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Wann geht's endlich los?

Anzeichen für die Geburt

Werdende Mütter hören besonders stark auf ihren Körper – besonders zum Ende der Schwangerschaft hin. Doch woran merken Mütter in spe, dass die Geburt bevor steht?

Es kommt nicht selten vor, dass sich Schwangere denken: "Jetzt geht es los!" Mit wehenden Fahnen fahren sie ins Krankenhaus, um dort festzustellen, dass das Kind noch etwas Zeit benötigt. Trotz Geburtsvorbereitungskursen, Vorsorgeuntersuchungen und medizinischer Aufklärung ist man sich so kurz vor dem Entbindungstermin doch unsicher. Wie unterscheide ich echte von falschen Wehen, Vorwehen von Geburtswehen? Merke ich es wirklich rechtzeitig, wenn die Geburt losgeht? Oder kann es tatsächlich passieren, dass sich mein Baby sturzartig und ohne vorherige Anzeichen auf den Weg macht?

Schwangere können sich den Stress ersparen, wenn sie die Anzeichen für eine bevorstehende Geburt kennen und wissen, wie diese einzuordnen sind.

Vermeintliche Anzeichen für die Geburt

Jede Schwangerschaft verläuft unerschiedlich. Manche Frau berichtet von Symptomen, wie innerer Unruhe, die den Beginn der Geburt ankündigen sollen. Voller Tatendrang verspüren sie ein unaufhaltsames Bedürfnis, Babys Zimmer bis ins letzte Detail ein- und herzurichten, oder unbedingt das ganze Haus putzen zu müssen. Der plötzliche "Putzfimmel" ist auch als Nestbautrieb bekannt.

Generell gilt: Keine Sorge, kein Kind macht sich auf den Weg, ohne sein Vorhaben anzukündigen! Jetzt heißt es für Mütter in spe, sich nicht von den Erzählungen anderer verrückt machen zu lassen, dem eigenen Körper zu vertrauen und auf ein paar Signale zu achten. Gegen Ende der Schwangerschaft kommt es meist zu einigen spürbaren Veränderungen, die zwar noch keinen unmittelbaren Beginn der Geburt anzeigen, aber ein Zeichen dafür sind, dass der Countdown läuft und das Baby sich nun bald auf den Weg machen wird.

Als weitere Anzeichen nennen einige werdende Mütter: 

  •  Zittern der Muskel
  •  andauernde Übelkeit
  • Starke Rückenschmerzen
  • ziehende Schmerzen im Unterbauch
  • Plötzlicher Heißhunger oder Appetitlosigkeit
  • Blähungen oder Durchfall
  • Schlafstörungen
  • starke Müdigkeit bzw. Erschöpfung

Diese Anzeichen können zwar auftreten und auf den Beginn der bevorstehenden Geburt hinweisen, allerdings sind die Signale sehr vage. Den vermeintlichen Vorboten für die nahende Geburt können auch andere Ursachen zugrunde liegen.

Wenn sich das Kind hingegen weniger im Bauch bewegt, kannst du dies schon als relativ sicheres Zeichen für die baldige Geburt verbuchen. Denn in den letzten zwei Wochen legt das Baby nochmal bis zu 400 Gramm an Gewicht zu und hat dementsprechend deutlich weniger Bewegungsfreiheit. Verminderte Kindsbewegungen sind oft Vorboten für Geburtswehen.

Der Bauch senkt sich ab

In Vorbereitung auf die Geburt rutscht der Kopf vom Baby in Richtung Becken. Dadurch senkt sich der Bauch etwas ab. Bei manch schwangerer Frau senkt sich der Bauch bereits einige Wochen vor der Geburt. Der Prozess wird bei der Frau häufig von Senkwehen begleitet. Diese können zwar schmerzhaft sein, sind aber nicht geburtsrelevant. Ins Krankenhaus musst du aufgrund der Senkwehen nicht.

Der Druck auf Darm und Blase nimmt zu, nachdem das Baby in das Becken gerutscht ist. Daher kann es vermehrt zu Harndrang und unruhigen Nächten kommen. Als angenehm empfindet die werdende Mutter dagegen, dass die inneren Organe wieder mehr Platz haben. Das bedeutet für die schwangere Frau: Endlich wieder tief durchatmen und größere Mengen auf einmal essen.

Der Schleimpfropf löst sich

Das "Zeichnen" ist ein weiteres Indiz dafür, dass die Geburt naht. Der Begriff aus der Hebammensprache besagt, dass der leicht blutig verfärbte Schleimpfropf, der den Muttermund bislang verschlossen und vor Bakterien und Krankheitserregern geschützt hat, abgegangen ist.

