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Tabletten, Sprays oder Augentropfen

Welche Medikamente sind bei Heuschnupfen in der Schwangerschaft erlaubt?

Bei Heuschnupfen in der Schwangerschaft dürfen Medikamente eingenommen werden. Unsere Pharmazeutin erklärt, welche Mittel die beste Wahl sind.

"Meine Schwangerschaft wurde erst in der 7./8. Woche festgestellt. Da ich an Heuschnupfen und Nesselsucht litt (leide), nahm ich meist eine, manchmal auch zwei Lisino-Tabletten über diesen Zeitaum. Meine erste Frage ist, ob diese Tabletten-Einnahme in irgendeiner Form schädigend für den Embryo war. Die zweite Frage ist, was ich jetzt in der Heuschnupfenzeit einnehmen kann. Ich bin jetzt in der 8./9. Schwangerschaftswoche. Meine Hautärztin hat mir das homöopathische Heuschnupfenmittel DHU für den Notfall verordnet, die Apothekerin dagegen ist der Meinung, dass man dieses Mittel mindestens drei Mal täglich anwenden muss, damit es eine Wirkung zeigt. Des weiteren habe ich homoöpathische Augentropfen der Firma Weleda, die sich Gencydo nennen. Mein Frauenarzt sagt, dass ich ruhig die üblichen Augentropfen und Nasensprays gegen Heuschnupfen nehmen kann, jedoch keine Tabletten. Zudem hat meine Hautärztin eine Cortison-Depotspritze in Erwägung gezogen."

Antwort: Nach Recherche auch beim Hersteller von Lisino kann ich Sie, denke ich, beruhigen. Es gibt zwar keine Studien an Schwangeren mit dem Arzneistoff - die verbieten sich aus ethischen Gründen - aber bisherige Berichte über eine Einnahme von Lisino in der Schwangerschaft und auch alle Tierversuche haben keinerlei Hinweise auf eine fruchtschädigende Wirkung des Präparates gezeigt. Grundsätzlich sollten Sie, wenn die Beschwerden nicht mit lokalen Präparaten wie Augen- oder Nasentropfen zu behandeln sind (s.u.), auf ältere, dafür im Hinblick auf eine Schwangerschaft besser untersuchte Arzneistoffe ausweichen. Da diese zur sogenannten 1. Generation der Antiallergika gehören, machen diese leider als Nebenwirkung müde. Die Stoffe, die zu dieser Generation gehören, heißen Dimetinden oder Clemastin. Sie sollten mit Ihrem Arzt ggf. einen entsprechenden Stoff auswählen.

Am besten wäre es natürlich, wenn Sie mit lokal wirkenden Arzneistoffen zurechtkämen. Der bekannteste Wirkstoff dabei ist die Cromoglicinsäure, die Sie in der Schwangerschaft als Augen- oder Nasentropfen anwenden können. Ich würde diese Tropfen den homöopathischen Tropfen vorziehen, da sie schnell und gut helfen und in der Schwangerschaft unbedenklich sind.

Das Heuschnupfenmittel DHU kann sowohl zur Prophylaxe (also eher dauernd) eingenommen werden als auch zur Akutbehandlung. Sie sollten dabei aber die besondere Wirkweise der Homöopathika beachten: In der Regel wirken sie weniger schnell als allopathische Arzneimittel, und häufig zeigen sie das Phänomen der Erstverschlimmerung, d.h. bevor die Wirkung eintritt, verstärken sich die Symptome erst einmal. Das sind natürlich keine guten Voraussetzungen für die Behandlung eines Notfalls. Da Sie aber bestimmt wissen, zu welchen Zeiten sie stärker an ihrer Allergie leiden, z.b. wenn bestimmte Grasarten blühen, können Sie ja zu diesem Zeitpunkt das Mittel dauernd zur Prophylaxe nehmen, ansonsten eher als Akutmedikament - mit den aufgezeigten zeitlichen Einschränkungen.

Eine Cortison-Depotspritze ist auch in der Schwangerschaft möglich, sollte aber Mittel der letzten Wahl bleiben. 

Ute Lichte, Pharmazeutin

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