Dein wirEltern-Newsletter

Alles über die Themen Schwangerschaft, Erziehung & Gesundheit

Geburtsverletzungen

Dammriss und Dammschnitt: Vorbeugen und behandeln

Viele Frauen fürchten sich bei der Geburt vor einem Dammriss oder einen Dammschnitt. Wir zeigen, wie man vorbeugen und die Heilung unterstützen kann.

Unter der Geburt kann der Damm verletzt werden. Manchmal hält das Gewebe der hohen Spannung nicht mehr stand, so dass ein Dammriss entsteht. Es kann aber auch sein, dass aus medizinischer Sicht ein Dammschnitt notwendig wird. Dammschnitte sind in der Regel schmerzhafter als Risse. Je nach Schnittlänge, -tiefe und -richtung können sie in den ersten Tagen nach der Geburt sehr einschränkend sein. Es kann auch zu Rissen oder Schürfungen an den Schamlippen oder in der Scheide kommen. Die Behandlung aller Verletzungen ist dieselbe.

Dammriss vorbeugen

Dammverletzungen entstehen seltener, wenn man ca. sechs Wochen vor dem errechneten Geburtstermin einmal täglich die Dammregion etwa fünf Minuten lang massiert und dehnt. Das mag sich zunächst ein wneig seltsam anfühlen, hilft aber. Dazu nimmt man am besten ein Johanniskrautöl oder spezielles Damm-Massageöl, das es in der Drogerie oder Apotheke zu kaufen gibt.

So geht die Damm-Massage: Mit dem Daumen geht man ungefähr zwei Zentimeter weit in die Scheide hinein und dehnt diese Bereich in Richtung Anus. Mit den anderen Fingern massiert man den Damm von der Oberseite. 

Zusätzlich kann in den letzten zwei Wochen vor der Geburt auch ein tägliches Heublumendampfsitzbad helfen, den Dammriss zu vermeiden. Dazu übergießt man eine Handvoll Heublumen aus der Apotheke mit einem Liter kochendem Wasser und lässt es ein wenig abkühlen. Den Topf mit dem Aufguß stellt man dann am besten in die Toilette – und setzt sich dann ganz bequem für ein paar Minuten darauf. 

Rezeptur für ein Damm-Massageöl

Ein Massageöl für den Damm kann man gut selber herstellen: 

  • 10 ml Johanniskrautöl mit 10 ml Weizenkeimöl mischen
  • je 1 Tropfen Muskatellersalbeiöl und Rosenöl zusetzen
  • dunkel aufbewahren

Dammriss und Dammschnitt behandeln

Auf jeden Fall sollte man sich in den ersten Tagen nach der Geburt Bettruhe gönnen. Das Wundgebiet kann im Wochenbett am besten heilen, wenn es nicht belastet wird. Auch sollte der Bereich nicht zusätzlich gedehnt werden: Daher am besten mit geschlossenen Beinen sitzen (kein Schneidersitz!) und möglichst im Liegen stillen. Auch die Bauchlage hilft, den Damm zu entlasten. Zusätzlich unterstützt sie auch die Rückbildung der Gebärmutter. 

Dammverletzungen kontrolliert man am besten von zeit zu zeit mit einem Spiegel – wenn es die Hebamme nicht ohnehin tut. So lässt sich gut beobachten, ob die Wunde gut abheilt oder ob sie eventuell entzündet ist. Wenn eine starke Rötung oder weißliche Beläge zu sehen sind oder sich gar die Naht öffnet, sollte man immer eine Hebamme oder einen Arzt zu rate ziehen. 

Spülungen

Die Verletzungen heilen leichter, wenn das Wundgebiet öfter einmal vorsichtig abgeduscht wird. Vor allem nach dem Stuhlgang.

Auch eine regelmäßige Spülung begünstigt die Heilung. Dafür muss man nicht extra unter die Dusche – es reicht, die Spülung von vorne nach hinten über Schambereich laufen zu lassen, wenn man auf der Toilette sitzt (einigen Frauen gelingt die Spülung besser, wenn Sie sich verkehrt herum auf die Toilette setzen). Danach kann man die Wunde vorsichtig trockenfönen.

Für die Spülung braucht man:

  • entweder ein Liter lauwarmes Wasser mit einem Teelöffel Calendulaessenz vermischen

oder

  • ein Liter lauwares Wasser mit einem Tropfen Teebaumöl und 100 Milliliter Kondensmilch vermischen

Sitzbäder

Sollte die Dammverletzung trotz der empfohlenen Maßnahmen nicht gut abheilen, kann man zusätzlich ein Sitzbad mit Eichenrindezusatz machen. Dieses bekommt man in der Apotheke – die Dosierung steht in der packungsbeilage. Eichenrinde gerbt die Haut und wirkt entzündungshemmend. Geeignet für das Sitzbad ist auch das synthetische Mittel Tannolact, das vergleichbare Wirkstoffe wie die Eichenrinde enthält. Gerade bei einer weißlich belegten Naht sind solche Sitzbäder sehr hilfreich. Das Sitzbad sollte etwa fünf Minuten dauern. Trockenfönen tut gut. Auch einen Aufguss von Calendulablüten für ein Sitzbadi st sehr zu empfehlen. Man nimmt einen Essläffel Blüten für jeweils fünf Liter Wasser.

Auf den Stuhlgang achten

Nach einem Dammschnitt oder einem Dammriss fürchten sich viele Frauen vor dem ersten Stuhlgang. Wichtig ist, ihn weich zu halten, damit das Wundgebiet nicht durch Pressen belastet wird. Wenn der Stuhlgang Schwierigkeiten bereitet, kann es helfen, Birnen- der Pflaumensaft zu trinken oder Joghurt mit Leinsamen oer Flohsamenschalen zu essen. Und ganz wichtig: Unbedingt ausreichend trinken! Mindestens zwei bis drei Liter täglich.

Beckenbodenübungen

Bereits in den ersten Tagen nach der Geburt kann man damit beginnen, den gedehnten Beckenboden vorsichtig zu trainieren. Dies verbessert auch die Durchblutung im Dammbereich und begünstigt somit die Heilung der Verletzungen. Dazu kneift man mehrmals täglich Scheiden- und Aftermuskel zusammen, so als müsste man Harn- und Stuhldrang aufhalten, und lässt dann wieder locker. 

Narbenbehandlung

Bei einigen Frauen schmerzt die Dammverletzung auch, wenn sie die ersten Male wieder mit Ihrem Partner schlafen möchten. Wenn bereits acht Wochen seit der Geburt vergangen sind, ist die Verletzung soweit geheilt, dass eine Narbenbehandlung helfen kann. Dazu wird der Dammbereich wieder massiert – genau wie vor der Geburt. Dazu kann man entweder das Damm-Massageöl oder Nachtkerzenöl verwenden. Das Narbengewebe wird dadurch wieder weich und geschmeidig.

Teile diesen Artikel:

]