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Ganz gleich?

Was eineiige Zwillinge von zweieiigen Zwillingen unterscheidet

Kaum hat die werdende Mama erfahren, dass in ihrem Bauch gleich zwei Babys heranwachsen, drängt sich die Frage auf, ob es eineiige Zwillinge oder zweieiige Zwillinge werden. Alle Infos zu den Unterschieden auf einen Blick.

Eineiigkeit oder Zweieiigkeit früh sichtbar

Eineiige Zwillinge sollten im ersten Schwangerschaftsdrittel mit Hilfe einer Ultraschall-Untersuchung beurteilt werden. "Ein Gynäkologe kann am besten zwischen der achten und der zwölften Schwangerschaftswoche abschätzen, ob es sich um eineiige oder zweieiige Zwillinge handelt", erklärt Dr. Klaus König, zweiter Vorsitzender des Berufsverbandes der Frauenärzte (BVF).

"In diesem Zeitfenster kann man erkennen, ob sich die Babys in zwei getrennten oder in einer Embryonalhülle (Chorion) entwickeln. Weist die Gebärmutter zwei Embryonalhüllen auf, handelt es sich in der Regel um zweieiige Zwillinge. Sind beide von einer gemeinsamen Hülle umgeben, sind es höchstwahrscheinlich eineiige Geschwister. Werden beide von einer gemeinsamen Plazenta versorgt, sind sie eindeutig eineiig."

Eineiige Zwillinge müssen gut überwacht werden

Nach der 16. Schwangerschaftswoche wird es praktisch unmöglich, eine Zwillingsschwangerschaft zu beurteilen, denn ab diesem Zeitpunkt liegt die Embryonalhülle zu nahe an der inneren Gebärmutterwand und ist dann nicht mehr hinreichend einsehbar. Die Diagnose, ob eineiige oder zweieiige Zwillinge vorliegen, kann sehr bedeutend für den Verlauf der Schwangerschaft sein, denn eineiige Zwillinge müssen besonders gut überwacht werden.

Unterscheidung nach der Geburt

Nach der Geburt ist meist ebenfalls eine Unterscheidung möglich. Die Bestimmung der Eiigkeit (Zygosität) ist allerdings nur dann sinnvoll, wenn es sich um gleichgeschlechtliche Kinder handelt, denn gegengeschlechtliche Zwillings­paare sind immer zweieiig. Die sicherste Methode ist der genetische Fingerabdruck, bei dem die DNA der Kinder direkt mitei­nander verglichen wird (zu 99,9 Prozent sicheres Ergebnis, aber auch sehr kostspielig). Weitere, mehr oder weniger sichere Methoden sind Blutgruppentests, polysymptomatische Ähnlichkeitsvergleiche und Eihautdiagnosen (Untersuchung der Nachgeburt).

Eltern eineiiger Zwillinge liegen mit ihrem subjektiven Eindruck über die Zygosität ihrer Kinder übrigens oft falsch, weil sie Unterschiede der Kinder wahrnehmen, die durchaus auf Umwelteinflüsse zurückzuführen sind. Sie gehen deshalb oft von unterschiedlichen Erbanlagen ihrer Kinder aus.

So entstehen eineiige und zweieiige Zwillinge

Eineiige Zwillinge entstehen, wenn sich die Eizelle in zwei Embryonal-Anlagen teilt, nachdem sie befruchtet wurde. Es entstehen dann zwei Zellen mit der gleichen DNA-Ausstattung. Bei zweieiigen Zwillingen werden zwei Eizellen von zwei Spermien befruchtet. D.h. zweieiige Zwillinge sind sich - im Gegensatz zu eineiigen Zwillingen - nicht mehr oder weniger ähnlich als Geschwister, die nicht am selben Tag geboren wurden.

Weltweit ist durchschnittlich jede 40. Geburt eine Zwillingsgeburt. In Deutschland sind zwischen 20 und 30 Prozent der Zwillinge eineiig. Zweieiige Mehrlingsgeburten nehmen in den letzten Jahren zu, was auf das steigende Lebensalter der Gebärenden und eine Zunahme von Fertilitätsbehandlungen zurückzuführen ist.

Quelle: www.aerzte-im-netz.eu

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