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Wassergeburt

Was du über das Gebären im Wasser wissen solltest

Von einer Wassergeburt versprechen sich Mütter eine entspanntere und schmerzfreiere Geburt. Doch wie läuft eine solche Geburt ab und welche Risiken gibt es? Das solltest du über Ablauf, Kosten und Vorteile wissen.

Ablauf einer Wassergeburt

Bei einer waschechten Wassergeburt wird dein Kind nicht nur unter Wasser geboren. Auch während der Eröffnungsphase verbringst du mitunter einige Zeit im Wasser. Aber keine Sorge, du musste nicht die gesamte Zeit der Geburt im Wasser liegen. Der Begriff "Wassergeburt" bezieht sich ja auch auf die eigentliche Geburt deines Kindes und das diese dann im Wasser stattfindet. Viele Frauen wünschen sich eine Wassergeburt, aber es ist nicht für jede das Richtige. Denn was du dir vor der Geburt vorstellst, ist mitunter nicht das, was dir während der Geburt gut tun. Setzte dich also nicht unter Druck, dass dein Kind im Wasser geboren werde muss. Sprich deinen Wunsch aber bei der Hebamme die dich betreut an.

Folgende Phasen der Geburt kannst du im Wasser verbringen:

1. Anfang der Eröffnungsphase: Hast du das Gefühl, es geht los? Bei einem Bad in der Wanne zu Hause kannst du das gut beurteilen. Werden die Wehen trotz der Entspannung im warmen Badewasser nicht weniger, sondern bleiben regelmäßig, sind das höchstwahrscheinlich die ersten richtigen Wehen.

2. Zweiter Teil der Eröffnungsphase: In dieser Phase hilft die Wärme im Geburtswanne, den Schmerz durch die Wehen zu lindern. Die Entspannung kann diese Phase sogar verkürzen und zu einer schnelleren Öffnung des Muttermunds führen.

3. Übergangsphase: Ist der Muttermund vollständig eröffnet kann es durchaus sinnvoll sein, das Wasser für eine gewisse Zeit zu verlassen. So kannst du dich noch etwas an Land bewegen und somit die Schwerkraft nutzen, damit dein Baby tiefer ins Becken rutschen kann. Deine Hebamme wird dir unter der Geburt aber zu Seite stehen und ihr entscheidet individuell, was gerade das beste für dich ist.

4. Austreibungsphase: Während das Baby durch den Geburtskanal gleitet, verspüren Gebärende den Drang zu pressen. Bei der Wassergeburt wird dieser Drang gemindert und die Muskulatur bleibt entspannter. So entstehen auch weniger Dammrisse.

5. Das Baby wird geboren: Es ist soweit – endlich ist das Köpfchen deines Babys zu sehen. Nun sind es nur noch wenige Wehen, bis dein Kind komplett auf der Welt ist. Auch wenn der Kopf schon geboren ist, brauchst du dir keine Sorgen zu machen. Seinen ersten Atemzug wird das Kleine erst machen, wenn Mund und Nase keinen Kontakt zum Wasser mehr haben. Im Anschluss an die Geburt kannst du noch einen Augenblick im Wasser bleiben, bevor du es für die Geburt der Plazenta verlassen musst. 

Wie sieht eine Geburtswanne aus?

Eine Geburtswanne ist deutlich größer, als eine normale Badewanne. Sie verfügt in der Regel auch über eine Tür um dir das Ein- und Aussteigen zu erleichtern. Griffe in der Wanne erleichtern dir, die Positionen zu ändern. Die Wanne ist recht tief – das gewährleistet, dass du auch in der Hocke noch ausreichend vom Wasser umgeben bist. In dem Raum, in dem die Geburtswanne steht, findest du, im Regelfall, auch ein normales Kreisbett zur Geburt. Du musst dir also keine Sorgen machen, dass du noch den Raum verlassen musst, falls sich die Pläne ändern sollten. 

Eine Wassergeburt muss übrigens nicht immer im Krankenhaus stattfinden. Auch Geburtshäuser und selbst zu Hause kannst du dein Kind auf diese Weise gebären – dafür muss ein Geburtspool vorhanden sein.

Vorteile der Wassergeburt

Da das Wasser wärmt und das eigene Körpergewicht trägt, kannst du dich als Schwangere gut bewegen und während der Geburt verschiedene Positionen in der Wanne einnehmen. Dieser entscheidende Vorteil führt zu erheblich mehr Entspannung als bei einer Geburt im Trockenen. Das bringt für Frau und Kind folgende positive Aspekte mit sich:

•    Als Mutter hast du bei der Wassergeburt in der Regel deutlich weniger Schmerzen. Durch die stärkere Bewegungsfreiheit im Wasser und die Muskelentspannung verkürzt sich gleichzeitig die Dauer der Geburt um bis zu einer halben Stunde.

•    Bei der Wassergeburt besteht eine geringere Wahrscheinlichkeit für Dammrisse, da die Muskulatur entspannt und das Gewebe elastischer ist.

