Dein wirEltern-Newsletter

Alles über die Themen Schwangerschaft, Erziehung & Gesundheit

Erlaubte Medikamente

Wie kann man eine Trichomonaden-Infektion in der Schwangerschaft behandeln?

Trichomonaden-Infektion kann zu einer Früh- oder Fehlgeburt führen. Unsere Expertin erklärt, wie man die Erkrankung in der Schwangerschaft behandeln kann.

"Meine Frau ist in der achten Woche schwanger, heute waren wir bei Ihrem Gynäkologen und der stellte nach einem Abstrich eine vaginale Trichomonaden-Infektiong fest. Der Arzt hat uns ein Medikament namens Clont verschrieben, das laut Packungsbeilage Metronidazol enthält. Die Nebenwirkungen dieses Medikamentes verbieten es eigentlich, während der Schwangerschaft eingesetzt zu werden. Der Arzt sagte zwar, dass Clont nur in Tierversuchen Nebenwirkungen für Embryos hatte und bei Menschen nichts bekannt sei. Zudem sei eine Trichomonaden-Infektion besonders gefährlich, weil sie zu einer Fehlgeburt oder Frühgeburt führen kann.  Bitte informieren Sie uns über die Ihnen bekannten Behandlungsmöglichkeiten einer Trichomonaden-Infektion während der Schwangerschaft mit allen möglichen Risiken. 

Antwort: Ich habe mich nach dem Risiko von Clont (ich nehme mal an, dass die Vaginaltabletten verordnet wurden) bei Einnahme in der Schwangerschaft erkundigt: Der Wirkstoff ist nach einer Reihe von großen Untersuchungen weder beim Menschen noch beim Tier teratogen, hat also keine fruchtschädigende Wirkung (insofern hat Ihr Arzt sogar etwas übertrieben). Es gab einmal den Verdacht einer erhöhten Abortrate im ersten Trimenon, also in den ersten zwölf Wochen der Schwangerschaft. Dieser konnte aber auch durch neue Untersuchungen nicht belegt werden.

Eine Trichomonaden-Infektion ist an sich aber ein Risiko für die Schwangere und das neue Leben. Eine Einnahme des Wirkstoffs birgt viel geringere Risiken als nichts zu tun. Auch andere zur Behandlung zur Verfügung stehende Stoffe kommen aus der gleichen Wirkstoffgruppe wie das Metronidazol, sind aber zum Teil gerade für das erste Trimenon nicht zu empfehlen. Sie sollten daher mit der Behandlung sofort beginnen.

Ute Lichte, Pharmazeutin

junge familie im Abo

junge familie berät, gibt Tipps und liefert spannende Beiträge zu allem, was werdende und frischgebackene Eltern interessiert.

Mehr Infos

Teile diesen Artikel:

]