vorsorgehebamme. Die finden Schwangere unter www.hebammensuche.de

Bei einer Risikoschwangerschaft können sich Schwangere von ihrem Frauenarzt ein Rezept für einen Individualkurs ausstellen lassen. Mit diesem wenden sie sich an eine Hebamme, die sie zu Hause betreut.

Ab wann?

Ein klassischer Abendkurs beginnt meist um die 25. Schwangerschaftswoche. Ein Wochenendkurs kann später starten. Bei Kursen wie Yoga bietet sich ein früherer  Beginn an. Wichtig ist, sich rechtzeitig, also zwischen der zehnten und zwanzigsten Schwangerschaftswoche, anzumelden. Denn viele Kurse und Hebammen sind über Monate ausgebucht.

Wer bezahlt?

In der Regel übernimmt die Krankenkasse die Kosten für 14 Stunden Geburtsvorbereitung. Zur Sicherheit vorher nachfragen. Manche Kassen zahlen inzwischen sogar die Kosten für den Partner.

Welcher Kurs?

Für Erstgebärende ist die klassische Geburtsvorbereitung durchaus sinnvoll, da hier ein breites Spektrum an Basiswissen abgedeckt wird. Doch auch erfahrene Mütter profitieren häufig von einem Kurs. Sie und auch ihre Partner empfinden es als angenehm, sich Zeit für einander und die Schwangerschaft zu nehmen. Daneben gibt es zahlreiche Zusatz- und Alternativangebote.

 

Von A wie Akupunktur bis Z wie Zilgrei

Fotos: Thinkstock

Kurse für Schwangere 

  • Akupunktur: Durch das Nadeln bestimmter Körperpunkte sollen Spannungen gelöst, die Öffnung des Muttermunds beschleunigt und die Geburt verkürzt werden.
  • Atemtherapie: Bewusstes Atmen hilft, mit dem Wehenschmerz umzugehen und die Sauerstoffversorgung des Kindes zu fördern. Deshalb ist die Atmung in fast allen Geburtsvorbereitungskursen ein Thema. Es gibt aber auch solche, die sich besonders auf diesen Aspekt konzentrieren.
  • Autogenes Training: Tiefe Konzentration und Selbstsuggestion helfen, sich zu  entspannen, Stress abzubauen und Kraftreserven  zu mobilisieren.
  • Bauchtanz: Weiche, rhythmische Bewegungen entspannen und sensibilisieren Becken und Hüfte. Gleichzeitig bescheren sie dem Ungeborenen sanfte Schaukelbewegungen.
  • Qigong: Eine Methode der traditionellen chinesischen Medizin aus leichter Bewegung, gezielter Atmung und Meditation.
  • Schwangerengymnastik: Übungen, die Bauch, Rücken, Hüfte und vor allem die Beckenbodenmuskeln kräftigen, dehnen und entspannen. Dazu gibt es Tipps zur Wirbelsäulen schonenden Haltung und gezielten Bauchatmung.
  • Shiatsu: Die japanische Dehnungs-, Massage- und Akupressur-methode löst Stauungen und regt den Energiefluss im Körper an. Unter dem Namen Watsu findet Shiatsu auch im Wasser statt.
  • Wassergymnastik: Im Wasser fühlen sich Schwangere leichter, ihre Bewegungen sind fließender, weicher und dadurch entspannend.
  • Yoga: Atem- und meditative Übungen stärken den Körper und erleichtern den Umgang mit den Wehenschmerzen. Viele Yogastellungen ähneln den Positionen, die werdende Mütter instinktiv in den Wehen einnehmen.
  • Zilgrei: Die Kombination aus Atemtechniken und speziellen krankengymnastischen Bewegungen bzw. Körperhaltungen hilft vor allem bei Rücken- und Gelenkbeschwerden.​

 

 

Unsere Expertin:

Foto: Privat

Susanne Toth, Hebamme aus Hamburg, www.schanzenhebammen.dewww.kleinerdrei.co

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