Die Zeit bis zur Entbindung kann nach Abgang des Schleimpfropfs aber noch sehr unterschiedlich sein: Manche Schwangere verliert ihn bereits zwei Wochen vor der Geburt, manche Frau auch erst während der letzten Tage vor der Geburt oder erst kurz vor Einsetzen der Geburtswehen. Nach Abgang des schützenden Schleimpfropfs solltest du Aktivitäten, wie Schwimmen, vermeiden, bei denen du mit vielen Keimen und Bakterien in Berührung kommst.

Blasensprung

Der Blasensprung ist immer ein sicheres Geburtsanzeichen. Die Fruchtblase, die das Baby umgibt, platzt. Das Fruchtwasser läuft langsam mitunter auch schwallartig aus der Scheide. Viele Frauen sind unsicher, ob es sich um unwillkürlichen Urinabgang oder Fruchtwasser handelt, denn der Blasensprung ist meist schmerzfrei, da die Wand der Fruchtblase nicht von Nerven durchzogen ist. Fruchtwasser ist meist eine klare Flüssigkeit, kann aber auch leicht gelblich, grünlich oder bräunlich verfärbt sein, und riecht vollkommen neutral. Die ausgetretene Menge von Fruchtwasser ist meist nur gering, da der Kopf des Babys im Becken die Flüssigkeit zurückhält.

Wenn die Fruchtblase geplatzt ist, sollten sich Schwangere in jedem Fall auf den Weg in die Klinik machen. Sollte das Fruchtwasser grünlich verfärbt sein, deutet dies darauf hin, dass dein Baby Kindspech (Stuhl) ausgeschieden hat. Meist ist dies ein Hinweis darauf, dass das Kind bereits unter Stress gelitten hat, zum Beispiel durch einen Mangel von Sauerstoff. Daher sollten in diesen Fall im Krankenhaus auch die Herztöne des Kindes abgehört und die Versorgung mit Sauerstoff überprüft werden.

Echte Geburtswehen setzen ein

Bei circa 75 Prozent der Schwangeren kündigt sich durch Geburtstwehen an, dass es jetzt bald richtig losgeht. Es ist nicht immer leicht zwischen Übungswehen und echten Geburtswehen zu unterscheiden. Jede Frau empfindet den Wehenschmerz anders. Ob als Druck oder eher Ziehen spürbar – zu Beginn der Geburt sind die Kontraktionen noch kurz und schwach. Sie dauern meist nur 15 bis 20 Sekunden und sind kaum intensiver als ein Menstruationsschmerz. Die Pausen dazwischen liegen bei ungefähr 20 Minuten. Frauen können die Vorwehen von den richtigen Wehen unterscheiden, indem sie sich zum Beispiel in die Badewanne oder auf das Sofa legen. Wehen, die in der Bewegung auftreten (viele Frauen glauben beispielsweise mit erschöpfenden Wanderungen oder Treppensteigen die Geburt auslösen zu können) sind fast immer nur ein Zeichen von Anstrengung und verschwinden, wenn man sich ausruht.

Werden die Wehen in der Ruhestellung mehr, kehren zudem regelmäßig wieder und dauern nun länger als 30 Sekunden, handelt es sich um Geburtswehen. Wer ganz sicher gehen möchte, stoppt die Zeit. Kommen die Wehen schließlich im Zehn-Minuten-Abstand, ist es an der Zeit, die Klinik aufzusuchen.

Der Muttermund öffnet sich immer weiter

Bei jeder echten Geburtswehe öffnet sich der Muttermund immer weiter. Der Prozess kann sehr schnell voranschreiten oder auch einige Stunden in Anspruch nehmen, das ist von Frau zu Frau sehr unterschiedlich. Wenn der Muttermund circa zehn Zentimeter weit geöffnet ist, beginnt der zweite Teil der Geburt mit Presswehen.

Die letzten Tage vor der Geburt

Wenn die letzten Tage der Schwangerschaft angebrochen sind, ist es vor allem wichtig, dass du dich nicht verunsichern lässt. Die oben genannten Anzeichen für den Beginn der Geburt sollen dir helfen, dich sowohl körperlich als auch mental vorzubereiten und die Vorgänge in deinem Körper kurz vor der Entbindung besser zu verstehen. Denn wenn du weißt, was auf dich zukommt, kannst du dich besser entspannen und auf den Geburtsprozess einlassen. Letztendlich ist jede Geburt ein ganz besonderes individuelles Erlebnis und eines der schönsten im Leben einer Frau, wenn sie zum ersten Mal ihr frisch geborenes Baby im Arm hält. Also Ruhe bewahren und die Anzeichen auf die bevorstehende Geburt gelassen und freudig aufnehmen, denn: Es könnte bald losgehen.

