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So viel Koffein darf's sein

Wie viel Kaffee in der Schwangerschaft?

Auch in der Schwangerschaft möchten viele Frauen nicht auf ihre morgendliche Tasse Kaffee verzichten. Aber ist der Konsum von Koffein wirklich unbedenklich für das Baby?

Der Durchschnittsdeutsche trinkt im Jahr 162 Liter Kaffee. Damit ist der Muntermacher das Lieblingsgetränk der Deutschen, noch vor Mineralwasser und Bier. Für Schwangere gelten laut DGE (Deutsche Gesellschaft für Ernährung) drei Tassen Kaffee am Tag als unbedenklich. Das entspricht einer Menge von 300 mg Koffein. Diese Referenzmenge gibt auch die Weltgesundheitsorganisation (WHO) an. Aber Achtung: Koffein ist nicht nur in Kaffee enthalten, sondern auch in Kakao (2 - 6 mg in 150 ml), Cola (40 mg in 0,33 l), Zartbitter-Schokolade (15 - 115 mg in 150 g) und schwarzem Tee (20 - 50 mg in 125 ml). 

Kaffee in der Schwangerschaft: Weniger ist mehr!

Koffein macht müde Mamas munter. Es erhöht die Herzfrequenz und regt den Stoffwechsel an. Das gilt jedoch auch für das Baby. Denn Koffein durchdringt die Plazenta und gelangt so ungefiltert in den Blutkreislauf des Ungeborenen. Soll heißen: Mutter und Kind haben anschließend die gleiche Menge Koffein im Blut – dementsprechend sind beide aufgeputscht. Da Koffein zudem die Gefäße verengt, kann es auch passieren, dass der Mutterkuchen zeitweise weniger durchblutet wird. Dadurch erhöht sich das Risiko einer Früh- oder Fehlgeburt, wenn auch nur minimal. 

Kaffee in der Schwangerschaft kann außerdem zu einem geringeren Geburtsgewicht des Babys führen. "Offenbar kann Koffein das Wachstum eines Ungeborenen in ähnlichem Maße verzögern  wie Alkohol oder Nikotinaufnahme im Verlauf der Schwangerschaft", berichtet Dr. Klaus König, zweiter Vorsitzender des Berufsverbandes der Frauenärzte (BVF) und verweist dabei auf die Untersuchung einer britischen Forschergruppe, die im British Medical Journal (BMJ 337, 2008) veröffentlicht ist. Ein niedriges Geburtsgewicht kann zur Folge haben, dass das Baby bei der Geburt und auch im späteren Leben mit gesundheitlichen Problemen zu kämpfen hat. "Schwangere sollten daher möglichst auf die pharmakologisch aktive Substanz Koffein verzichten oder zumindest den Verzehr weitgehend einschränken", so Dr. König. 

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Alternativen zum Kaffee

Der Koffeingehalt im Espresso ist tatsächlich geringer als im Filterkaffee. Die Bohnen sind länger geröstet und werden innerhalb von 30 Sekunden mit Druck aufgebrüht. Dabei gelangt weniger Koffein in den Kaffee. Ein Espresso enthält zwischen 25 und 30 mg Koffein, eine Tasse Kaffe dagegen 75 bis 120 mg. Dass Milch die Wirkung von Koffein abschwächt, ist übrigens ein Irrglaube. Es ist also gleich, ob ein Latte Macchiato oder ein Espresso getrunken wird. Entkoffeinierter Kaffee kann minimale Mengen Koffein beinhalten und bei übermäßigem Verzehr zu Magenbeschwerden führen. Getreidekaffee, wie zum Beispiel Caro-Kaffee, ist komplett frei von Koffein. Auch koffeinfreie Cola enthält kein Koffein, selbst wenn auf dem Etikett eventuell etwas von Koffein-Aroma steht. Hierbei geht es lediglich um den Geschmack. Da koffeinfreie Cola aber voller Zucker oder Zuckerersatzstoffe (Cola light oder Cola Zero) steckt, sollte sie auch nur in Maßen getrunken werden. Auf Energy-Drinks und Erfrischungsgetränke mit Mate sollte in der Schwangerschaft besser ganz verzichtet werden. Sie enthalten nicht nur sehr viel Koffein, sondern auch sehr viel Zucker.

Wie sieht es in der Stillzeit mit Kaffee und Co. aus?

Nach neun Monaten Schwangerschaft sehnen sich viele Frauen nach Salami, Sushi – und wenn sie zuvor vollends auf Koffein verzichtet haben – auf einen richtig guten Kaffee. Allerdings gelten für die Stillzeit die gleichen Regeln wie für die Schwangerschaft. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung warnt, dass Koffein beim Baby zu Unruhe und Bauchweh führen kann, da es durch die Muttermilch weitergegeben wird. Daher sollten Kaffee, Cola und andere aufputschende Produkte mit Bedacht konsumiert werden. Am besten ist es, wenn die Mutter direkt nach dem Stillen Kaffee trinkt, so dass das Koffein bis zum nächsten Anlegen in der Muttermilch ganz weg oder zumindest verringert ist.

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