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Aspirin in der Frühschwangerschaft

Schädlich für das Ungeborene?

Welche Folgen kann es haben, wenn man unwissentlich Aspirin in der Frühschwangerschaft eingenommen hat? Unser Expertin weiß Rat.

"Ich bin in der sechsten Schwangerschaftswoche. Aufgrund einer mittelschweren Erkältung mit Fieber habe ich zwischen dem 25. und 28. Zyklustag ca. 4-5 Aspirin am Tag eingenommen. Meine Schwangerschaft habe ich am 29. Zyklustag festgestellt und dann die Tabletteneinnahme eingestellt. Nun habe ich erfahren, dass selbst das als harmlos geltende Aspirin in der Schwangerschaft Schädigungen hervorrufen kann. Ich habe die Information, dass innerhalb der ersten 14 SS-Tage aufgrund des Alles-oder-nichts-Prinzips keine Schäden für eine bestehende Schwangerschaft zu befürchten sind. Bei mir reicht die Medikamenteneinnahme allerdings ca. vom 13 bis zum 16 Tag nach der Befruchtung. Nun mache ich mir Sorgen über meinen unbedachten Umgang mit dem Medikament. Können Sie mir weiterhelfen?

Antwort: Keineswegs war Ihre Medikamenteneinnahme unbedacht. Schließlich kann man nur bedenken, was man weiß. Also, als erstes: Keine Selbstvorwürfe. Zweitens: Keine Panik!! Zwar ist Aspirin nicht das Beste, was man in der Schwangerschaft bei Fieber und Schmerzen anwenden kann, aber die Warnungen gelten vor allem für das letzte Schwangerschaftsdrittel. Der Wirkstoff von Aspirin (Acetylsalicylsäure) verursacht nämlich u.a. eine erhöhte Blutungsneigung unter der Geburt und vor allem den vorzeitigen Verschluss einer wichtigen Versorgungsleitung beim Kind. Aber wie gesagt: Dies gilt für das letzte Schwangerschaftdrittel. Acetylsalicylsäure ist nicht teratogen, verursacht also keine Schäden beim Embryo. Sie brauchen sich also keine Sorgen zu machen, einmal abgsehen davon, dass die Einnahme größtenteils noch in die "Alles-oder-Nichts"-Phase gefallen ist.

Übrigens: Sollten sich während der Schwangerschaft noch einmal Fieber und Schmerzen einstellen, so können Sie diese mit Paracetamol (z.B. Ben-u-ron Tabletten) behandeln. Dieser Wirkstoff ist in der Schwangerschaft bestens untersucht und problemlos einzunehmen.


Ute Lichte, Pharmazeutin

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