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Häufig gestellte Fragen

Wenn die Geburt kurz bevorsteht, haben viele schwangere Frauen die gleichen Sorgen, und Ängste. Wir haben dir die fünf häufig gestelltesten Frage aus unserer Community zusammegestellt – und natürlich bei einer Hebamme nach Antworten gefagt.  

Sind das echte Wehen?

"Alle paar Stunden spüre ich (38. SSW) ein Ziehen im Unterbauch. Das macht mich von Mal zu Mal nervöser. Woran merke ich, ob das echte Wehen sind und die Geburt wirklich losgeht?"

Hebamme Karin Brenner: "Was du da spürst, sind Vorwehen, die gegen Ende der Schwangerschaft häufiger auftreten. Sie können durchaus über einige Stunden hinweg regelmäßig und in größeren Abständen kommen, hören aber im Gegensatz zu echten Geburtswehen irgendwann wieder auf.
Um die 39. Woche können diese Vorwehen fließend in die Geburtswehen übergehen. Das Ziehen wird dann schmerzhafter, kommt in kürzeren Abständen und geht auch nach Stunden nicht mehr weg. Wenn du binnen 15 Minuten drei bis fünf Wehen spürst, haben die Eröffnungswehen begonnen. Dann ist es Zeit, in die Klinik zu fahren oder die Hebamme zu informieren."

Ein Cocktail zur Einleitung?

"Im Geburtsvorbereitungskurs waren mehrere Rezepte für Rizinus-Cocktails zur Einleitung der Geburt in Umlauf. Was wirkt am besten?"

Hebamme Karin Brenner: "Dass Rizinus-Cocktails den Geburtsbeginn beschleunigen können, haben mehrere Studien bestätigt. Trotzdem rate ich davon ab, selbst mit Rizinus-Cocktails zu experimentieren. Denn gerade weil sie so gut wirken, sind die Cocktails nicht unbedenklich. Sie brauchen dazu auch die bei einer Geburtseinleitung üblichen Kontrollen. Das heißt: Rizinus bitte nur nach genauer Anleitung nehmen und wenn eine Hebamme dabei ist, Richtig angewendet haben Wehen-Cocktails durchaus Vorteile: Studien zeigen, dass Frauen diese Unterstützung als angenehmer empfinden als eine Einleitung mit Prostaglandinen, also Gewebshormonen. Auch die Kinder scheinen davon zu profitieren. Jedenfalls zeigten sich beim Herzton-Wehenschreiber (CTG) weniger Auffälligkeiten."

Termin vorbei: Wann kommt das Baby?

"Mein Baby hätte eigentlich vor vier Tagen zur Welt kommen sollen. Doch es rührt sich nichts. Meine Frauenärztin beruhigt mich, aber ich bin dennoch nervös und frage mich: Wann muss die Geburt eingeleitet werden?"

Hebamme Karin Brenner: "Eine Überschreitung des errechneten Geburtstermins um vier Tage 
bezeichnen die Fachleute noch als „verlängerte Tragezeit“. Von „Übertragung“ sprechen sie erst, wenn der Termin schon 14 Tage zurückliegt. Bis dahin kannst du abwarten, wenn du keine zusätzlichen Risikofaktoren wie Bluthochdruck oder Diabetes („Zucker“) hast oder dein Kind nicht zeitgerecht gewachsen ist. Arzt oder Hebamme kontrollieren normalerweise ab der vollendeten 40. Woche zunächst in zweitägigen Abständen mit dem Herzton-Wehenschreiber (CTG), vielleicht auch per Ultraschall, ob es dem Ungeborenen noch gut geht. Ab der 41. Woche erfolgen diese Kontrollen täglich. Sofern sich dabei keine auffälligen Befunde ergeben, warten Ärzte bis zur 42. Woche ab, ehe sie die Geburt dann einleiten."

Ist mein Kind noch gut geschützt?

"Gestern (39. SSW) hat meine Hebamme festgestellt, dass der Schleimpfropf abgegangen ist. Ist das Kind in meinem Bauch jetzt weniger geschützt?"

Hebamme Karin Brenner: "Ja. Allerdings ist das Infektionsrisiko nicht so groß, dass deshalb zusätzliche Kontrollen oder gar eine Einleitung der Geburt notwendig wären. Erst wenn auch noch die Fruchtblase platzt, werden die Hebamme und/oder der Arzt Vorsichtsmaßnahmen ergreifen. Der Schleimpropf löst sich, weil der Muttermund sich langsam öffnet. Das ist in der 39. Woche ganz normal. Bis zur Geburt dauert es danach manchmal nur noch zwei, manchmal aber auch 14 Tage."

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