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Verstopfung

Was hilft bei Darmträgheit in der Schwangerschaft?

Darmträgheit in der Schwangerschaft ist ein ernst zu nehmendes Problem. Unsere Expertin erklärt, welche natürlichen Mittel helfen.

"Ich bin jetzt in der 8. Schwangerschaftswoche. Da ich vor der Schwangerschaft schon große Probleme mit der Verdauung hatte und häufig unter Verstopfung gelitten habe, nahm ich regelmäßig Dulcolax. Natürlich hat sich mein Darm schon daran gewöhnt. In der Schwangerschaft klappt es mit der Verdauung nun auch so gut wie gar nicht, obwohl ich viel Ballaststoffe, Flüssigkeit und Leinsamen zu mir nehme. Jetzt meine Frage: Kann ich ein Mal in der Woche Dulcolax (4 Tabletten) oder Laxoberal Tropfen (30 Tropfen) nehmen oder schade ich damit meinem Baby? Bis jetzt habe ich nur ein Mal Dulcolax in der Schwangerschaft eingenommen." 

Antwort: Zur Frage mit den Abführmitteln: Bitte nicht einnehmen! Alle chemischen Abführmittel wirken gleich: Sie reizen die Darmwand und verhindern gleichzeitig die Aufnahme von Wasser aus dem Darminnern in das Gewebe. Dadurch kommt es zu einem heftigen Entleerungsreiz mit meist breiigen bis flüssigen Stühlen. Dies hat zwei entscheidende Nachteile: Zum einen werden Mineralien entzogen, die der Darm unbedingt braucht, um nicht "einzuschlafen". Gleichzeitig hat der Darm viel zu häufig Entleerungsreize, die durch den recht flüssigen Darminhalt ausgelöst werden. Er verlernt also, auf den natürlichen Entleerungsreiz zu hören. Als Resultat hat man also erst recht eine Verstopfung.

In der Schwangerschaft kommt noch ein zusätzliches Risiko hinzu: Durch die Darmreizung kommt es zu einer vermehrten Durchblutung des kleinen Beckens, zusätzlich kann die Gebärmutter durch die erhöhten Darmbewegungen gereizt werden. Dadurch kann es zu Fehlgeburten kommen. Das Risiko ist also sehr hoch, von daher rate ich dringend von einer Einnahme ab.

Gut, aber damit bleiben Sie im wahrsten Sinne des Wortes auf Ihrer Verstopfung sitzen. Was können Sie also tun? Als erstes: Für Sie ist es ungewohnt, einen vollen Darm zu haben. Sie fühlen sich  aufgebläht. Auch wenn es hart klingt: Da müssen Sie durch. Es dauert etwas, bis Ihr Darm den natürlichen Entleerungsreiz wiedererkennt und auf ihn reagiert. Unterstützen können Sie ihn durch Leinsamen und - besser, weil weniger Kalorien - Flohsamen aus der Apotheke. Auch dieser wird in reichlich Wasser angequollen. Wichtig bei Lein- und Flohsamen: Nicht die Masse der Samen ist entscheidenend, sondern, dass sie in Wasser sehr gut aufgequollen sind. Sonst verstopfen sie nämlich zusätzlich. Überhaupt sollten sie mehrere Liter pro Tag trinken. Auch das hilft. Mit etwas Geduld wird sich ihr Darm 100prozentig umstellen (das ist kein Lehrbuchzitat, sondern eigene Erfahrung!). Natürlich wird die Situation durch die Schwangerschaftshormone zusätzlich erschwert, weil diese die Darmmuskulatur zusätzlich erschlaffen lassen. Dennoch sollten Sie wegen Ihres Kindes, aber auch für sich selber die Geduld aufbringen.

Ute Lichte, Pharmazeutin

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