•    Schutz deiner Privatsphäre als Mutter: Die Wassergeburt empfindet die schwangere Frau meist als selbstbestimmter. Das Geburtsbecken bildet einen natürlichen „Schutzwall“. So kannst du dich auf die Signale deines Körpers konzentrieren und dich gezielt entspannen.

•    Das Baby empfindet weniger Geburtsstress: Bei der Geburt gibt es einen sanften Übergang mit wenig Temperaturunterschied. Der Wechsel des Babys vom Fruchtwasser mit Körpertemperatur ins warme Badewasser ist fließend. Der Schock der Geburt in die kalte Welt wird so verhindert.

Risiken bei der Wassergeburt

Viele Schwangere haben Angst, dass es bei einer Wassergeburt zu einer Komplikation kommen könnte. Eine verbreitete Sorge ist beispielsweise, dass das Baby beim ersten Atemzug Wasser in die Lunge bekommt und ertrinkt. Diese Angst ist glücklicherweise unbegründet, denn durch den sogenannten Tauchreflex beginnt das Kind – wie oben erwähnt – erst zu atmen, wenn Nase und Mund keinen Kontakt mehr zum Wasser haben. Die Sauerstoffversorgung ist bis zum ersten Atemzug über die Nabelschnur gesichert.

Dennoch gibt es einige Punkte, die du bei einer Wassergeburt bedenken solltest:

•    Befindet sich dein Baby in Steißlage, darf es nicht per Wassergeburt auf die Welt kommen. Das Risiko für weitere Komplikationen wäre stark erhöht.

•    Auf eine Periduralanästhesie musst du bei einer Wassergeburt verzichten. Sie würde verhindern, dass du dich im Wasser bewegen und gegebenenfalls selbst aus der Wanne steigen könntest. Damit stellt die PDA ein zu großes Risiko für Mutter und Kind bei der Wassergeburt dar. Wenn du besonders schmerzempfindlich bist, kann das ein Nachteil sein.

•    Mehrlingsgeburten sind "an Land" besser zu überwachen. Bei einer möglichen Komplikation können Geburtshelfer hier auch schneller eingreifen und dir und deinen Babys helfen.

•    Notfälle während der Geburt: Falls es zu einem Notfall kommt, können Hebammen und Ärzte im Wasser nicht so schnell reagieren. Sie müssen dich erst aus dem Wasser holen und an Land, auf das Kreißsaalbett bringen. Es kommt es auch vor, dass eine Wassergeburt abgebrochen werden muss, wenn es Mutter oder Kind nicht gut geht. Oder das Risiko eines Notfalls gegeben ist. Der Handlungsspielraum ist im Wasser nicht sehr hoch. 

Voraussetzungen für eine Wassergeburt

Zur Vorbeugung möglicher Risiken einer Wassergeburt gelten einige Richtlinien. Wenn du diese erfüllen kannst, spricht – rein medizinisch – nichts gegen eine Wassergeburt:

•    Ab der 37. Schwangerschaftswoche darfst du dein Baby auch im Wasser gebären. Vorher ist die Gefahr einer Unterversorgung oder anderer Zwischenfälle zu groß.

•    Dein Baby sollte sich in "normaler" Lage befinden – also mit dem Köpfchen nach unten im Gegensatz zu einer Steiß- oder Querlage.

•    Deine Schwangerschaft ist bisher ohne Komplikationen verlaufen.

•    Das bedeutet auch, dass du und dein Kind keinen Vorerkrankungen oder Infektionen während der Schwangerschaft ausgesetzt waren.

•   Du musst in vielen Kliniken einen Nachweis erbringen, dass du keine Infektionskrankheiten (wie beispielsweise HIV) hast. 

Ist die Wassergeburt das Richtige für dich?

Wenn du eine Wassergeburt in Erwägung ziehst, empfehlen wir dir, neben deiner Hebamme auch andere Mütter nach ihren Erfahrungen zu fragen. Oft können Erfahrungsberichte einen guten Einblick geben und bei der eigenen Entscheidung für oder gegen eine Wassergeburt helfen.

Erfahrungen sammeln in Geburtsvorbereitungskursen

Ein Geburtsvorbereitungskurs ist zum Beispiel eine gute Gelegenheit, um mit anderen Müttern und der Kursleitung über die Möglichkeit der Wassergeburt ins Gespräch zu kommen. Wenn du dir nicht sicher bist, ob das Element Wasser bei der Geburt überhaupt für dich in Frage kommt, kann ein Schwangeren-Schwimmkurs hilfreich sein. Hier kannst du schon einmal testen, ob sich der Auftrieb im Wasser für dich in der Schwangerschaft gut anfühlt und dich bei der Geburt entspannen und unterstützen könnte.

Es gibt auch spezielle Wassergeburtskurse und Informationstermine in Kliniken, die vor Ort über die Wassergeburt informieren. Manchmal ist sogar ein Probebad in der Geburtswanne möglich, bei dem du schon einige Geburtspositionen testen kannst.

Entstehen bei einer Wassergeburt zusätzliche Kosten?

Es entstehen keine Kosten bei einer Wassergeburt für dich. Die Kosten werden, wie bei allen Geburtsarten, von deiner Krankenkasse übernommen.

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