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Eisprung auslösen

Welche Auswirkungen hat Clomifen in der Schwangerschaft?

Kann die Einnahme von Clomifen in der Schwangerschaft zu Missbildungen oder einer Fehlgeburt führen? Unsere Expertin klärt auf.

"Seit einem Jahr haben wir einen Kinderwunsch. Und nun ist es so weit – ich bin schwanger! Doch leider ist eine Sache passiert, die mir große Sorgen bereitet! Da ich nach dem Absetzten der Pille sehr unregelmäßig meine Periode bekam und der jeweilige Zeitpunkt des Eisprunges praktisch nicht definierbar war, beschlossen wir mit meinem Frauenarzt Clomifen zur gezielten Auslösung des Eisprunges einzusetzen.

Es spielte sich Folgendes ab: Am 19. Zyklustag war ich beim Frauenarzt und er gab mir das Rezept für Clomifen mit dem Hinweis auf meine Periode zu warten und Clomifen dann einzusetzen. 5 Tage später bekam ich meine Periode, aber in sehr abgeschwächter Form und setzte anschließend Clomifen ein. Wie mit dem Arzt besprochen, vereinbarte ich einen Termin – in etwa zum Zeitpunkt des induzierten Eisprungs. Der Arzt untersuchte mich mit dem Vaginalultraschall und stellte fest, dass ich schwanger sei. Es wurde auch ein Schwangerschaftstest gemacht, der positiv war. Somit steht nun fest, dass ich Clomifen schon zum Zeitpunkt der Schwangerschaft eingenommen habe. Und zwar ca. 3 Wochen nach der Befruchtung. Im Beipackzettel steht, dass man auf keinen Fall während der Schwangerschaft Clomifen einnehmen sollte. Mein Arzt meinte, dass der Zeitpunkt der Einnahme mit der Zeit des "Alles oder nichts Prinzipes" zusammenfiele und somit kein Problem darstelle. Ich weiß aber, dass man nur in den ersten 2 Wochen nach der Befruchtung vom "alles oder nichts Prinzip" spricht und ich habe das Medikament in der dritten Woche eingenommen. Was können Sie uns dazu sagen? Besteht die Gefahr einer Fehlgeburt oder einer Missbildung?"

Antwort: "Ich glaube, ich kann Sie beruhigen. Zwar sehe ich wie Sie, dass das Alles-oder-Nichts-Prinzip in Ihrem Fall nicht greift. Ich nehme an, dass Sie am 5. Zyklustag mit Clomifen angefangen haben und es 5 Tage genommen haben. Das Alles-oder-Nichts-Prinzip gilt bis zum Tag 13 nach der Ovulation. Die Einnahme von Clomifen liegt also außerhalb des Prinzips.

Allerdings haben viele Untersuchungen, die mittlerweile einige tausend Schwangerschaften umfassen, keinen Verdacht auf Schädigungen durch Clomifen ergeben (es war mal unter Verdacht, Neuralrohrdefekte zu verursachen).

Da man ein sehr kleines Restrisko nicht ausschließen kann, wird natürlich von einer bewussten Einnahme in einer Schwangerschaft abgeraten. Ich denke aber, dass Sie beruhigt sein können und in Ruhe Ihre Schwangerschaft genießen können. Belasten Sie gerade die ersten 12 Wochen nicht mit sicher unnötigen Sorgen! 


Ute Lichte, Pharmazeutin

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