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Geburtsverlauf

Was passiert bei der Geburt?

Rund um die Geburt stellen sich werdende Mütter - und auch Väter - viele Fragen: Wie lange dauert sie, wie läuft sie ab, welche Phasen gibt es, was soll ich wann tun ... Hier gibt Hebamme und Mutter Franziska Luck einfache Antworten auf die wichtigsten Fragen.

Die Geburt, das große Mysterium – mit jeder Schwangerschaftswoche rückt sie näher. Eigentlich ist es ganz einfach: Das Baby muss nur ein paar Zentimeter vom Eingang des mütterlichen Beckens bis zum Ausgang „rutschen“, und schon hat man es geschafft. Theoretisch. In der Praxis aber sieht das Ganze natürlich ein wenig langwieriger aus …

Wie lange dauert eine Geburt?

Beim ersten Kind dauert die Geburt durchschnittlich 13 Stunden. Dabei zählt man aber nicht ab der ersten Wehe, sondern erst ab Wehen, die zur Muttermund-Erweiterung führen. Die Horrorgeschichten von Geburten, die drei Tage dauern, gibt es aus fachlicher Sicht also kaum. Aber keine Sorge, Hebammen nehmen dich auch dann ernst, wenn die Wehen den Muttermund noch nicht öffenn. Denn diese ersten Wehen sind leider kräftezehrend, noch ohne den gewünschten Effekt zu bringen.

Sollte man einen Geburtsplan haben?

Es ist auf jeden Fall sinnvoll, sich mit dem Thema Geburt zu beschäftigen, sei es mit einem Geburtsvorbereitungskurs und/oder einem Buch. Aber es ist wenig förderlich, sich einen festen Geburtsplan zu machen und sich darauf zu versteifen, wie die Geburt ablaufen soll. Es ist gut, sich vorher zusammen mit dem Partner Gedanken zu machen, man sollte dabei aber flexibel und offen bleiben für Ideen und Vorschläge der Hebamme im Kreißsaal. Manche Dinge lassen sich einfach nicht im Voraus planen.

Welche Geburtsphasen gibt es?

Die Geburt lässt sich in verschiedene Geburtsphasen einteilen. Los geht es mit der "Eröffnungsphase": Die Öffnung des Muttermunds dauert am längsten und ist eine passive Phase, in der man abwartet, sich bewegen, und Wehen veratmen kann. Danach folgt die „Austreibungsphase“, bei der man aktiv hilft, das Köpfchen vom Beckeneingang bis zum Beckenausgang zu schieben. Kurz nach dem Kind folgt die Plazenta (der Mutterkuchen), und erst damit ist die Geburt vollständig abgeschlossen.

Wie lange dauern diese Geburtsphasen?

In der Eröffnungsphase geht man davon aus, dass sich der Muttermund pro Stunde um einen halben bis einen Zentimeter weitet. Mit zehn Zentimetern ist der Muttermund vollständig eröffnet. Die „Austreibungsphase“ dauert bis zu vier Stunden. Die Plazenta folgt etwa 30 Minuten nach dem Kind. Das hört sich alles lange an, ehrlicherweise verliert man aber während der Geburt ohnehin das Zeitgefühl.

In welcher Position sollte das Kind zur Welt kommen?

Auf dem Weg durch das Becken der Mutter dreht sich das Baby wie eine Schraube um 90 Grad und nimmt das Kinn auf die Brust. So passen erst der Kopf, dann die Schultern und der Rest des Körpers optimal durch den Geburtskanal hindurch. Die Fontanelle (die Stelle, an der die Schädelknochen später zusammenwachsen) ermöglicht, dass sich die Schädelplatten während der Geburt verschieben, um Platz zu sparen. Die Verformung geht einige Stunden nach der Geburt wieder zurück.

Eine „Hebammenweisheit“ bringt es auf den Punkt: „Babys machen bringt mehr Spaß, als sie auf die Welt zu bringen.“ Eine Geburt tut weh und dauert ihre Zeit – und dennoch kann ich eins versprechen: Sobald das Baby in deinen Armen liegt, ist sofort alles vergessen. Man ist einfach nur verzaubert von dem Wunder, auf das man rund neun Monate gewartet hat.

Hebammentipp: Jetzt geht's los

"Wann sollen wir in die Klinik fahren?" Ein einfacher Test kann verhindern, dass man bei „falschem Alarm“ losfährt: Wenn man mit Wehen in die Badewanne geht (oder warm duscht) und diese danach noch da sind oder sogar stärker werden, kann man sich drauf einstellen, dass es bald losgeht.

Geburt natürlich einleiten, erleichtern oder verkürzen

• Zimt kann Wehen fördern
• Gewürzspekulatius und indisches Essen sollen durch die Kombination an Gewürzen Wehen fördern
• Himbeerblättertee ab vier Wochen vorm Termin trinken. Ein bis zwei Tassen am Tag sollen das Gewebe weich machen und vorbereiten
• Spaziergänge können den Beginn der Geburt anschieben
• geburtsvorbereitende Akupunktur soll die Eröffnungsphase verkürzen
• ein warmes Bad nehmen zur Entspannung (Achtung: nicht, wenn man alleine ist, falls man Kreislaufprobleme bekommt).

Unsere Geburtsexpertin

Franziska Luck
Mutter zweier Kinder, Bloggerin und Hebamme in Hamburg

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Unsere Autorin

Irlana Nörtemann

Irlana Nörtemann ist seit vielen Jahren mit Herzblut Redakteurin bei Junior Medien. Zu ihren Aufgaben zählt auch Content Management.

Als Mutter eines Jungen lässt sie ihre Alltagserfahrungen in ihre Artikel mit einfließen. Die Schwerpunkte liegen dabei auf den Themen Reise und Gesundheit.

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